Montag, 14. Dezember 2020

Rezension: Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph von Corina Bomann

Titel: Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph
 Autorin: Corina Bomann
 Verlag: Ullstein Paperback
Seitenzahl: 528 Seiten
 Preis: 14,99 €
 Erscheinungsdatum: 30.11.2020
ISBN:  978-3-86493-118-5
 
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Handlung

New York 1942 

Obwohl Sophia noch immer davon träumt, sich mit der Herstellung von Kosmetik selbstständig zu machen, nimmt sie doch erst einmal wieder eine Stelle bei Helena Rubinstein an und möchte gleichzeitig ihr Studium fortsetzen. Von diesen Aufgaben wird sie so sehr gefangen genommen, dass sie gar nicht merkt, wie sie und ihr Mann sich auseinanderleben. Als sich Darren schließlich nach einem Streit freiwillig an der Front meldet, bricht für Sophia eine Welt zusammen und sie beginnt, ihre Entscheidungen und auch ihr Arbeitspensum zu überdenken. Und auch privat möchte sie einiges ändern. Doch all die guten Hoffnungen und Träume gehen verloren, als ihr Mann in Frankreich als verschollen gilt und die Nachrichten aus Deutschland immer furchtbarer werden. Sophia stellt ihre Pläne hintenan und besinnt sich vor allem auf ihre große Liebe...

Meinung

Bei dem Cover gibt es wieder eine große Ähnlichkeit mit den anderen beiden Bänden. Eine Dame steht scheinbar auf einem Balkon, sie ist dem Leser abgewandt und man sieht nur ihren Rücken, sowie ihren Hinterkopf. Sie ist in ein leuchtend gelbes Kleid gewandt, was für mich gut zu dem Titelzusatz „Sophias Triumph“ passt. Den in diesem Sinne könnte die Farbe für einen Gewinn stehen. Im Hintergrund sieht man den Eiffelturm, wodurch man eindeutig sagen kann, dass es sich bei der Stadt im Hintergrund um Paris handelt. Deshalb ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um einen Handlungsort handelt und Sophia mit dieser Stadt, in der so vieles geschehen ist, noch nicht abgeschlossen hat. Der Himmel ist in einem grünlich-weißen Farbton gehalten. Damit verbinde ich sowohl den Zweiten Weltkrieg, vielleicht ist die Farbe dadurch an einigen Stellen etwas dunkler, die weiße Farbe dagegen verspricht Hoffnung und Frieden. Ein sehr stimmiges und schönes Cover. Es rundet die Reihe ab und ist definitiv ein Blickfang!

Dieses Jahr hatte ich ja bereits meine Meinungen zu den anderen beiden Bänden vorgestellt und ich bin diesmal richtig froh, dass die Erscheinungstermine der drei Teile recht nah beieinander liegen und ich nicht ewig auf die Fortsetzungen warten musste. Den so waren mir die Handlungen aus den ersten beiden Bänden noch sehr gut im Gedächtnis und ich konnte bereits vor dem Lesen allerhand Spekulationen anstellen, wie es mit Sophia weitergeht und ob sich ihr größter Wunsch doch noch erfüllt. Daher möchte ich dem Ullstein Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar danken, es war wirklich fantastisch, noch ein letztes Mal in die Welt von Sophia einzutauchen und zu lesen, wie die Reihe ein rundes und mitreißendes Ende erhält.

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich mich noch an allerhand Details aus den Bänden eins und zwei erinnern kann und auch aus diesem Grund hatte ich einen sehr angenehmen Start. Ich war von der ersten Seite an von der Handlung gefesselt und habe mich direkt wieder in der Geschichte orientieren können. Mir hat die Schreibweise von der ersten Seite an gefallen, die Protagonisten und das Setting waren mir direkt wieder vertraut und innerhalb von kurzer Zeit hatte ich zahlreiche Bilder vor Augen. Und das von jeglichen Situationen! Mir hat es besonders gefallen, dass es am Anfang der Geschichte nicht immer wieder kleine Anmerkungen gibt, was in den anderen beiden Bänden geschehen ist, sondern direkt die Handlung einsetzt und ein Stück weit vorausgesetzt wird, dass man über die Geschehnisse der Vorgänger bestens informiert ist. Dadurch gibt es einen direkten Stadt in die Geschichte und die Handlung setzt kurze Zeit nach dem Ende des zweiten Bandes ein, was einen fließenden Übergang ergibt und was mich direkt gefesselt hat.

