Donnerstag, 2. September 2021

Rezension: Gut Greifenau - Sternenwende von Hanna Caspian

Titel: Gut Greifenau - Sternenwende
 Autorin: Hanna Caspian
 Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 592 Seiten
 Preis: 9,99 €
 Erscheinungsdatum: 02.08.2021
ISBN: 978-3-426-52546-3
 
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Handlung

Berlin / Greifenau 1929

Katharina hat ihr Studium abgeschlossen und sie freut sich auf ihr Dasein als Ärztin. Allerdings erleidet sie einen schweren Schicksalsschlag, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. All ihre Träume für die Zukunft werden verdrängt, sie flüchtet vorerst nach Greifenau und versucht, langsam wieder auf die Beine zu kommen. Während dieser Zeit kommt sie einem großen Geheimnis auf die Spur...Auch in Greifenau sieht es nicht sonderlich rosig aus. Die Weltwirtschaftskrise hält die Menschen fest in ihrem Griff und darunter leiden sowohl die Grafenfamilie, als auch die Bediensteten. Und aufgrund der misslichen Lage in Deutschland ändert Konstantin langsam seine politische Meinung, und wendet sich einer Partei zu, die Großes verspricht, von seiner Frau Rebecca jedoch kritisch betrachtet wird. Und auch bei den Dienstboten geschieht allerhand aufregendes. Die Köchin Bertha ist wieder da und bringt unerwarteten Zuwachs mit. Und es kommen ganz überraschend Besucher aus Amerika...

Meinung

Ich finde das Cover stimmungsvoll und schön, wenngleich ich auch sagen muss, dass es mir einen Hauch zu dunkel ist. Der Himmel ist schon ziemlich düster, wenngleich ich es gern mag, wie die Sterne darauf funkeln. Allerdings ist es mir im Zusammenhang mit der Dame, die dunkle Haare hat und ein dunkles Gewand trägt, etwas zu viel...

Im Hintergrund kann man wieder einen Ausschnitt des Hauses erahnen, welches bereits auf den anderen fünf Titelbildern zu sehen ist. Daneben befindet sich eine Dame, die den Kopf so abwendet, dass man sie als Betrachter nicht vollkommen sieht. Sie scheint recht zufrieden zu sein und man könnte denken, sie wirft einen recht wohlwollenden Blick auf das Gebäude. Insgesamt entsteht so ein schönes Gesamtbild, welches ich aber leider nicht als perfekt betrachte.

Ach, was habe ich dem finalen Band entgegengefiebert. Ich hatte richtig viel Lust darauf, noch ein letztes Mal nach Greifenau zu reisen und in die Welt der Gutsfamilie, sowie deren Angestellten einzutauchen. Daher war es mir eine große Freude, das Buch endlich in den Händen zu halten, wenngleich ich auch ein wenig traurig und wehmütig war. Ich konnte es kaum erwarten, mit dem Lesen zu beginnen und möchte mich beim Droemer Knaur Verlag herzlich für das Rezensionsexemplar bedanken!

Bevor ich meine Meinung zu der Geschichte darlege, finde ich das umfangreiche Zusatzmaterial als erwähnenswert. Dieses bin ich bereits von den vorherigen Bänden gewöhnt und ich bin sehr froh, dass es auch diesmal so viel zu entdecken gibt. Anfangen tut dies bei den drei Karten vorm Beginn der Geschichte, danach folgt eine genaue Auflistung der handelnden Personen und am Ende befindet ein interessantes und den Roman abschließendes Nachwort. All diese Extradetails mag ich sehr gerne und ich bin immer froh, wenn sie in Romanen genutzt werden!

Anhand der Karten kann man schauen, wie das Gut Greifenau aufgebaut ist, wo die Wohnbereiche, aber auch Wirtschaftsgebäude und Ställe liegen. Weiterhin finden sich zwei Karten dazu, wie der Aufbau des fiktiven Ortes Greifenau ist und wo sich dieser geografisch befindet.

Vor dem Beginn der Geschichte werden die wichtigsten Figuren benannt, man kann familiäre Verbindungen erkennen und bei Bedarf das Gedächtnis auffrischen, wer wer ist. Ich hatte mir vor dem Lesen mal das Verzeichnis angeschaut und auf Anhieb sind mir Details aus den vorherigen Bänden eingefallen. Und dies hat letztendlich dazu geführt, dass ich einen angenehmen und spannenden Start in die Erzählung hatte. 
Auch das Nachwort möchte ich vorab nochmals lobend hervorheben. Dieses gibt auf manche Sachverhalte einen noch genaueren Blick, zudem erfährt man einiges über die Hintergründe des Werkes. Das bietet den perfekten Rahmen für ein rundes Ende und ich empfinde das Nachwort als sehr informativ und passend.

