Freitag, 30. September 2022

Rezension: Mitternachtsstunde - Emily und die geheime Nachtpost von Benjamin Read und Laura Trinder

Titel: Mitternachtsstunde - Emily und die geheime Nachtpost
Originaltitel: The Midnight Hour
 Autoren: Benjamin Read und Laura Trinder
 Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 320 Seiten
 Preis: 15,00 €
 Erscheinungsdatum: 31.01.2022
ISBN: 978-3-551-52117-0
 
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Handlung

Emily versteht die Welt nicht mehr. Zur Geisterstunde flattern mysteriöse Briefe ins Haus und kurze Zeit später verschwinden ihre Eltern. Kurzerhand schnappt sich Emily ihren Igel Hoggins und macht sich auf den Weg. Dabei stolpert sie in eine andere Welt, trifft auf Londons Straßen Hexen, Kobolde und Dämonen und lernt allerhand über die Mitternachtsstunde. Allerdings scheint sich vieles gegen Emily verschworen zu haben, nur der Nachtwächter-in-Ausbildung Tarquin hilft ihr bei der Suche nach ihren Eltern...

Meinung

Durch Zufall ist mir das Buch im Leseexemplar-Regal auf Arbeit ins Auge gefallen und sowohl der Titel, als auch das Cover haben mir auf Anhieb gefallen. Auch die Inhaltsangabe klang nach einer schönen Abwechslung zu meiner eigentlich bevorzugten Lektüre und daher habe ich mir den Titel kurzerhand mal mitgenommen und mich sehr darauf gefreut.

Den Großteil der Geschichte habe ich gehört, nur wenige Seiten selbst gelesen. Und eigentlich eignet sich die Erzählung echt gut fürs Hören, sie ist kurzweilig gestaltet und mir ist es super leicht gefallen, ihr zu folgen. Aber mir hat die Sprecherin nicht gefallen. Immer wieder gab es Abschnitte, die echt gut vorgelesen sind und wo mir die gewählten Stimmen sehr zusagen. Und dann folgen aber auch immer wieder Kapitel, wo ich ein bisschen abgeschalten habe. Dies ist immer dann passiert, wenn die Sprecherin eine Stimme so in die Tiefe zieht, dass es für mich unangenehm zu hören war.

Die Sprache war sehr angenehm, sie hat sich leicht verfolgen lassen und befindet sich natürlich auf einem kindgerechten Niveau. Ich mag es, als wie vielfältig sich die erschaffene Welt erweist und wie viele Gedanken hinter der Erschaffung dieser liegen. Vieles macht Sinn, ich konnte mir viele Gebäude und Figuren bildhaft vorstellen und es wurde eine sehr lebendige Geschichte aufs Papier gebracht.

Mir haben Zeitangaben ein wenig gefehlt. Ich finde, dass es nur schwer nachvollziehbar ist, wie viel Zeit seit dem Beginn der Geschichte vergangen ist und es ist für mich nicht ganz klar, über was für einen Zeitraum sich die Ereignisse ziehen. Ich denke, ein paar mehr Informationen dazu wären nett gewesen.

Sehr gefallen hat es mir, was für illustre Personen man im Verlauf der Geschichte kennenlernt. Nicht nur der Igel Hoggins hat es mir angetan, der gern noch häufiger hätte vorkommen können, sondern auch die Figuren in der anderen Welt, die Emily bereist, sind sehr herrlich gestaltet. Es gibt immer wieder was zu entdecken, eine jede Person hat ein einmaliges Wesen erhalten und dadurch entsteht natürlich eine tolle Abwechslung!

Fazit

Die Geschichte hat mir gut gefallen, sie zeichnet eine tolle Welt und hat sich für mich perfekt als Lektüre / Hörbuch für nebenbei geeignet. Die Sprache ist angenehm leicht, ohne Probleme konnte ich der Geschichte folgen und ich finde, dass das Buch eine schöne, leichtere Lektüre darstellt. Und ich kann auch verstehen, weshalb Kinder die Erzählung mögen werden!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Mittwoch, 28. September 2022

Rezension: Die Schwestern von Waldfriede - Leuchtfeuer von Corina Bomann

Titel: Die Schwestern von Waldfriede - Leuchtfeuer
 Autorin: Corina Bomann
 Verlag: Penguin
Seitenzahl: 624 Seiten
 Preis: 13,00 €
 Erscheinungsdatum: 27.06.2022
ISBN: 978-3-328-60226-2
 