Es herrscht eine im Grunde einfache und leicht lesbare Schreibweise vor, die besonders durch ihre bildhafte Sprache besticht. Egal, ob es sich um die Protagonisten, das Setting oder allgemein um Szenen handelt, ich hatte von jedem kleinen Detail ein Bild vor Augen. Und dadurch entsteht eine authentische und lebendige Erzählweise, die den Leser arg gefangen nimmt und stark dazu beiträgt, dass man unbedingt mehr von Sophia und den anderen Protagonisten erfahren will. Ich hatte bei diesem dritten Band noch mehr als bei den Vorgängern das Gefühl, dass die Geschichte eine starke Anziehung auf mich ausübt und ich die Story tatsächlich inhaliert habe. Ich habe am Ende zwei Tage gebraucht, um die 528 Seiten auszulesen, was viel über die Klasse des Romans aussagt! Allein durch die Sprache kann das Buch stark überzeugen, sie ist auf einem angenehmen Niveau gehalten und setzt sich durch den gesamten Roman fort. Ein Pageturner vom feinsten!

Auch diesmal werden wieder jegliche Kapitel aus der Sicht von Sophia beschrieben, wobei es sich um einen Erzähler handelt, der auch die Gefühle der anderen Protagonisten perfekt einfängt. Man folgt der Frau, die diesmal deutlich reifer und zielbewusster geworden ist, durch ihr Leben, erfährt ihre Ambitionen und Wünsche und ihrem Charakter ist man als Leser am verbundensten Sie steht durchweg klar im Fokus und deshalb gibt es auch immer wieder Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle, man kann mit ihr mitleiden und sie auf eine tiefe Art kennenlernen. Man erfährt von Sophias Hoffnungen, aber auch von ihren seelischen Dämonen und immer wieder überrascht die Dame mit neuen Gesichtern, die sie von sich zeigt.

Ich finde, dass die Spannung auf einem wirklich sehr guten und hohen Niveau war. Man weiß noch aus den anderen Bänden von offenen Fragen, bei denen man natürlich hofft, dass sie diesmal beantwortet werden und man eine Auflösung zu verschiedenen Sachverhalten bekommt. Außerdem überraschen die Protagonisten teilweise arg mit ihren Handlungen und Aussagen und dadurch bekommt die Geschichte öfters mal eine neue Wendung, die sich auch positiv auf die Spannung auswirkt. Ich finde zudem, dass nur wenige Ereignisse und Situationen vorhersehbar waren und man einen Fortgang einer Szene nur selten schon vorher abwägen kann. Zudem fragt man sich, wie manche Verhältnisse enden, ob sich manche Personen wieder annähern, ob andere den Krieg überleben und ob manche vielleicht nach Personen suchen und auf Rache sinnen. All das hat den Spannungsfaktor stark erhöht und dazu beigetragen, dass sich dieser finale Band stark von den anderen abhebt und letztendlich noch mehr überzeugen kann. 

Doch es gibt auch immer wieder ruhigere Kapitel, in denen nichts aufregendes passiert, man Sophia während ihres normalen Alltags begleitet und man sich zurücklehnen kann. Hier wird die Geschichte bodenständig und normal, dadurch wird ihre Figur greifbarer und man kann sich teils auch mit ihrem Charakter identifizieren. Diese Kapitel bilden einen Ruhepol und sie nehmen ein wenig das Tempo heraus, haben ihren ganz eigenen Reiz und stehen in toller Symbiose zu den spannungsreichen Szenen!