Insgesamt erstreckt sich die Geschichte über rund vier Jahre. In dieser Zeit passiert nicht nur im Leben der Figuren, sondern auch auf historischer Ebene allerhand. Um nie den Überblick zu verlieren wurde vor jedem Kapitel eine zeitliche Angabe gemacht. Anhand derer kann man gut schauen, wie viel Zeit seit dem letzten Kapitel vergangen ist und wo sich die Handlung mittlerweile befindet. Es ist möglich, sich selbst seine Gedanken über die politische Lage und kommende Ereignisse zu machen und damit einen kleinen Blick in die Zukunft der Figuren zu wagen. Insgesamt ist es also wirklich praktisch, dass man stets über die Daten informiert wurde, es wäre ein leichtes gewesen, darüber den Überblick zu verlieren da es häufiger mal Zeitsprünge gibt. Diese wurden sinnvoll eingesetzt und sie helfen dabei, der Geschichte trotz ihrer Länge einen recht kurzweiligen Charakter zu verleihen und Längen haben auf diese Weise gar nicht erst die Möglichkeit, um zu entstehen.

Ich glaube, wenn ich sage, dass ich das Buch innerhalb von drei Tagen ausgelesen habe, wird schon viel über die Qualität des Werkes ausgesagt. Ich wollte und konnte nicht aufhören mit Lesen, es war einfach zu interessant und spannend, zudem mochte ich es unglaublich, die ganzen Figuren wiederzusehen. Schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte komplett in ihren Bann gezogen und ich wollte den Roman einfach nicht aus der Hand legen. Die Kapitel wurden spannend und abwechslungsreich gehalten, sodass stets neuer Schwung in die Handlung kommt und ich hatte durchweg das Bedürfnis genau jetzt wissen zu wollen, wie sich die Ereignisse entwickeln. Daher habe ich das Buch am Freitag begonnen und Sonntag war das Lesevergnügen leider auch schon vorbei und ich bin zwar mit dem Ende sehr zufrieden, aber auch traurig, dass ich mich nun endgültig von den Protagonisten verabschieden musste...

Ich empfand den Start in die Geschichte als sehr angenehm. Direkt auf den ersten Seiten sind mir noch mehr Details aus dem vorherigen Band eingefallen, sodass ich mich schnell und problemlos in der Handlung zurechtgefunden habe. Mir waren die Figuren, sowie das Setting schnell wieder vertraut und es hat mir großen Spaß bereitet, in die Welt von Greifenau einzutauchen. Und für den Fall, dass manchen Leser*innen einiges von den bisherigen Geschehnissen entfallen ist, wird vorgesorgt. Mit kleinen Bemerkungen und versteckten, teils aber auch offenen Hinweisen gibt die Autorin eine Hilfestellung und daher ist es leicht möglich, wieder in die Geschichte hineinzufinden, die sich als äußerst mitreißend präsentiert.

Aus den anderen fünf Bänden bin ich bereits eine sehr angenehme und wunderbar lesbare Sprache gewohnt, die sich auch diesmal wieder durchgesetzt hat. Von der ersten Seite an konnte ich mir jegliche Situation, jedes Setting und auch jede Figur problemlos vorstellen, ich habe mich teils wie ein heimlicher Beobachter der Szenen gefühlt. Es war nie eine Distanz da, man bekommt einen guten Zugang zu den Protagonisten und ich empfinde jede Handlung als authentisch und häufig kann ich Aussagen und Taten gut nachvollziehen. Das ist unter anderem ein Punkt, weshalb ich die Handlung als so mitreißend empfinde.

Die Sprache befindet sich auf einem guten Niveau, sie ist weder zu einfach, noch zu anspruchsvoll gestaltet. Dabei werden nicht nur lebhafte und farbenfrohe Beschreibungen eingefügt, sondern auch allerlei historische Informationen. Solche tauchen diesmal in einem besonders hohen Maße auf und man kann hautnah miterleben, was viele politische Entscheidungen für die Menschen für Auswirkungen haben. Ich mag es, dass man stets historische Details dargestellt bekommt, man damit aber auch nicht zu sehr überfordert wird. Es gibt eine angenehme Abwechslung von Kapiteln mit vielen Informationen rund um die Lebenssituation oder die Politik zwischen 1929 und 1932, und solchen, die das normale Leben der Bewohner beschreiben und die wieder mehr Ruhe in die Geschichte bringen.

Um der Erzählung mehr Vielfalt zu geben, wurde wieder ein allwissender Erzähler genutzt, der im Verlauf der Geschichte mehrere Perspektiven einnimmt und daher einen großen Überblick über die Figuren, als auch über die Ereignisse bietet. Mein Highlight war es hierbei, dass nicht nur die Familie von Auwitz-Aarhayn zu Wort kommt, sondern auch deren Angestellte die Möglichkeit erhalten, um ein bisschen aus ihrem Leben preiszugeben. Das bietet eine tolle Mischung, man kann sich von dem Zusammenspiel der Dienstboten mit der Herrschaft ein Bild machen und die Geschichte gestaltet sich abwechslungsreicher. Anhand davon wird ein kleiner Einblick in verschiedene Lebensweisen geboten und wird die Möglichkeit geboten, sich von der Gesellschaft ein Bild zu machen. Das mochte ich sehr gern, zumal die Handlung auf diese Weise immer interessant und lebendig bleibt.

