Donnerstag, 11. April 2019

Rezension: Marlene und die Suche nach Liebe von Christopher W. Gortner

Titel: Marlene und die Suche nach Liebe
Originaltitel: Marlene. A Novel (übersetzt aus dem Amerikanischen von Christine Strüh)
Autor: Christopher W. Gortner
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag
Seitenanzahl: 544 Seiten
Preis: 12,99 €
Erscheinungsdatum: 15.02.2019
ISBN: 978-3-7466-3506-4


Handlung:

In jungen Jahren erkennt Marlene bereits eine rebellische und aufreizende Art an sich, die von einigen Mitmenschen, u.a. ihrer Mutter nicht akzeptiert wird. Doch schnell erkennt sie, wie sie diese Eigenschaften zu ihrem Nutzen einsetzen kann. Marlene zieht es in die Hauptstadt Deutschlands, wo sie allerhand Liebschaften hat, einige Partys feiert, aber auch ihre ersten Karriereschritte begeht. Nach dem Film „Der blaue Engel“ ist Marlene auf ihrem bisherigen Karrierehöhepunkt angekommen und sie nimmt ein Filmangebot aus Hollywood an. Während sie beruflich immer wieder große Erfolge sammelt, läuft es für Marlene in der Liebe nicht so rund. Sie verliebt sich zwar öfter, aber nur selten entsteht etwas langfristiges....

Meinung:

Ein sehr schönes Cover lädt dazu ein, den Roman in die Hand zu nehmen und genauer zu betrachten. Es ist leicht verschwommen und nostalgisch dargestellt, sodass man als Betrachter schnell die Illusion erhalten kann, dass die Person auf vor dem Brandenburger Tor tatsächlich Marlene Dietrich ist, die sich stark von dem Gesamtbild abhebt.Durch ihre dunkle Hose wird sie zum Blickfang und überstrahlt den Hintergrund. Die gewählten Farben harmonieren bestens miteinander, sie bilden eine Einheit und lassen das Buch für mich auf den ersten Blick interessant wirken.

Eingeteilt wurde der Roman in sieben Szenen, die dann jeweils noch in mehrer Kapitel unterteilt wurden. Anschließend gibt es noch ein Nachwort, in dem der Autor auf die Entstehung des Werkes hinweist, aber auch weitere Informationen zum Leben der Marlene Dietrich gibt. Dort erfährt man noch einige Fakten zu ihrem Leben nach 1964. Zum Schluss gibt es noch eine Biographie, wo einige Werke aufgelistet sind, mit denen sich Christopher W. Gortner während seiner Recherche befasst hat.

Die Handlung des Romans beginnt 1914 und erstreckt sich mit kleinen Zeitsprüngen bis ins Jahr 1946. Man lernt Marlene als Schulmädchen kennen, begleitet sie während ihrer Jugend und kann ihre Entwicklung zu einer selbstbewussten Frau direkt mitverfolgen. Am Anfang einer jeden neuen Szene wird angegeben, in welchen Jahren die folgende Handlung stattfindet, ab und an gibt es auch in den Kapiteln einen Vermerk auf die Jahreszahl.

Sehr überraschend war für mich die Erzählperspektive. Es wurde ein Ich-Erzähler gewählt, d.h. alle Ereignisse wurden aus Marlenes Sicht geschildert. Es ist einige Zeit her, dass ich ein Buch mit Ich-Erzähler gelesen habe und es hat mir mal wieder richtig gut gefallen. Marlene war für mich zu weiten Teilen eine recht angenehme Protagonistin, die das Herz definitiv auf dem rechten Fleck hat. Weiterhin fand ich ihre Wahrnehmung zu verschiedenen Ereignissen und in ihre Gedankenwelt spannend.