Ich finde es interessant, dass diesmal der Puderkrieg immer noch eine Rolle einnimmt, die nicht gerade klein ist, aber Sophia und ihre persönliche Entwicklung ein Stück weit wichtiger sind. Zwar führen die Damen Arden und Rubinstein noch immer ihre Sticheleien weiter und wollen die jeweils andere mit ihren Produkten übertrumpfen, aber man sieht auch, wie Sophia sich innerlich immer mehr von den beiden Personen distanziert und ihren eigenen Weg geht. Und dadurch rutscht der Puderkrieg ein wenig nach hinten und man merkt deutlich, dass Sophia sich mittlerweile nicht mehr zum Spielball macht, sondern auch eigene Interessen verfolgt. 

Und noch immer finde ich die beiden Unternehmerinnen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden sehr interessant und habe wiederholt nach ihnen im Internet gesucht. Das ist so ein Thema, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte, was ich aber unglaublich spannend finde und das einzigartig erscheint. Durch diesen Punkt, aber auch anhand des Zweiten Weltkrieges werden einige historische Details in die Handlung eingebracht und anhand von Sophia kann man erkennen, mit welchen Sorgen und Ängsten eine Frau zu kämpfen hatte, deren Mann freiwillig in den Krieg gezogen ist.

Ich finde, dass die Szenen, in denen man mit den Personen mitfühlt und die Stimmung auch auf den Leser überschwappt sind noch immer begrenzter. Wobei ich hier einen Fortschritt zu den anderen Bänden sehe. Diesmal gibt es durchaus stimmungsvolle Abschnitte, die in einem geringen Maß vorkommen, dafür aber ziemlich stark ausfallen. Gerade am Ende der Handlung finde ich, dass sich diese häufen und zu einem runden Ende beitragen. Vielleicht habe ich auch deshalb Sophia in einem anderen Licht gesehen, sie war mir noch sympathischer als in den vorherigen Bänden und ich habe das Gefühl, diesmal einen so guten Draht zu ihr gehabt zu haben, wie bisher noch nie!

Zahlreiche Szenen spielen wieder in New York, ansonsten gibt es noch einige wenige Szenen in Deutschland und das war es im Grunde auch schon. Ich finde es interessant, wie sich die Orte voneinander unterscheiden und das man die Kulturen und Mentalitäten der jeweiligen Settings so deutlich erkennen kann. Man merkt, dass die Szenen in Deutschland viel ernster und bedrohlicher, aber auch hinfälliger wirken als in den USA, wo der Krieg nicht das Stadtbild zerstört hat. Dort wirken die Handlungsorte irgendwie unschuldiger und auch farbenfroher und genau diesen Eindruck vermitteln auch viele Menschen. Am Ende haben mir die Szenen in New York einen Hauch besser gefallen, ich mag einfach die Aura der Stadt und das Leben, welches beschrieben wird. Deutschland ist eindeutig vom Krieg gezeichnet und wirkt dagegen eher wie ein Mahnmal, aber auch wie ein Zeichen des Neuanfangs.

Immer noch eindeutig im Mittelpunkt steht Sophia, genauso wie es auch schon in den anderen beiden Bänden war. Ich muss sagen, dass ich ihren Charakter stellenweise deutlich reifer finde als bisher und ich finde, dass mir die erwachsene und mitten im Leben stehende Sophia am besten gefällt. Allerdings muss ich anmerken, dass ich ihr Auftreten manchmal noch etwas zu jugendlich empfinde und es stellenweise so wirkt, als wäre sie kaum älter geworden als am Anfang. Wobei diese Szenen nur recht selten auftauchen, meist ist eine deutlich reifere Sophia zu sehen, die mich überzeugen konnte. Teilweise finde ich es immer noch schade, dass sie nur selten ihre Meinung voller Emotionen gesagt hat, aber ich denke mittlerweile, dass dies einfach ein Zug von Sophia ist und sie in solchen Momenten nicht richtig aus sich herauskann. Und während des Lesens von diesem Band habe ich erstmals richtig wahrgenommen, dass sie mit ihrer Ruhe und Gelassenheit in manchen Situationen viel mehr ausdrückt, als es bei emotionalen Ausbrüchen der Fall gewesen wäre. Ich denke, hier hat sie auch viel von Helena Rubinstein und Elizabeth Arden gelernt und sich manches abgeschaut.