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Handlung

Berlin-Zehlendorf 1933

Das Waldfriede hat sich einen Namen gemacht, es läuft wirtschaftlich sehr gut und der Klinikleiter Conrado hat es geschafft, in die Berliner Chirurgische Gesellschaft aufgenommen zu werden. Doch die Zufriedenheit soll nicht lange anhalten, die Nazis kommen an die Spitze und auch im Klinikalltag zeigt sich plötzlich, wie wichtig die Religion oder eine Parteizugehörigkeit sein kann. Sowohl das Waldfriede, als auch das Personal steht nun unter Beobachtung.Doch das kümmert die junge Kinderschwester Lilly bisher recht wenig. Nachdem sie anfänglich ihre neue Aufgabe recht zögerlich angegangen ist, geht sie nun in der Pflege ihrer kleinen schutzbedürftigen Patienten vollkommen auf. Auch die Zusammenarbeit mit dem Arzt Rudolph Kirsch wird harmonischer und Lilly fällt es schwer, ihre Gefühle für den jungen Mann zu leugnen. Doch beide verbergen wichtige Geheimnisse, die Zeiten werden bedrohlicher und sowohl Rudolph, als auch die Kinderschwester stehen vor der Entscheidung, sich zu offenbaren. Dies könnte allerdings alles verändern...

Meinung

Von Corina Bomann habe ich einige Werke gelesen, durchweg jedes ist gut und interessant geschrieben und für mich ist sie eine Autorin, bei der ich mich auf jeden neuen Titel freue. Auch Band eins der Waldfriede-Reihe hat mich überzeugt und mir schöne Lesestunden bereitet, weshalb ich unbedingt den zweiten Teil lesen wollte. Diesen habe ich vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar erhalten, ein herzliches Dankeschön dafür!

Die Ereignisse vom Auftaktband standen mir noch lebendig vor Augen, es ist nicht allzulang her, seitdem ich ihn gelesen habe und dadurch hatte ich einen leichten Start in die Geschichte. Sowohl mit der Sprache, als auch mit den Figuren, dem Setting und der Stimmung konnte ich mich schnell wieder anfreunden und von der ersten Seite an war ich wieder in der Handlung drin und habe mich problemlos darauf konzentrieren können.

Wie ich es von anderen Romanen der Autorin gewöhnt bin, liegt auch diesmal wieder eine angenehme und lebendige Sprache vor. Jegliche Szenen, aber auch Figuren und Handlungsorte werden gut umrissen, sie ergeben zusammen ein schönes Bild und lassen die ganze Geschichte sehr authentisch und vor allem realistisch wirken.

Die Sprache befindet sich auf einem guten Niveau, sie ist nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer gehalten und dadurch sehr gut lesbar. Es gibt zahlreiche Informationen zum Waldfriede, aber auch zu der historischen Situation, vor allem über die politischen Hintergründe wird man im Verlauf der Handlung sehr gut informiert. So erhält die Geschichte einen guten Rahmen, er verleiht ihr Tiefe, aber auch Ernsthaftigkeit.

Es werden wieder verschiedene Erzählperspektiven genutzt, im Lauf der Handlung erhalten sowohl solche Personen, die aus dem ersten Band bekannt sind, als auch solche, die neu hinzugekommen sind, die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge aufzuzeigen. Es entsteht eine schöne Vielfalt, Abwechslung und es ist dadurch möglich, die Protagonisten genauer zu betrachten und einzuschätzen, sie besser zu charakterisieren und ein weitreichenderes Bild von ihnen zu erhalten.

Die Figuren sind durchweg sehr angenehm gezeichnet. Sie zeigen Stärken und Schwächen, sind greifbar und offenbaren dem Leser verschiedene Seiten ihrer Person. Im Verlauf der Geschichte ist eine Entwicklung zu sehen, sie lernen durch ihre Erfahrungen und bilden sich weiter, was ich sehr mag.

In meiner Meinung zum ersten Band habe ich noch ein wenig das Waldfriede in seiner Darstellung, seiner schieren Größe bemängelt. Und obwohl es immer noch sehr groß wirkt, hat diesmal mein Kopfkino ein sehr ansprechendes Bild gezeichnet, mir ist es leicht gefallen, mit den Figuren zusammen durch die Gänge, über das Gelände zu streifen. Das Waldfriede besitzt noch immer eine Dimension, die schwer zu fassen ist, aber es ist der Autorin gelungen, mir das Gebäude, das Grundstück so darzustellen, dass in meinem Kopf ein gutes Bild entstanden ist.

Als ein bisschen schwach empfand ich diesmal, dass einige Figuren ab und an eine Reise unternehmen. Diese Kapitel waren nicht ganz so stark wie der Rest, sie hatten nicht den Charme und haben sich leider ein wenig gezogen. Ich denke, dass solche Abschnitte auch hätten übersprungen werden können und der Geschichte im Gesamten hätte nichts gefehlt...

Fazit

Tolle Fortsetzung, die sich weiterhin auf einem hohen Niveau befindet, eine schöne und interessante Geschichte beherbergt und mir im Gesamten betrachtet echt gut gefallen hat. Die Sprache bietet einen leichten Einstieg in die Handlung, die Figuren sind vielfältig und greifbar gezeichnet, das Setting ist diesmal noch anschaulicher umschrieben, sodass ich mir jeden Ort lebendig vorstellen konnte. Es liegt ein richtig guter zweiter Band vor, der nahtlos an die Qualität des ersten anknüpft und mich fein unterhalten hat. Ich freue mich auf die Fortsetzungen und bin gespannt, wie es weitergeht!

Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Freitag, 23. September 2022

Rezension: Das Goldblütenhaus - Der Ruf einer neuen Zeit von Gabriella Gross

Titel: Das Goldblütenhaus - Der Ruf einer neuen Zeit
 Autorin: Gabriella Gross
 Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 400 Seiten
 Preis: 11,99 €
 Erscheinungsdatum: 25.03.2022
ISBN: 978-3-404-18493-4
 
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Handlung

Innerhalb von kurzer Zeit hat sich das Kosmetikunternehmen Glanz einen Namen gemacht. Sie sind durch ihre einzigartige und begehrte Goldblütencreme bekannt geworden und mittlerweile führt Leonie, die Enkelin des Gründers, die Firma in dritter Generation. Schon immer haben die Frauen der Familie einen großen Anteil an dem Erfolg des Unternehmens und das verleitet Leonie zu einer fabelhaften Idee: Sie möchte für ein anstehendes Familienjubiläum eine Firmenchronik in Auftrag geben, im Fokus stehen dabei die Damen der Familie Glanz. Doch damit werden alte Erinnerungen hervorgebracht, die ihre Großmutter Hedi lieber vergessen würde. Und nicht nur das gibt Leonie zu denken, sondern auch das Auftauchen ihrer Jugendliebe...

Meinung

Das Buch ist mir schon mehrmals über den Weg gelaufen. Zuerst in der Vorschau, dann bei Instagram und der Lesejury und immer wieder ist mir das hübsche Cover und der schöne Titel aufgefallen. Als der Roman dann bei der Lesejury im Prämienshop angeboten wurde, habe ich nicht lange gezögert und mir das Buch für Punkte gesichert. Denn auch die Inhaltsangabe konnte überzeugen und daher möchte ich mich bei der Lesejury herzlich für das Prämienbuch bedanken!

Für meine Verhältnisse lag das Buch nur eine recht kurze Zeit auf dem Sub. Denn ich hatte gelesen, dass bald schon der zweite Teil der Reihe erscheint und für mich stand fest: Sollte Band eins überzeugen, will ich auch die Fortsetzungen lesen. Und deshalb habe ich den Roman frohgemut in die Hand genommen und mit dem Lesen begonnen.

Von Anfang an liegt eine schöne Sprache vor, die ein flüssiges Lesen und damit ein gutes Vorankommen ermöglicht. Für das gesamte Buch habe ich knapp drei Tage benötigt, danach war die Geschichte ausgelesen und bei mir sofort der Wunsch da, weiterlesen zu wollen. Ich finde, dass eine schöne und überraschend leichte Erzählung geschrieben wurde, die ein gutes Erzähltempo besitzt, solide Umschreibungen jeglicher Situationen bietet und durchaus ein wenig in die Tiefe geht. Diese Mischung hat mir gut gefallen, sie bietet die Grundlage für einen interessanten Auftakt der Reihe, bei der man den Wunsch verspürt, auch die weiteren Bände lesen zu wollen.

Die Ereignisse teilen sich auf zwei zeitliche Ebenen auf. Hauptsächlich spielt die Geschichte in der Gegenwart, man verfolgt Leonie auf ihrem Weg, erlebt mit ihr zusammen Höhen und Tiefen, freudige Momente und Niederschläge. Und dann gibt es noch den Erzählstrang in der Vergangenheit, wo man die Großeltern von Leonie kennenlernt und mit ihnen zusammen die Entstehung des Kosmetikunternehmens verfolgt.

Ich finde, dass sich die zwei Ebenen gut miteinander verbinden, es wurde ein schönes Gleichgewicht zwischen ihnen gefunden und ich mag es, dass die Rätsel der Vergangenheit noch nicht komplett gelüftet werden, sondern sich über den nächsten Band erstrecken. Ich denke, dadurch könnte eine schöne Verbindung zwischen den Büchern entstehen und natürlich ist dies ein geschickt eingesetztes Mittel, um die Spannung aufrecht zu erhalten und den Leser ganz leicht dazu zu bewegen, auch die Fortsetzungen lesen zu wollen.

Einziger Kritikpunkt meinerseits: Für meinen Geschmack war die Handlung teils etwas zu romantisch, manche Situationen zu leicht gelöst. Damit war ich nicht immer ganz zufrieden, ein wenig mehr Ernsthaftigkeit hätte mir gut gefallen, dass würde auch für noch mehr Lebendigkeit und vor allem Authentizität führen.