Die Schreibweise hat mir zu weiten Teilen gefallen, war aber nicht perfekt. Sie war zwar einfach und gut verständlich, sodass ich den Roman meistens richtig gerne gelesen habe. Mich hat es mit der Zeit gestört, dass so gut wie jede von Marlenes sexuellen Beziehungen thematisiert wurde und an diesen Stellen dann auch oft eine vulgäre Sprache genutzt wurde, die für mich absolut nicht zu dem restlichen Schreibstil und dem Roman passt. Es hätte auch anders genannt werden können, dass Marlene Dietrich viele Beziehungen zu Personen unterschiedlichen Geschlechts hatte und es war nicht nötig, diese dann immer genaustens zu beschreiben. Das hat mir den Charme des Buches verleidet und ist mein einziger Kritikpunkt des Romans.

Als Ich-Erzählerin steht natürlich Marlene Dietrich klar im Mittelpunkt des ganzen Geschehens. Man verfolgt ihr Leben über eine lange Periode und hat genügend Zeit, um sich eine Meinung zu bilden und einzuschätzen, ob man mit der Protagonistin sympathisiert. Mir fiel das nicht schwer, ich fand sie schon als kleines Kind reizend und an vielen Stellen ihres Lebens habe ich sie für ihre Entschlossenheit und auch ihren Mut bewundert. Sie erschien mir oft als reizende Frau, die ich nur zu gerne auf der Bühne live gesehen hätte. An einigen Stellen musste ich über einige Entscheidungen den Kopf schütteln, doch gestört hat das nicht. Im Gegenteil, ich fand es richtig gut, dass mir nicht alles an ihr gefallen hat und so wurde Marlene für mich menschlicher und fassbarer.
Äußerst gelungen und interessant war die Einbindung von verschiedenen berühmten Persönlichkeiten der Zeit. Ich war immer wieder überrascht, wenn jemand neues aufgetreten ist und jeder noch so kurze oder lange Auftritt hat dem Roman Lebendigkeit eingehaucht.

Fazit:

Ein eigentlich wirklich gelungener Roman, wenn nicht die Schreibweise wäre, die mich nicht ganz überzeugen konnte, weshalb ich in meiner Bewertung einen Stern abziehe. Ansonsten hat für mich alles gepasst. Angefangen von der Erzählperspektive, hin zu den Charakteren und den Settings, die vielfältig und reizend dargestellt werden. Es wird definitiv ein guter Einblick in Marlene Dietrichs Leben gegeben und ich denke, dem Autor ist es gut gelungen, Marlenes Charakter ziemlich identisch wiederzugeben.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

MarySophie 

Vielen Dank an Lovelybooks und den Aufbau-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

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Sonntag, 7. April 2019

Rezension: Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly

Titel: Madame Piaf und das Lied der Liebe
Autorin:Michelle Marly
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preis: 12,99 €
Erscheinungsdatum: 15.03.2019
ISBN: 978-3-7466-3481-4 


Handlung:

Paris 1944
Frankreich wurde von der deutschen Besatzung erlöst. Doch für die Chanteuse Édith Piaf beginnt jetzt erst das große Drama. Sie wird der Kollaboration angeklagt, muss darum fürchten, dass ihr die Auftritte in Paris verboten werden. Um sich abzulenken stürzt sich Édith in die Arbeit und lernt durch Zufall Yves Montand kennen, einen talentierten, jungen Sänger, dem es noch an den Feinheiten der Gesangskunst fehlt. Édith will den jungen Mann formen und gibt ihm Nachhilfe über das Leben auf der Bühne und wie er das Beste aus seiner Stimme herausholen kann. Während der gemeinsamen Arbeitszeit merken die Sänger nicht nur, dass sie beruflich miteinander harmonieren, sondern auch privat verbringen beide viel Zeit miteinander, werden bald ein Liebespaar. Édith fühlt sich von Yves inspiriert, wagt sich an ein neues Bühnenprogramm und immer wieder kommt ihr eine Melodie in den Sinn, die sie mit der Liebe zu Yves verbindet...