Viele der anderen Protagonisten sind alte Bekannte, die man aus den ersten Teilen kennt. Es kommen nicht mal eine Handvoll neue Figuren hinzu und sie gliedern sich nahtlos in die Reihe der Personen ein. Ein jeder hat einen einzigartigen Charakter erhalten, der sich aus der Masse heraushebt. Dadurch entstehen natürlich hohe Wiederkennungsmerkmale und es war schön, auch Personen aus den ersten beiden Bänden wiederzusehen und zu erfahren, was mit ihnen geschehen ist. Und besonders das Treffen von Sophia mit zwei Personen ganz am Ende des Buches war einfach nur schön, mitreißend und vermittelt starke Botschaften!

Fazit

Ich finde wirklich, dass dieser finale Teil der „Farben der Schönheit“-Reihe der Beste ist. Es stimmt (bis auf die nicht immer perfekte Darstellung Sophias, über die ich aber hinwegsehen werde) einfach alles und ich finde, dass hier ganz viele Komponenten vereint werden, die bisher ein Thema waren. Es gibt auf viele Fragen Antworten und ich habe das Buch mit einem großen Lächeln und einem vollkommenen Gefühl weggelegt und möchte noch sagen, dass mir die ganze Reihe letztendlich unglaublich gut gefallen hat und ich sehr zufrieden damit bin, wie sich die Dinge entwickelt haben! Eine dicke und von Herzen kommende Empfehlung, eine tolle Reihe über eine besondere und starke Frau!

Bewertung: 5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 
Meine Meinungen zu den anderen Bänden der Reihe:
 
 
 
Weitere Rezensionen zu Büchern der Autorin:
 
 
 
 
 

Freitag, 11. Dezember 2020

Rezension: Willst du Blumen, kauf die welche von Ellen Berg

Titel: Willst du Blumen, kauf die welche
 Autorin: Ellen Berg
 Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 480 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 13.10.2020
ISBN: 978-3-7466-3587-3
 
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Handlung

Lena ist Buchhändlerin und glaubt an Romantik, die Liebe auf den ersten Blick und an einen Prinzen, der irgendwann den Weg zu ihr findet. Deshalb setzt sie auch keine Hoffnung ins Online-Dating und verbringt ihre Zeit auch nicht aktiv damit, einen Mann im Offline-Leben kennenzulernen. Viel lieber verbringt sie ihre Freizeit mit Liebesromanen und träumt dabei selbst von solch einer Liebe. Als jedoch der Erfolgsautor Benjamin Floros eine Lesung in ihrer Buchhandlung hält und sein Konzept für einen ultimativen Algorithmus fürs Online-Dating vorstellt, glaubt Lena nicht so recht daran und möchte dem Autor das Gegenteil beweisen. Und Benjamin ist fest überzeugt, dass er für Lena den passenden Partner finden wird. Lena lässt sich auf das Experiment ein und tatsächlich schafft es ein Mann, dass ihr Herz ins Schlingern gerät...

Meinung

Das Cover finde ich nicht so bombe. Weder kann ich mich mit den vielen Farben und noch mit den Zeichnungen der Personen, den Pflanzen oder des Pools anfreunden. Auch die Schriftart und die Anordnung des Titels finde ich merkwürdig. Für meinen Geschmack ist das Bild etwas zu hektisch und unruhig, ich empfinde es auch nicht als sonderlich ansprechend. Daher würde es mir in einer Buchhandlung zwar auffallen, mich aber nicht dazu bewegen, den Roman in die Hand zu nehmen und ihn näher zu betrachten. Leider nicht so gelungen...