Fazit

Insgesamt ist es ein echt gutes Buch. Ich habe es an einem Wochenende durchgesuchtet und hatte unterhaltsame und schöne Lesestunden damit. Es liegt eine interessante und abwechslungsreiche Handlung vor, die durch ihre zwei Erzählebenen, die lebendigen Figuren und die schöne Sprache überzeugen kann. Es wird ein toller Start einer neuen Saga geboten, auf deren Fortsetzungen ich mich sehr freue!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Dienstag, 20. September 2022

Rezension: Das Glück kommt in Wellen von Gabriella Engelmann

Titel: Das Glück kommt in Wellen
 Autorin: Gabriella Engelmann
 Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 272 Seiten
 Preis: 10,99 €
 Erscheinungsdatum: 02.05.2022
ISBN: 978-3-426-52622-4
 
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Handlung

In Lütteby stehen wichtige Entscheidungen an: Was passiert mit der alten Spukvilla am Waldrand?

Wird Sinje das Gebäude wirklich zum Pastorat umbauen können oder schnappt es sich der Grotersumer Bürgermeister Falk van Hove, der daraus ein luxuriöses Golfhotel machen will? Und wird Sinje ihren Verlobten heiraten, mit ihm eine Familie gründen? Oder hört sie auf ihr Herz und wartet damit noch, bis sie sich sicher ist?Und auch die Beziehung von Lina und Jonas gestaltet sich als schwierig. Es gibt immer noch allerhand Hinweise, die zeigen, dass Jonas mit Falk van Hove unter einer Decke steckt. Kann Lina dem Mann, der ihr Herz höher schlagen lässt und der sie glücklich macht, wirklich vertrauen?Noch dazu beschäftigt Lina die Sache mit ihrer Mutter. Warum hat diese sie als Säugling bei Oma Henrikje gelassen und sich scheinbar nie wieder gemeldet?

Meinung

Ich mag die Romane von Gabriella Engelmann einfach. Sie versprühen eine schöne Stimmung, malen traumhafte Bilder jeglicher Handlungsorte, sie beherbergen Wohlfühlgeschichten und sind einfach nur gut. Auch Band eins der Lütteby-Saga hat mich überzeugt, ich mag die Personen, die Gegenden und wie schön locker sich die Handlung hat verfolgen lassen. Daher stand für mich schnell fest, dass ich auch die Fortsetzungen lesen möchte, Band zwei habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten, wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte!

Mir fiel es sehr leicht, wieder in die Handlung zu finden. Das liegt auch daran, dass die drei Bücher der Saga innerhalb von kurzer Zeit erscheinen und mir die Handlung aus Teil eins noch sehr präsent im Gedächtnis war. Ohne Probleme konnte ich mit dem Roman beginnen und sofort war ich wieder in der Welt von Lütteby drin. Ich habe direkt wieder sehr lebendige und vor allem farbenfrohe Bilder von dem Örtchen vor Augen gehabt, die Figuren sind vertraut und die Ereignisse gehen flüssig weiter. Es gibt einen nahtlosen Fortgang der Handlung, Band zwei geht im Grunde genau dort weiter, wo der erste Teil geendet hat, was mir richtig gut gefallen hat.

Das Buch hat für mich eine schöne und kurzweilige Lektüre dargestellt, innerhalb von zwei Tagen hatte ich die Geschichte ausgelesen und ich habe jede Sekunde davon genossen. Es war definitiv ein schönes Wiedersehen mit den Protagonisten, ich mag das Erzähltempo und wie die Handlung immer wieder mit neuen Wendungen überraschen kann. Es wurde nie langweilig, man merkt, dass die Ereignisse nie auf der Stelle tappen, es stetige Entwicklungen gibt und dadurch bleibt ein sehr lebendiger Eindruck bestehen.

Richtig gut gefallen hat mir die Sprache. Von der ersten Seite an geleitet sie den Leser äußerst angenehm durch die Handlung, sie lässt sich super locker lesen und zeichnet durchweg ansprechende Bilder von den Szenen, den Figuren und den Handlungsorten. Im Grunde schwebt man durch die Geschichte, das Buch hatte eine sehr verlockende Anziehung auf mich, was einer der Gründe war, warum ich so flott mit dem Lesen vorangekommen bin.

Auch diesmal bin ich wieder ein sehr großer Fan vom Setting. Ich liebe Lütteby in all seinen Facetten, ich hatte beim Lesen ein sehr lebendiges und farbenreiches Kopfkino und es war ein Vergnügen, mit den Figuren zusammen durch das Städtchen oder die Umgebung zu stromern. Das kommt nicht nur durch die Stimmung, die einzelne Orte verbreiten, sondern auch durch die eleganten Beschreibungen der Häuser und Straßen. Einem jeden Ort wird viel Liebe in seiner Darstellung gewidmet, was sich deutlich herauslesen lässt und einfach einen grandiosen Eindruck hinterlässt.