Die Spannung im Buch ist eine Wucht. Sie hält bis ans Ende an, erst hier werden noch einige offenen Fragen geklärt und erst danach findet die Saga rund um das Gut Greifenau ihr wohlverdientes und sehr befriedigendes Ende. Bis dahin ist es ein weiter Weg und sehr geschickt wurden immer wieder kleine Hinweise und Aussagen versteckt, die die Spannung nicht nur oben halten, sondern auch eine mögliche Auflösung von Konflikten und offenen Fragen bieten.

Ich empfand die Geschichte meistens als nicht vorhersehbar. Immer wieder konnten mich die Figuren mit ihren Handlungen und Aussagen überraschen und oft hatte ich gedacht, dass sich die Ereignisse in eine andere Richtung entwickeln könnten. Oft lag ich mit meinen Vermutungen falsch, nur selten erwiesen sich meine Überlegungen als richtig, da häufig Wendungen eingebaut wurden, die absolut unvorhersehbar waren. 
Auf jeden Fall gestaltete sich die Geschichte für mich als abwechslungsreich und spannend, ich mag es sehr, wie bestimmte Konflikte bis ans Ende des Buches getragen wurden und erst hier eine Auflösung erhalten. Und das Ende ist eh eine Sache für sich, es ist absolut gelungen, war überraschend, ich mag es sehr gern und es hat mich wirklich gut unterhalten!

So gut wie alle Handlungsorte sind bereits aus den vorherigen Teilen bekannt, es kommen nur sehr wenige neue Orte hinzu, die wenigsten davon sind von großer Bedeutung. Noch immer ist das Gut Greifenau der Hauptspielplatz der meisten Szenen. Und ich muss sagen, dass dies mein Lieblingsschauplatz ist. Ich mag einfach die Beschreibungen der Gegend, sowie des Guts und der dortigen Stimmung. Außerdem finde ich das Zusammenspiel zwischen der Herrschaft und den Bediensteten als unglaublich interessant.

Ein großer Teil der Figuren sind liebgewonnene Protagonisten, die man in den vorherigen Bänden bereits kennengelernt hat. Einige neue Personen kommen hinzu, doch sie ordnen sich tadellos in die Reihe der Figuren ein, sie besitzen ebenfalls ein interessantes und breit angelegtes Wesen, sie gehen verschiedenen Zielen nach und sie bringen häufig neuen Schwung in die Geschichte. Ich mag es, welch unterschiedliche Charaktere die Protagonisten gesamt betrachtet besitzen und wie deren Entwicklung aussieht. Bei vielen kann man dies gut beobachten, man lernt sie im ersten Band kennen und verfolgt ihr Leben über 19 Jahre. Grob kann ich mich noch an ihre Zeichnung zu Beginn der Saga erinnern und es ist herrlich zu sehen, wie die Entwicklung letztendlich aussah und wo die Figuren mittlerweile im Leben stehen.

Fazit

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich nach dem Ende des dritten Bandes dasaß und mir dachte, dass die Reihe ein famoses Ende gefunden hat. Mittlerweile kann ich diesen Gedanken gar nicht mehr nachvollziehen. Ich bin unglaublich froh darüber, dass Hanna Caspian noch drei weitere Teile geschrieben hat und ich somit noch viele Stunden in der Welt von Greifenau verbringen konnte! Mit jedem Buch wuchs meine Begeisterung und ich finde, dass dieser Teil die Übrigen nochmals übertroffen hat. Es hat einfach unglaublichen Spaß gemacht, all die liebgewonnenen Protagonisten wiederzusehen und zu schauen, wie sie sich entwickeln und was das Schicksal noch mit ihnen vorhat. Und dies vermischt mit den historischen Hintergründen ergibt einen großen Lesegenuss, der einfach nur gelungen ist! Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen ausgelesen, dann zufrieden beiseite gelegt und ich danke Hanna Caspian für all die schönen Lesestunden!

Bewertung: 5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 
Meine Meinungen zu den anderen Bänden der Reihe:
 
 
 
 
 
 

Freitag, 27. August 2021

Rezension: Vor Frauen wird gewarnt von Heidi Rehn

Titel: Vor Frauen wird gewarnt
 Autorin: Heidi Rehn
 Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 432 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 02.08.2021
ISBN: 978-3-426-52626-2

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Handlung

Vicki Baum. Eine fortschrittliche Frau ihrer Zeit. Sie gilt als emanzipiert und talentiert. Sie schafft es anhand von wenigen Worten, die Leser in ihren Bann zu ziehen. Ihr Roman „Menschen im Hotel“ war ein Bestseller und ist noch heute ein weltbekanntes Werk. Mit ihrem Können schaffte es die Autorin, der Unterhaltungsliteratur eine neue Bedeutung zu geben. Vicki Baum gilt als Karrierefrau, sie wird von den Leserinnen verehrt und dafür bewundert, wie sie die Familie und ihren Beruf unter einen Hut bekommt. Doch wie tickte diese bekannte Dame eigentlich?