Von der Autorin hatte ich bisher noch kein Buch gelesen und mir ist das Buch auch nicht in der Vorschau aufgefallen. Daher war es für mich eine große Überraschung, den Roman eines Tages in der Post zu haben und ich möchte mich beim Aufbau Verlag für die überraschende Zusendung bedanken! Da ich noch nichts von der Autorin gelesen habe, war ich natürlich sehr gespannt auf das Buch, ihre Schreibweise und wusste nicht so recht, was mich erwarten wird und wie mir die Geschichte letztendlich gefallen wird.

Was mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen überzeugen konnte war die Schreibweise. Sie war flott lesbar und hat immer wieder anhand von Fachbegriffen und gelungenen kleinen Diskussionen Anspruch erhalten und war nicht zu einfach geraten. Oft verfallen die Figuren auch ein wenig in eine Alltagssprache, was sie lebendiger hat wirken lassen und dazu beigetragen hat, dass sich die Geschichte so flüssig hat lesen lassen. Bei mir hat sie bewirkt, dass ich den Roman innerhalb von nicht ganz drei Tagen ausgelesen hatte und ich dann auch schon fertig mit dem Buch war.

Zudem hat es mir gut gefallen, dass es immer wieder amüsantere Szenen gibt, die auch mich zum schmunzeln gebracht und mich gut unterhalten haben. Der Humor kam öfters mal in Dialogen zwischen den Personen, vor allem aber bei den Beschreibungen von Lenas Dates zum Vorschein. Und er hat die Handlung eindeutig aufgelockert und mir gut gefallen.

Es gibt einige Handlungsorte, wobei sich die wichtigsten schnell benennen lassen und die Anzahl sehr übersichtlich bleibt. Zahlreiche Szenen spielen in Lenas niedlicher und einladender Buchhandlung, die wirklich traumhafte Beschreibungen erhalten hat und in der man sich als begeisterter Leser gern mal umschauen würde. Noch ansprechender und einzigartiger empfand ich allerdings die Wohnung von Tante Hilde. Diese hatte viel Charme und ich mochte die Vielfalt, die darin herrschte. Ich mochte die Umschreibungen der Wohnung sehr, sie wirkte sehr besonders und ich liebe den altmodischen Charakter, der mit ihr einhergeht.

Nie hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte sonderlich stimmungsvoll daherkommt. Nur sehr sehr selten kam mal ein Hauch dessen vor, doch nie ging der Funke auf mich rüber. Weder in fröhlichen, noch in traurigen oder wütenden Momenten habe ich die Stimmung so wahrgenommen, dass sie sich auch auf mich überträgt und ich mich dadurch den Personen oder der allgemeinen Handlung näher fühle. Im Gegenteil, immer gab es eine Distanz zwischen den Ereignissen und meiner Person und das hat halt auch dazu geführt, dass ich der Geschichte nie mit so viel Spannung und Interesse gefolgt bin, wie ich es mir erhofft hatte.

Bei den Protagonisten bin ich zwiegespalten. Einerseits werden einige Klischees bedient und daher kommen manche Personen arg stereotyp daher, andererseits gibt es unglaublich liebenswürdige Personen, die ich sympathisch und toll fand. So gibt es zwar eine bunte Mischung, die mich im Großen und Ganzen aber nicht überzeugt hat.