Im Fokus steht natürlich auch diesmal wieder Lina, die mir schon im ersten Band sehr sympathisch war und was sich weiter fortgesetzt hat. Ich finde, dass sie eine interessante Hauptperson ist, mit der man sich ein Stück weit identifizieren kann und es war sehr schön, sie wiederzusehen.

Auch die restlichen Figuren haben eine schöne Zeichnung erhalten, die sie lebendig wirken lassen. Noch immer finde ich, dass ab und an ein bisschen mehr Tiefe ganz gut gewesen wäre, ansonsten bin ich zufrieden mit den Protagonisten.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich auch dieser Teil überzeugen konnte, es liegt eine ansprechende und abwechslungsreiche Handlung vor, die Sprache ist top, die Figuren angenehm und das Setting einfach traumhaft. Die Protagonisten könnten noch ein bisschen mehr Tiefe vertragen, ansonsten bin ich echt zufrieden und glücklich mit dem Roman!

Ich habe ja so eine Vermutung, was im finalen Band noch passieren könnte und ich bin unglaublich gespannt, ob diese so eintreffen wird. Zum Glück habe ich das dritte Buch schon parat liegen, ich freue mich schon jetzt auf das Lesen.

Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Freitag, 16. September 2022

Rezension: Wie man sich einen Lord angelt von Sophie Irwin

Titel: Wie man sich einen Lord angelt
Originaltitel: A Ladys' Guide to Fortune-Hunting
 Autorin: Sophie Irwin
 Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 352 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 01.06.2022
ISBN: 978-3-426-52918-8
 
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Handlung

London 1818

Kitty muss sich etwas einfallen lassen. Sie ist zwar jung, hübsch und nicht auf den Mund gefallen, aber leider auch sehr arm. Deshalb hat ihr Verlobter sie auch sitzengelassen, Kitty ist keine standesgemäße Partie. Um das Anwesen der Familie zu erhalten, aber auch um die Spielschulden des verstorbenen Vaters zu begleichen, bleibt Kitty nur noch eine Möglichkeit: Sie muss nach London, um die Bälle der Lords und Ladys zu besuchen, um dort eine guten guten und vor allem reichen Mann zu finden. Schnell findet sie einen wohlhabenden Junggesellen aus bester Familie, der ihrem Charme erliegt und eine Hochzeit scheint greifbar. Wäre da nicht dessen älterer und sehr interessanter Bruder, Lord Radcliffe, der die wahren Absichten von Kitty erkennt und alles unternimmt, um die Hochzeit zu verhindern...

Meinung

Mir ist das Buch bereits in der Verlagsvorschau aufgefallen, die Inhaltsangabe klingt gut, es scheint im Stil von Bridgerton zu sein, was ich als Serie sehr mag. Daher stand der Roman weit oben auf meiner Wunschliste, eigentlich hatte ich es bereits als Leseexemplar aus dem Buchladen mit daheim, als schließlich eine Überraschungsbox mit dem Buch, sowie einigen Goodies vom Droemer Knaur Verlag angekommen ist. Herzlichen Dank dafür, ich habe mir riesig darüber gefreut!

Den Roman habe ich sowohl gelesen, als auch gehört und beides hat mir gefallen. Ich bin flüssig mit der Handlung vorangekommen, konnte mir zahlreiche Szenen vorstellen und ich mag den Erzählfluss. Die Handlung tappt nie auf der Stelle, es geht stetig weiter, sowohl mit den Ereignissen, als auch mit der Entwicklung der Figuren. Hat mir sehr gefallen, auch deswegen bin ich so gut mit der Lektüre vorangekommen und ich mag es, wie die Geschichte dadurch einen soliden Rahmen erhält.

Die Sprache hat mir direkt supergut gefallen, was sich schließlich über den gesamten Roman erstreckt hat. Eine einfache, aber lebendige Sprache wurde genutzt, die die Handlung gut umreißt, Einblicke in die Gedanken und Gefühle gibt, schöne Bilder von den Figuren, aber auch von der Gesellschaft zeichnet. Durchweg bin ich flott mit Lesen vorangekommen und konnte mir die beschriebenen Handlungsorte und Personen gut vorstellen.

Besonders hat es mir gefallen, als wie niveauvoll sich die Geschichte erweist. Zwischen den Figuren findet eine Annäherung auf geistiger Ebene statt, der sexuelle Aspekt wird komplett hintenangestellt, dadurch wirkt die Handlung nur sehr selten kitschig, sondern durchweg amüsant und locker.

Klar, ist irgendwie schon hervorsehbar, welches Ende vorliegen wird und wer mit wem eine Beziehung eingeht. Aber der Weg dorthin wird echt unterhaltsam, abwechslungsreich und mit einem Augenzwinkern beschrieben. Ich mag es, wie modern die Geschichte wirkt und wie originell sie daherkommt.