Meinung

Das Cover empfinde ich als absolutes Highlight. Nicht nur aufgrund der goldenen Details, sondern auch wegen der gesamten Szenerie. Es passt einfach alles zusammen und ich bin verzaubert von dem Anblick!

Im Hintergrund befindet sich eine Stadtszene in schwarz-weiß. Man sieht nicht nur die Straße mit den umliegenden Gebäuden, sondern auch einige Autos und Menschen, die die Gegend bevölkern. Am Rand befindet sich eine Dame, die dem Aussehen nach ein Stück weit an Vicki Baum erinnert. Sie ist in der Mode der 20er Jahren abgebildet und auch ihre Frisur und das Make-Up erinnern an diese Zeit. Dazu gibt es vor allem im oberen Drittel allerlei goldene Akzente, die das Gesamtbild einzigartig und besonders machen. Zudem bringt diese Farbe viel Eleganz und Klasse mit, sodass letztendlich ein rundes und stimmiges Cover entsteht.

Von Vicki Baum habe ich leider noch kein Buch gelesen, allerdings ist mir die Theatervariante von Menschen im Hotel ein wenig bekannt, dieses Stück habe ich mal hinter den Kulissen miterlebt. Und obwohl ich damals von dem Inhalt nur wenig mitbekommen habe, steht der Roman seitdem auf meiner Wunschliste.

Als ich nun in der Verlagsvorschau das neue Werk von Heidi Rehn entdeckt habe, war mein Interesse sofort geweckt. Nicht nur das wunderschöne Cover hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, sondern auch der Titel klingt vielversprechend. Die Inhaltsangabe hat ebenfalls verlockend geklungen und daher musste das Buch einfach auf meine Wunschliste und ich hatte richtig Lust darauf, es zu lesen. Natürlich war es daher eine riesengroße Freude für mich, den Roman als Rezensionsexemplar vom Verlag zu erhalten, wofür ich mich nochmals herzlich bedanken möchte!

Ganz so leicht fiel mir der Start in die Geschichte leider nicht. Ich musste mich nicht nur an die Schreibweise und die neue Situation gewöhnen, sondern es brauchte auch ein bisschen, bis ich mich auf die Handlung einlassen konnte. Daher habe ich recht lange gebraucht, ehe ich mit dem Lesen so richtig vorangekommen bin, als dann einmal der Knoten geplatzt war, lief es immer besser und ich konnte der Geschichte irgendwann problemlos folgen.

Ich empfinde die Sprache als überraschend anspruchsvoll. Vor allem anhand von Wortgefechten, die Vicki sich immer wieder mit verschiedenen Personen liefert, wird die Schreibweise qualitativ angehoben. Ich fand diese Szenen sehr spannend, sie liefern starke Botschaften, bei denen ich besonders Vicki häufig zustimmen musste. Ich finde es einfach famos, wie sie manche Dinge äußert und sich dadurch ihren Rang in der Gesellschaft und in der Ullsteinschen Hierarchie erarbeitet hat. Aufgrund der einzigartigen Ausdrucksweise, die allgemein im Roman vorherrschend ist, lässt sich das Buch zwar gut lesen, jedoch bin ich mit dem Lesen nicht so schnell vorangekommen, wie ich es ursprünglich gedacht hatte. Immer wieder habe ich kleine Pausen gemacht. Entweder um über das Gelesene nachzudenken oder um mir manche Aspekte nochmals genauer vorzustellen. Das ergibt letztendlich ein schönes Gesamtbild und allein dadurch werde ich das Buch lange in Erinnerung behalten.

Ich hätte mir gewünscht, dass es vor den Kapiteln eine kleine Anmerkung zu der Handlungszeit gibt. Mir hätte es schon ausgereicht, wenn es eine Monatsangabe gegeben hätte. Einfach um zu schauen, wo sich die Geschichte gerade befindet, wie lange Vicki Baum mittlerweile in Berlin lebt und bei Ullstein tätig ist und um eine historische Einordnung vornehmen zu können. Häufig lässt sich nur anhand der Jahreszeit ableiten, wie lange die Dame nun schon in Berlin lebt, ansonsten fällt mir das schwer. Mir hätte es daher gut gefallen, wenn man zur zeitlichen Einordnung eine kleine Hilfestellung erhält.