Fangen wir mal mit den liebenswerten Personen an. Als großer Sympathieträger gilt eindeutig Tante Hilde. Sie hat einfach eine besondere Ader, ist freundlich, offen und unterhaltsam. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und hat einfach ein tolles und einnehmendes Wesen. Dazu gibt es noch ein-zwei weitere Figuren, die ich ebenfalls recht gern mochte und die sich von den anderen Personen abheben. 
Doch leider war mir die Mehrzahl nicht so sympathisch und ich habe vieles bei den Protagonisten hinterfragt. Bei Lena war es ihr Zug, sich stark von anderen Menschen beeinflussen zu lassen und nicht einfach mal auf den Tisch zu hauen und ihre Meinung offen zu sagen. Benjamin war mir zu glatt, er hat nicht wirklich Ecken und Kanten erhalten und war mir von seinem gesamten Auftreten, seiner Art einfach nur unsympathisch. Lenas beste Freundin ist zwar ein unglaublicher Sonnenschein, ist aber auch sehr extravagant und erscheint mir, obwohl sie Grundschullehrerin ist, doch etwas dümmlich. Das sind mal die wichtigsten Personen leicht aufgefächert und gerade mit ihnen, allen voran mit Lena, verbringt man die ganzen 461 Textseiten und da hatte ich mir schon angenehmere und stärker ins Detail gehende Protagonisten gewünscht. So gibt es zwar bei einigen ganz gute Ansätze, letztendlich können aber nur sehr wenige Personen überzeugen, viele wirken nicht wirklich lebendig oder authentisch und erscheinen schon sehr konstruiert. Was halt auch Folgen auf ihre Handlungen hat, die dadurch steif und unnatürlich wirken.

Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich manchmal die Glaubwürdigkeit der Geschichte ein wenig angezweifelt habe. Ist es wirklich möglich, dass man beim Online-Dating fast nur auf stereotype Männer trifft, was zwar lustig ist, mir aber unwahrscheinlich erscheint. Ist es glaubwürdig, dass eine Grundschullehrerin ständig Buchstaben in manchen Worten verdreht? Und ich habe noch ein paar weitere solcher Fragen, die mich ein wenig gestört haben und dazu beigetragen haben, dass ich das Buch zwar fix gelesen hatte, aber immer Distanz gewahrt habe und nie so recht überzeugt wurde.

Fazit

Leider hat mich die Geschichte nicht wirklich mitgerissen. Es gibt immer wieder interessante Ansätze, die viel Potenzial haben, aber oft werden diese nicht so wirklich weitergeführt, sondern fallengelassen und sich anderen Punkten zugewandt. Das hat dazu geführt, dass ich zwar flott mit dem Lesen vorangekommen bin, jedoch auch ganz froh war, als die Geschichte ausgelesen war und ich von einigen Personen befreit war. Was schade ist, aber halt leider meinem Eindruck entspricht.

Ich habe im Internet gesehen, dass es viele begeisterte Leser gibt und ich empfehle dadurch einfach, sich verschiedene Meinungen zum Buch durchzulesen und vielleicht mal in die Leseprobe reinzuschnuppern. Ich bin von dem Roman zwiegespalten, finde ihn nicht schlecht, aber auch nicht empfehlenswert.

Bewertung: 3 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Donnerstag, 10. Dezember 2020

Lesemonat November 2020

Hallo und Willkommen zu einem neuen Lesemonat! Mittlerweile mache ich diese kleinen Rückblicke bereits seit zwei Jahren und ich finde es richtig schön, auf diese Weise zurückschauen zu können;) Das ist also schon der dritte November, den ich auf diese Weise nocheinmal Revue passieren lasse und dieser Monat ist einer der buchreichsten, den ich bisher präsentiert habe. Ich habe zehn Bücher gelesen, von denen einer ein Doppelband war und somit komme ich letztendlich auf ganze elf Geschichten, die ich verschlungen habe. Und davon hat mich lediglich eine nicht meinen Geschmack getroffen, die restlichen kann ich ausnahmslos empfehlen! 

Neun der Bücher waren Rezensionsexemplare, von denen mich eines überraschend erreicht hat, über die anderen wusste ich Bescheid. Ein Buch hatte ich dieses Jahr zum Geburtstag bekommen und jetzt endlich gelesen. Somit komme ich am Ende auf 4544 gelesene Seiten, was ungefähr 151 pro Tag bedeutet, eine sehr zufriedenstellende Zahl!


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 (4/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (1/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (4,5/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (5/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (5/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (4,5/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (4/⭐⭐⭐⭐⭐) 

Der zauberhafte Trödelladen von Manuela Inusa
 
(5/⭐⭐⭐⭐⭐) 
 
 
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MarySophie

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