Auf historischer Ebene spielen natürlich vor allem die Kostüme, als auch die gesellschaftliche Darstellung die größte Rolle. Hier kann man ganz gut schauen, welche Normen galten, wie die Mode war und was das Ansehen einer Familie bestimmt hat. Das hat der Handlung eine gute Atmosphäre gegeben, die absolut passend war und mir gefallen hat.

Die Figuren sind im Grunde ziemlich abwechslungsreich dargestellt, man lernt die verschiedensten Persönlichkeiten kennen. Durch den Perspektivenwechsel, der genutzt wurde, erhält man in verschiedene Gedankenwelten einen Einblick und ich finde, dass die Gesellschaft auch dadurch so interessant und unterhaltsam wirkt.

Einzig Kitty war mir manchmal etwas zu durchtrieben und forsch dargestellt, für die Erfüllung ihres Ziels, einen Ehemann mit gutem Einkommen zu finden, wäre sie definitiv auch über Leichen gegangen, was zwar zu ihrer Situation gepasst hätte, aber nicht den besten Eindruck hinterlässt. Ich finde es zwar löblich, wie sie versucht, ihrer Familie so die Wohnsituation und das Familienanwesen zu bewahren, aber ein bisschen mehr Lebendigkeit, Bodenständigkeit hätte mir von ihrer Seite sehr gefallen.

Fazit

Ich hatte auf eine gute Geschichte gehofft und genau das war sie am Ende auch. Unterhaltsam, niveauvoll, mit netten kleinen Wendungen, einer tollen Mode, herrlichen Figuren und einer gelungenen Umsetzung. Fast durchweg konnte mich die Handlung überzeugen, ab und an gab es ein paar Momente, in denen ich Kitty ein bisschen zu forsch empfand, ansonsten gibt’s von meiner Seite aus nichts zu meckern. Wenn ihr Jane Austen mögt und eine Geschichte im Stil von Bridgerton sucht, kann ich euch das Buch definitiv empfehlen!

Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Mittwoch, 14. September 2022

Leseeindruck: Ein unendlich kurzer Sommer von Kristina Pfister

Titel: Ein unendlich kurzer Sommer
 Autorin: Kristina Pfister
 Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 368 Seiten
 Preis: 16,00 €
 Erscheinungsdatum: 25.05.2022
ISBN: 978-3-596-70620-4
 
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Handlung

Lale flüchtet. Vor sich selbst, aber auch vor anderen. Kurzerhand springt sie in einen Zug und fährt bis zur Endstation. Sie landet auf einem heruntergekommenen Campingplatz am See, hilft dem alten und mürrischen Besitzer beim Renovieren, verliert aber kein Wort über ihr Verschwinden. Sie leben in Ruhe und Eintracht miteinander, bis Christophe auftaucht. Er hat vor kurzem seine Mutter verloren und ist auf der Suche nach seinen Wurzeln. Und der Lale viel zu gut zu verstehen scheint...

Meinung

Bei diesem Buch war ich auf Anhieb in das Cover verliebt. Es hat mich angestrahlt, ich liebe die Szenerie und genau deswegen musste ich es in die Hand nehmen und mir die Inhaltsangabe durchlesen. Diese klang gut, wir hatten in der Buchhandlung ein Leseexemplar, ich habe es mir mitgenommen und war sehr gespannt auf die Geschichte.

Meine derzeitigen Lektüren sind nicht auf Bookbeat vorhanden, daher dachte ich mir, dass ich das Buch von Kristina Pfister nebenbei hören werde. Die erste halbe Stunde war auch nicht schlecht, sie ging ganz gut los, hat sich flüssig hören lassen und erzeugte ein schönes Bild der einzelnen Momente. Mich hat die Handlung noch nicht ganz gefangen genommen, aber sie war in Ordnung.

Insgesamt habe ich von dem Buch so knapp drei Stunden gehört, in dieser Zeit habe ich mir eine Meinung gebildet und schließlich beschlossen, den Roman abzubrechen. Er hat mich nicht gepackt, war langweilig und ich hatte einfach keine Lust mehr, der Handlung zu folgen. Ich habe mir noch die letzten zwei-drei Seiten durchgelesen, um zu erfahren, ob die Geschichte so endet, wie ich es mir vorstelle, das Ende war ziemlich vorhersehbar und damit habe ich das Buch beiseite gelegt.

Die Sprache war anfangs noch ganz angenehm, irgendwann ging sie mir auf den Zeiger. Gewollt künstlerisch und ausschweifend, sie zeichnete zwar weiterhin Bilder, diese waren aber absolut nicht ansprechend und haben dazu beigetragen, dass ich von der Geschichte gelangweilt war. Gerade der Campingplatz ist dermaßen ungemütlich und kalt gezeichnet, dass ich mich gefragt habe, wie die Figuren es dort ausgehalten haben, weshalb sie sich freiwillig dort aufhalten.