Ich finde, dass vor allem in jenen Szenen, wo Vicki der Führungsriege von Ullstein gegenübersitzt, viele Stimmungen ins Spiel kommen. Diese Abschnitte gehören auch zu jenen, die ich mir am besten vorstellen kann und ich finde, dass sie besonders gut gelungen sind. Ich kann häufig richtig gut nachvollziehen, wie sich die Autorin gerade fühlt und ihre Gedankengänge währenddessen sind sehr authentisch und lebhaft niedergeschrieben. Dies zusammen mit der Stimmung ergibt ein unglaubliches Bild, welches ich gern mag.

Ansonsten finde ich, dass Emotionen recht rar gesät sind. Sowohl solche, die von den Protagonisten ausgehen, als auch solche, die die Stimmung der Stadt einfangen. Ich habe abgesehen von genannten Szenen nie wirklich den Eindruck gehabt, dass ich mit Vicki mitfühle. Vielleicht liegt das auch daran, dass sie für meinen Geschmack zu wenige Emotionen zeigt und in dieser Hinsicht nicht viel Abwechslung zeigt...

Die Geschichte wird aus der Sicht eines auktorialen Erzähler beschrieben. Dieser folgt durchweg Vicki und man kann als Leser gut erkennen, wie die Dame getickt hat, welche Interessen sie besitzt und wie ihr Tagesablauf aussieht. Ganz besonders gut hat es mir gefallen, dass man dabei auch allerhand über ihre Gedanken mitbekommt. Teilweise sind dies die einzigen Stellen, wo man merkt, dass Vicki zwar ihre Fassade einer taffen Frau aufrechterhält, es in ihrem Inneren allerdings ganz anders aussieht. Daher bin ich wirklich froh darüber, dass die Gedanken in so einer hohen Anzahl eingefügt wurden und man Vicki dadurch besser verstehen kann.

Vor allem anhand der Figur von Vicki Baum, sowie ihren Freunden und ihrer Familie werden historische Hintergründe in den Roman eingebunden. Man lernt, welchen Weg sie bisher gegangen ist und wie ihre Karriere gefördert wurde. Man kann schauen, wie ihre Bücher beim Publikum angekommen sind und welche Werbemaßnahmen Ullstein für die Romane genutzt hat. Dadurch, aber auch anhand einiger kleiner Details wie der Mode wird ein lebendiges Bild der Zeit gemalt, welches vielseitig ist und den Leser gut informiert. Ich finde es vor allem sehr interessant, wie viele im Buch geschilderte Situationen tatsächlich so geschehen sein könnten und finde, dass hinter dem Roman eine feine und ausführliche Recherchearbeit steckt.

Beim Setting steht Berlin eindeutig im Vordergrund. Das ist der Haupthandlungsort und man lernt verschiedene Ecken der Stadt gut kennen. Jeder Ort wurde gut und ausführlich beschrieben, sodass man sich ein solides Bild von fast jedem Setting machen konnte.

Besonders angetan hat es mir die kleine Wohnung von Vicki Baum, ich konnte mir diese unheimlich gut und bildreich vorstellen und ich habe es sehr gemocht, wie Vicki, aber auch ihre Familie und die Freunde das Zuhause mit Leben gefüllt haben. Leider hat mir die Darstellung des Verlagshauses von Ullstein nicht so gut gefallen. Allein deswegen, weil ich die Dimensionen nicht richtig herausarbeiten konnte und das gesamte Gebäude allgemein eine recht kühle Aura mit sich brachte.

Ich finde die Anzahl der Figuren tatsächlich als recht überschaubar und gut zu merken. Viele Personen tauchen wiederholt auf, sie haben gute Wiedererkennungszeichen und wurden mit lebhaften Worten umschrieben. Mir sind alle auf Anhieb im Gedächtnis geblieben und ich mag es, wie man viele Figuren mit fortschreitender Handlung immer besser kennenlernt. Dabei werden verschiedene Charaktere in die Geschichte eingefügt, sodass eine hohe Vielfalt vorhanden ist, die ein authentisches Abbild der Gesellschaft darstellt.

Bei der Darstellung von Vicki Baum hätte ich mir lediglich gewünscht, dass sie noch mehr Facetten von sich zeigt, auch mal ihre wütenden oder traurigen Momente offen zeigt und sich nicht immer hinter ihrer Maske versteckt. Sie tritt durchweg als taffe und selbstsichere Frau auf, anhand ihrer Gedanken erkennt man allerdings, dass es teilweise ganz anders in ihrem Inneren aussieht. Und daher hätte es mir gut gefallen, wenn sie die Emotionen auch mal offener zulässt und sie nicht immer verbirgt.