Meinung:

Gestaltet wurde der Roman mit einem wunderschönen Cover, welches komplett stimmig ist und bei mir sofort eine Erinnerung an die bisher erschienen Künstlerbiographien auslöst. Die Farben wurden fast nur in rot-beigen Tönen gehalten, bis auf die Dame, welche in schwarz gekleidet ist und dadurch natürlich stark auffällt.

Unterteilt wurde der Roman in drei Teile, außerdem gibt es noch einen Prolog, sowie einen Epilog. Danach folgt noch ein interessantes Nachwort der Autorin, in dem sie noch einige Einblicke in das Leben von Édith Piaf gibt, aber auch Informationen über die Entstehung und Recherche für das Werk.

Als Erzählperspektive dient ein personaler Erzähler, der stets ohne Wertung die Erlebnisse und Geschehnisse in Édiths Leben schildert. Somit kann man sich als Leser eine freue Meinung bilden, die absolut nicht beeinflusst wird. Es gibt trotz dieser Erzählperspektive einen ziemlich ausführlichen Einblick in Édiths Gedanken- und Gefühlswelt, was stark dazu beigetragen hat, die Hauptprotagonistin als lebendig wahrzunehmen und sie als sympathisch einzuschätzen.

Immer wiederkehrend gibt es in einem Kapitel einen Absatz, welcher kursiv gedruckt ist und eine Szene der Vergangenheit schildert, welche für das Verständnis des Lesers wichtig ist. In diesen Szenen werden angedeutete Gedanken oder unverständliche Sätze näher geschildert wird und Aussagen oder Überlegungen der Piaf machen dann erst Sinn.

Am Anfang vieler Kapitels wird darauf hingewiesen, in welcher Stadt die nachfolgende Handlung spielt, auch eine zeitliche Einordnung ist vorhanden. Während zwischen dem Prolog und Epilog zehn Jahre vergehen, werden in den drei Teilen des Buches jeweils die Jahre 1944 bis 1946 beschrieben. Mir hat es gut gefallen, dass die beschriebene Zeit auf nur drei Jahre beschränkt wurde, weil bei mir das Gefühl herrscht, dass die drei Jahre akribisch recherchiert wurden und die Ereignisse wirklich so hätten stattfinden können.

Als Handlungsorte dienen verschiedene Städte von Frankreich, allen voran Paris. An vielen Stellen rückt die Stadt jedoch in den Hintergrund, ich denke, dass die Autorin nicht so viel Zeit damit verbracht hat, die Stadt zu beschreiben, sondern mehr Wert auf die Charaktere gelegt hat. Dadurch erschienen die Beschreibungen der Städte oder von Häusern meist etwas blass, was mich absolut nicht gestört hat. Im Gegenteil, ich fand das sogar gut, kennt man doch gerade Paris aus zahlreichen Romanen schon.

Ganz klar im Vordergrund steht natürlich Édith, die eindeutig die Hauptprotagonistin ist und mit der man als Leser viel Zeit verbringt. Im Prolog lernt man sie erstmals kennen und erfährt da bereits vieles über ihre Herkunft und Kindheit, aber auch über ihren Lebenswandel. Und genau diese Person, die dort geschildert wird, bleibt sich immer treu, gibt ihre Prinzipien nicht auf und erscheint als liebenswürdiger, großzügiger und zielstrebiger Mensch. Es scheint nur wenig zu geben, was der 1,47 m große Chanteuse nicht gelingt.Während ich ihren Lebensstil durchweg etwas merkwürdig fand, war es wirklich interessant, sie zu begleiten und näher kennenzulernen, einen Hauch von ihrem Charme und Glamour mitzuerleben. Sie war mir sehr schnell sympathisch und habe gerne Zeit mit Madame Piaf verbracht. Édith hat ihr Herz am rechten Fleck und mir gefällt ihr Hartnäckigkeit, mit der sie viele Dinge angeht. Nur zu gerne hätte ich mal einen Auftritt von ihr persönlich miterlebt, dass muss ein wahres Highlight gewesen sein...