Die Protagonisten bleiben nicht wirklich im Gedächtnis, ich hatte Probleme, sie nach ein paar Tagen Pause wiederzuerkennen und in einen Zusammenhang zu bringen. Außerdem beherbergten sie zu viele Geheimnisse, wirkten nicht lebendig und waren mir sehr sympathisch.

Fazit

Grandioses Cover, gute Inhaltsangabe, aber leider liegt eine schwache Umsetzung vor. Der Beginn des Buches ist noch okay, wenn es so weitergegangen wäre, hätte ich absolut kein Problem mit dem Buch gehabt. Aber mir haben weder die Sprache, noch die Personen, die Handlungsorte oder die Stimmung gefallen, meine Lust an der Geschichte schwand mit jeder Minute und deswegen habe ich den Roman abgebrochen, was ich absolut nicht bereue.

Bewertung: 0 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Samstag, 10. September 2022

Rezension: Das Tor zur Welt - Träume von Miriam Georg

Titel: Das Tor zur Welt - Träume
 Autorin: Miriam Georg
 Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 656 Seiten
 Preis: 12,00 €
 Erscheinungsdatum: 19.07.2022
ISBN:  978-3-499-00921-1
 
 https://vorablesen.s3.eu-west-1.amazonaws.com/vorablesen/book/1415380/cover_image/display-d5f148aa849b47d9395c3b80d7ae990d.jpg

Handlung

Hamburg 1892

Ava kennt nur ein Leben voller Arbeit, von früh bis abends schuftet sie auf dem Moorhof im Alten Land. Nur die Nächte bescheren ihr etwas Abwechslung vom Alltag, sie träumt jede Nacht vom Meer und von ihrer Familie. Diese ist vor vielen Jahren nach Amerika ausgewandert und Ada hofft, sie eines Tages dort wiederzufinden.
Claire Conrad hingegen hat einen vollkommen anderen Lebensstil. Sie kommt aus gutem Hause, ist schön und willensstark. Sie weiß, was sie will, dazu gehört auch der Reedersohn Magnus Godebrink. Ungeduldig wartet die junge Frau auf einen Heiratsantrag und sieht schon lebendige Bilder vor sich, wie ihr Leben als verheiratete Frau aussehen könnte.
Derweil ist ganz Hamburg in Aufruhr. Die Cholera greift um sich, unzählige Reisende befinden sich in der Hafenmetropole, sie sind auf dem Weg in die Neue Welt, machen dafür einen Zwischenstop in der Auswandererstadt Hamburgs. Und genau dort treffen sich Ava und Claire...

Meinung

Von Miriam Georg habe ich bislang ein Buch gelesen, das der absolute Hammer war. Die Fortsetzung dessen muss ich mal noch lesen, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es ebenso gut ist. Und als ich in der Vorschau die Ankündigung zu ihrem neuen Werk gesehen habe, musste es einfach auf meine Wunschliste wandern. Die Inhaltsangabe klingt richtig gut und ich wollte es unbedingt lesen. Das Buch habe ich mir schließlich bei Vorablesen gesichert, ich habe dafür extra Punkte ausgegeben, weil ich mir die Geschichte nicht entgehen lassen wollte...

Die Handlung geht sehr stark los, direkt haben mich die Ereignisse in ihren Bann gezogen und ich mochte den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen. Sowohl die Sprache, als auch die Ereignisse wurden sehr lebendig und greifbar geschildert, auf Anhieb hatte ich äußerst farbenreiche Bilder vor Augen und ich war unheimlich gespannt darauf, wie es wohl weitergehen mag.

Mein großes Interesse an der Geschichte hat sich auch im weiteren fortgesetzt. Ich finde, dass einfach eine richtig gut geschrieben, toll recherchierte und authentische Handlung vorliegt, die von der ersten bis zur letzten Seite unheimlich gut ist. Kein einziger Aspekt des Buches hat mich enttäuscht, jede Wendung, jede Figur wirkt überzeugend und ich bin absolut begeistert von dem Roman!

Die Sprache befindet sich auf einem sehr angenehmen und gut lesbaren Niveau. Ich bin sehr flüssig mit dem Lesen vorangekommen, auch jene Teile des Buches, die ich gehört habe, zeigten sich als einprägsam und lebendig. Sowohl Landschaften und Häuser haben auf Anhieb Bilder entstehen lassen, die Gedanken und Gefühle der Figuren wirken greifbar, nachvollziehbar und vor allem natürlich. Sie haben in einer sehr angenehmen Weise Emotionen gezeigt, ihre Handlungen wirkten in keinster Weise unpassend, dramatisch oder zu übertrieben. Ich habe ihnen jede Aussage abgenommen und finde, dass die Protagonisten dem Leser auf Augenhöhe begegnen, was mir sehr gut gefallen hat!