Fazit

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit hohen Erwartungen in den Roman gestartet bin. Ich weiß selbst nicht wieso. Vielleicht weil ich das Cover so schön finde und ich daher unbedingt wollte, dass die Handlung ebenso gelungen ist. Vielleicht aber auch, weil mir das Buch gefühlt überall begegnet ist und ich viel Werbung dafür gesehen habe. Daher war ich unglaublich gespannt auf die Handlung, die mir im Gesamten betrachtet auch wirklich gut gefallen hat. Ich hatte vergnügliche und interessante Stunden mit dem Buch. An zahlreichen Stellen konnte ich manche Zitate so unterschreiben und ich finde es stark, was teilweise für Botschaften vermittelt werden.

Allerdings fehlt bei mir noch was, um das Buch zu einem Highlight werden zu lassen. Ich denke, dass mehrere offen gezeigte Emotionen, allen voran von Vicki Baum, vielleicht der mir fehlende Punkt sein könnten. Nichtsdestotrotz wurde mein Interesse an der Autorin und ihren Werken geweckt und ich finde, dass der Roman einen guten und spannenden Eindruck ihrer Person hinterlässt.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 
Diesen Roman der Autorin habe ich ebenfalls gelesen:
 

Montag, 23. August 2021

Rezension: Die Frauen vom Jungfernstieg - Antonias Hoffnung von Lena Johannson

Titel: Die Frauen vom Jungfernstieg - Antonias Hoffnung
 Autorin: Lena Johannson
 Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 416 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 19.07.2021
ISBN: 978-3-7466-3705-1

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Handlung

Hamburg 1903

Die Firma Beiersdorf genießt noch immer die Aufmerksamkeit, die das Leukoplast auf sie gelenkt hat. Allerdings weiß Oscar, dass dies ein Erfolg ist, auf dem sie sich nicht lange ausruhen dürfen. Derweil genießt es seine Frau Gerda immer mehr, in ihrer Villa in Eimsbüttel Kunstsalons zu veranstalten und sie schätzt den Austausch mit Kunstinteressierten sehr. Unter anderem auch deswegen hat sich mit Irma eine Freundschaft entwickelt. Diese bekommt für ihre Gemälde immer mehr Aufmerksamkeit und mittlerweile steht sie kurz vor ihrem internationalen Durchbruch. 
Antonia hat sowohl ihr privates, als auch ihr berufliches Glück gefunden. Bis plötzlich eine Freundin stirbt und sie sich um deren Tochter kümmern soll. Noch weiß sie nicht, wie hart der Weg zum Sorgerecht wird...

Meinung

Das Cover gefällt mir sowohl farblich, als auch von den gewählten Motiven her sehr gut. Es strahlt eine Frische aus, die mitreißend ist und den Blick automatisch auf das Buch lenkt. Wie auch schon beim ersten Band wird wieder eine Dame gezeigt, die dem Betrachter den Rücken zuwendet. Sie ist der Mode der Handlungszeit entsprechend gekleidet und blickt auf ein Gebäude, welches sich in Hamburg verorten lässt. Der Hintergrund wurde farbenreich, als auch sehr detailliert dargestellt, weshalb die gesamte Szenerie lebendig und einladend wirkt.

Am oberen Bildrand sind Blattranken eingefügt, die dem Bild noch einen sommerlicheren Touch verleihen und sie harmonieren sehr gut mit dem Himmel. Außerdem runden sie das Gesamtbild fein ab. Insgesamt betrachtet mag ich das Cover wirklich gern, es ist schick und stimmig. Zudem mag ich die Ähnlichkeiten mit dem ersten Band der Reihe, wodurch sich ein Wiedererkennungswert ergibt. Ein hübsches Cover, welches bei mir die Vorfreude auf die Geschichte gestärkt hat.

Mittlerweile habe ich schon einige Romane von Lena Johannson gelesen. Und bisher war tatsächlich noch keiner dabei, der mich auch nur ansatzweise enttäuscht hat. Jedes Werk aus ihrer Feder hat mir richtig gut gefallen und ich freue mich immer, wenn ich ihren Namen in den Verlagsvorschauen erblicke.

So ging es mir auch, als ich letztes Jahr den Auftaktband ihrer neuen Saga entdeckt habe. Ich war sofort gespannt auf die Geschichte und es hat mir große Freude bereitet, den ersten Band zu lesen. Und weil mich das Buch so gut unterhalten hat und ich unbedingt wissen wollte, wie die Reihe weitergeht, stand die Fortsetzung ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Ganz besonders habe ich mich darüber gefreut, auch diesen Teil als Rezensionsexemplar vom Aufbau Verlag zu erhalten, wofür ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken möchte!