Anfangs hatte ich ein paar Probleme damit, die Mitarbeiter von Édith auseinanderzuhalten, was wahrscheinlich an ihren Spitznamen liegt, die mich verwirrt haben. Doch nach ein bisschen Gewöhnungszeit war auch das kein Problem mehr für mich und ich habe sie sofort wiedererkannt, was vor allem an ihren Charakteren lag. Manche waren durchgreifend, andere machten Édith ständig Avancen und manche haben die Welt nüchtern betrachtet und die Wahrheit einfach rausposaunt. Dadurch entstand eine große Vielfalt, sodass verschiedene Typen auftraten.

Fazit:

Sehr schnell hat mich die Handlung in ihren Sog gezogen und es mir schwer gemacht, den Roman aus der Hand zu legen. Jedes kleine Detail hat gepasst und ein breites Bild von Édith Piaf gezaubert, ihre Geschichte wurde eindringlich und hervorragend recherchiert beschrieben. Der Autorin Michelle Marly ist es hervorragend gelungen, der Chanteuse Leben einzuhauchen und einen besonderen Lebensabschnitt zu schildern.

Bewertung: 5 von 5 Sternen

MarySophie 

Vielen Dank an Vorablesen und den Aufbau-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 
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Dienstag, 2. April 2019

Lesemonat März 2019

Der März ist vorbei und ich bin verdammt froh darum. Er hatte einige negative und traurige Seiten für mich, ich werde noch einige Zeit brauchen um ansatzweise darüber hinwegzukommen. Über was ich nie hinwegkommen werde ist der unerwartete Tod meiner geliebten Oma, was nicht nur ein Schock war, sondern hat mein Weltbild erschüttert. Meine Oma und mein Opa waren für mich immer eine Einheit und plötzlich gab es da nur noch eine Person. Das fühlt sich nicht nur falsch an, sondern es ist falsch! Immerhin weiß ich jetzt, dass es irgendwo einen weiteren Engel geben wird, der auf mich aufpassen und mich beschützen wird. Danke für alles Oma, es war mir ein Fest, dich 21 wunderbare Jahre kennen zu dürfen!
 Das alles hat sich natürlich auch auf meinen Lesekonsum ausgewirkt, häufig war mir einfach nicht danach, ein Buch in die Hand zu nehmen. Außerdem habe ich mich in die Arbeit gestürzt, weil es mir wirklich geholfen hat, mich abzulenken und unter Leute zu kommen. So bin ich diesen Monat auf fünf gelesene Bücher gekommen, allesamt Rezensionsexemplare, für die ich mich noch einmal herzlich bedanken möchte. Immerhin bin ich weiterhin standhaft und habe dieses Jahr immer noch kein neues Buch gekauft, was mich wirklich froh macht und auch ein wenig stolz. War ich doch erst letzte Woche in einem Laden wo es eine wirklich große Kiste mit Mängelexemplaren gab.

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Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta von Màxim Huerta
(2/⭐⭐⭐⭐⭐)

Das Modehaus - Töchter der Freiheit von Julia Kröhn
(4/⭐⭐⭐⭐⭐)

Gut Greifenau - Morgenröte von Hanna Caspian
(5/⭐⭐⭐⭐⭐)

Café Engel - Eine neue Zeit von Marie Lamballe
(4/⭐⭐⭐⭐⭐)

Die Helden von Midgard von Liza Grimm
(2/⭐⭐⭐⭐⭐)

Rezensionen:

Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta 

Das Modehaus - Töchter der Freiheit 

Gut Greifenau - Morgenröte 

Café Engel - Eine neue Zeit 

Die Helden von Midgard 



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MarySophie  
 
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