Ich habe vor dem Lesen erst einmal meine Rezi zum ersten Band durchgelesen um mir die Ereignisse vor Augen zu rufen. Und dabei bin ich über das Wort Personenverzeichnis gestolpert, was es bei diesem Teil leider nicht gibt. Im Grunde ist das nicht tragisch, die Figuren werden mit eingängigen und lebendigen Worten beschrieben, sie tauchen in einer übersichtlichen Anzahl auf und ich hatte nie das Problem, dass ich jemanden vergessen hätte. Gerade die wichtigsten Figuren, allen voran die drei Damen Antonia, Gerda und Irma, aber auch deren Ehemänner, haben eine sehr umfangreiche Zeichnung erhalten, zudem stehen sie ständig im Fokus der Geschichte. Alle anderen Figuren gliedern sich deutlich unter ihnen ein. Trotzdem wäre es vielleicht ganz nett gewesen, wenn irgendwo im Buch eine kleine Übersicht über die handelnden Figuren gewesen wäre. Allerdings ist das kein Muss, ich hatte keine Schwierigkeiten damit, die Figuren wiederzuerkennen und sie in den korrekten Zusammenhang zu bringen.

Am Ende des Buches wurde ein kleines Glossar eingefügt. Dort werden sowohl schlesische, als auch hamburgische Begriffe nochmals erläutert und man kann schauen, was deren Bedeutung im hochdeutschen ist. Die meisten dieser Worte waren mir bekannt, ansonsten erschließt sich der Sinn auch problemlos im Kontext der Szene, trotzdem empfand ich es als hilfreich, dieses Glossar am Ende zu wissen.Zudem gibt es am Ende ein informatives Nachwort. In diesem werden einige Sachverhalte nochmals kurz aufgegriffen und erläutert. Einige Punkte werden dabei kurz und sachlich klargestellt, was ich sehr passend empfinde. Außerdem bildet dieses einen feinen Abschluss des Romans!

Obwohl ich mir vorab meine Meinung durchgelesen hatte und mir allein dadurch wieder ein paar Details aus dem ersten Band eingefallen sind, brauchte ich ein paar Seiten, um mich in die Handlung hineinzufinden. Zwar waren mir die Figuren direkt wieder vertraut, allerdings sind mir einige Ereignisse des vorherigen Teils nicht direkt eingefallen. Erst nach und nach sind immer mehr Erinnerungen zurückgekommen, sodass ich mich nach vielleicht fünfzig Seiten problemlos in der Geschichte zurechtgefunden habe.

Von der Sprache bin ich sehr angetan. Sie lässt sich flüssig und sehr gut lesen, es macht einfach nur großen Spaß in die Geschichte einzutauchen und sich die Situationen bildlich vorzustellen. Dazu trägt nicht nur die abwechslungsreiche Handlung bei, sondern halt auch die Schreibweise der Autorin. Und diese war einfach nur toll. Es gibt viele, sehr bildhaft angehauchte Szenen, die sich teils so reihen, dass sie stellenweise wie ein Film in meinem Kopf abgelaufen sind. Jegliche Situation wird lebendig und nachvollziehbar beschrieben, man kann der Geschichte dadurch gut folgen und das Gelesene fein verarbeiten. Häufig wird die Sprache mit ein wenig Dialekt aufgepeppt, sodass die Figuren noch lebendiger wirkten.

Wieder gibt es mehrere Erzählperspektiven. Die Handlung spaltet sich auf die drei Damen Antonia, Irma und Gerda auf, aus ihren Sichtweisen werden verschiedene Situationen dargestellt. Wobei ich finde, dass Antonia diesmal ein wenig mehr Platz erhalten hat, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Auf jeden Fall entsteht so eine wunderbare Abwechslung, es wurde für mich nie langweilig und stets wollte ich wissen, wie sich bestimmte Sachverhalte letztendlich auflösen werden. Zudem gibt es daher viele Einblicke in die Gedanken, sowie Gefühle der Figuren und man kann stets gut nachvollziehen, was sie gerade bewegt und beschäftigt. Außerdem ist es möglich, eine Entwicklung zu verfolgen und es lässt sich schauen, wie unterschiedlich die Lebensstile zur Handlungszeit ausschauen. Schon auf diese Weise entsteht ein kleiner Einblick in die Hamburger Gesellschaft, der sich im Verlauf der Geschichte immer weiter verfestigt.

Ich bin wieder sehr zufrieden damit, dass eine so vielfältige Erzählweise genutzt wurde. Die Handlung gestaltet sich zu keinem Zeitpunkt als langweilig oder langatmig, immer wieder wird neuer Schwung hineingebracht, sei es durch kleine Cliffhanger oder durch spannende Wendungen. Zudem kann man die Protagonisten aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben und sich somit einen umfassenden Eindruck von ihnen verschaffen, der es möglich macht, sie genauer und auch mal kritisch zu betrachten.

Zum Beginn neuer Kapitel gibt es stets den Vermerk, aus welcher Sichtweise die folgenden Seiten geschildert werden. Das fand ich sehr hilfreich, so wurden die drei Perspektiven geschickt auseinandergehalten.Zudem gibt es immer mal eine Angabe zur Handlungszeit. Vor allem, wenn ein Kapitel in einem neuen Jahr spielt, gibt es dazu die Info, in welchem Monat und in welchem Jahr die folgenden Ereignisse spielen. So hat man einen groben Überblick, wie viel Zeit seit dem Beginn der Geschichte vergangen ist. Insgesamt vergehen rund sechs Jahre im Verlauf der Handlung, ich finde, dass man diesmal zeitlich mehr Informationen erhält als noch im ersten Band. Es hätten gerne auch vor jedem Kapitel diese Angaben stehen können, im Allgemeinen bin ich jedoch ganz zufrieden, wie es gehandhabt wurde.

Bis auf wenige Kapitel spielt der Großteil der Handlung in Hamburg. Von der Stadt lernt man verschiedene Ecken kennen, man kann schauen, wie sie sich im Verlauf der Jahre ändert und wie die Stimmung an verschiedenen Orten ist. Und weil man die drei Damen so genau verfolgt ist es auch möglich, sich über die Wohnverhältnisse der gesellschaftlichen Schichten ein Bild zu machen. Hamburg wird lebendig und abwechslungsreich dargestellt, man merkt einen Hauch der Stimmung in der Stadt und man erhält einen soliden Überblick auf die Stadt. Vor allem auf der Firma Beiersdorf, aber auch auf den Wohnungen oder Häusern der drei Hauptprotagonistinnen liegt der Fokus und ich finde, dass die Beschreibungen dessen sehr gelungen ist.

Nur wenige Kapitel spielen außerhalb von Hamburg. Einmal gibt es einige Szenen in Berlin, zudem lernt man Frankreich und Russland grob aus den Augen von Gerda und Irma kennen. Es ist deutlich zu spüren, dass auf diesen Orten ein nicht so großer Fokus liegt und sie nur für eine begrenzte Zeit im Roman auftauchen. Sie werden deutlich knapper beschrieben, zudem wirkt die Stimmung nicht so greifbar. Damit habe ich allerdings kein Problem, man erhält einen soliden Eindruck von den Orten und so zeigt sich, dass Hamburg eindeutig der Mittelpunkt der Geschichte ist.

Ich finde, dass allerhand historische Informationen in die Handlung eingebunden wurden. Zu verschiedenen Themen, die sowohl politischer, als auch technischer Natur sind, werden Hintergründe geschickt und wohldosiert in die Geschichte eingebunden. Die meisten Informationen erhält man über die Firma Beiersdorf. Sowohl über neue Produkte, als auch über die Arbeiten in diesem Berufsfeld wird einiges berichtet.

Außerdem kann man anhand von dem alltäglichen Leben und gesellschaftlichen Ereignissen gut schauen, wie die Menschen getickt haben und welche Prioritäten sie in ihrem Leben hatten. Man erhält einen guten Eindruck dessen und es wird ein lebendiges Bild der Handlungszeit gezeichnet.

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass die drei Damen, sowie teils ihre Männer eindeutig im Fokus der Geschichte stehen (zusammen mit der Entwicklung der Firma Beiersdorf). Ihre Beschreibungen sind besonders üppig und genau ausgefallen, sie haben zahlreiche Attribute erhalten, die ein lebendiges Bild ihrer Person zeichnen. Ihre Charaktere, Aussagen und Handlungen wirkten lebendig und authentisch und es lässt sich gut verfolgen, was ihnen gerade auf dem Herzen liegt. Mir hat es gefallen, dass sie verschiedene Facetten von sich gezeigt haben und offen ihre Gefühle geäußert wurden. Ihre Darstellung wird dadurch abgerundet und es entstehen abwechslungsreiche, interessante und sympathische Persönlichkeiten, mit denen ich gern meine Zeit verbracht habe.

Die restlichen Figuren wurden mit nicht so viel Tiefgang ausgestattet. Sie bleiben in ihrer Zeichnung ein wenig oberflächlich, was mich allerdings gar nicht gestört hat. Sie haben trotzdem auszeichnende Merkmale erhalten, die ihre Darstellung einzigartig macht und man lernt sie zumindest so gut kennen, um ihre Handlungen und Meinungen zu bewerten.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass meine Vorfreude auf die Fortsetzung sehr berechtigt war. Meine Erwartungen an diesen zweiten Band wurden allesamt erfüllt und ich bin absolut zufrieden damit, wie sich die Ereignisse entwickelt haben. Und auch die Richtungen, in die sich die drei im Fokus stehenden Damen entfaltet haben, empfinde ich als spannend. Gleichzeitig mag ich es, dass man merkt das ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, weshalb ich mich bereits auf ihre Darstellung im dritten Band freue. Insgesamt habe ich schon einige Spekulationen darüber angestellt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln könnte, welche Probleme von einigen Figuren ausgehen und was für Konflikte entstehen könnten. Gerade zum letzten Punkt bietet die Handlung einiges an Material und ich denke, dadurch wird die Reihe spannend und abwechslungsreich weitergehen!

Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 

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