Anhand zahlreicher Aussagen, Details oder Hintergrundinformationen zeigt sich eine erstklassige Recherchearbeit. Bereits nach wenigen Seiten konnte ich mich gut in die Geschichte einfühlen und die Handlungszeit wurde mit jeder Zeile lebendiger für mich. Es war verständlich dargestellt, weshalb die Figuren diese Entscheidungen treffen, mit welchen Sorgen sie gelebt haben und wie ihr Lebensstandard aussah. Das mochte ich richtig gern, man erhält Einblicke in verschiedene gesellschaftliche Schichten und Lebensweisen. Dadurch wird vieles sehr lebendig und nachvollziehbar und ich mag es, wie sich Personen aus der reichen und armen Schicht begegnen und ein Gespür füreinander bekommen.

Durchweg wird bei den Figuren eine große Vielfalt gezeigt. Nicht nur an Personen aus unterschiedlichen Ständen, sondern auch charakterlich lernt man im Verlauf der Geschichte verschiedenste Persönlichkeiten kennen. Es wird nie langweilig mit ihnen, sie haben es immer wieder geschafft, mich zu überraschen und ich mag es, wie natürlich die Figuren auftreten. Das führt dazu, dass ich jede Person als sehr lebendig und realistisch wahrgenommen habe und

Bei den Protagonisten ist durchweg eine gute Entwicklung zu sehen. Gerade Claire geht aus der Geschichte als ein vollkommen anderer Mensch, sie hat Verständnis für Menschen, die anders leben als sie, bekommen und einfach eine tolle Wandlung vollzogen.

Fazit

Ich bin komplett begeistert, jede einzelne Seite des Buches war überzeugend und es liegt einfach eine absolut empfehlenswerte Geschichte vor. Lebendige Charaktere, vermischt mit einer tollen Sprache, einer guten Beimischung von Emotionen, schönen Handlungsorten und genau dem richtigen Maß an Spannung kann halt einfach nur einen tollen Roman ergeben und ich freue mich unheimlich auf die Fortsetzung. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, dieses Buch müsst ihr Lesen!

Bewertung: 5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an Vorablesen und den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Dienstag, 6. September 2022

Rezension: Die Senfblütensaga - Hoffnung im Herzen von Clara Langenbach

Titel: Die Senfblütensaga - Hoffnung im Herzen
 Autorin: Clara Langenbach
 Verlag: Fischer Taschenbuch
Seitenzahl: 480 Seiten
 Preis: 11,99 €
 Erscheinungsdatum: 29.06.2022
ISBN: 978-3-596-70085-1
 
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Handlung

Düsseldorf 1920

Die Flucht aus Metz hat bei der gesamten Familie Seidel ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur müssen sie sich eine vollkommen neue Existenz aufbauen, sondern sind noch dazu als Flüchtlinge nicht sonderlich beliebt. Emma bleibt nur eine Wahl, um der Familie eine neue Basis zu geben: Sie muss auf die Gnade ihrer Eltern hoffen. Und zwar nehmen diese sie auf, doch ihre Mutter sieht darin auch die Chance, sich an den Seidels zu rächen. In dieser Zeit sind Carls Pläne für Senfmaschinen ihr größter Besitz. Nur zu gern würde sie eine neue Fabrik aufbauen, aber wie? Zumal sich die Gesellschaft gegen sie verschworen hat...

Meinung

Mir hat die Senfblütensaga bisher echt gut gefallen, was auch der Grund war, weshalb ich mir das Finale nicht entgehen lassen wollte. Immer wieder gab es in den Geschichten Überraschungen und ich bin von den Figuren begeistert, die abwechslungsreich und durchdacht auftreten und sehr gelungen gezeichnet sind. Ich habe mich auf ein Wiedersehen mit ihnen gefreut und war gespannt darauf, wie die Reihe wohl ihr Ende finden wird. Ein herzliches Dankeschön an den Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar, es war mir eine Freude, das Buch zu lesen!

Die ersten Seiten habe ich sehr aufmerksam gelesen, um mich wieder in die Geschichte hineinzufühlen und um ihr folgen zu können. Nicht mehr jedes Ereignis aus Band eins und zwei war mir präsent und erst mit zunehmender Handlung konnte ich die bisherigen Geschehnisse wieder rekonstruieren. Nach ungefähr 75 Seiten waren dann alle anfänglichen Fragen geklärt und ich habe mich leicht auf die Geschichte konzentrieren können, es hat mir keine Probleme mehr bereitet, ihr zu folgen und schließlich haben mich die Ereignisse wieder in ihren Bann gezogen und ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Schnell hat sich gezeigt, dass die Sprache gewohnt angenehm und gut zu lesen ist. Ich bin flott damit vorangekommen, finde, dass die Geschehnisse lebendig dargestellt sind und besonders von den Figuren, ihren Entwicklungen und ihrer Reife, die sie im Verlauf der Saga erhalten haben, bin ich sehr begeistert. Dazu werden jegliche Situationen bildhaft dargestellt, die Handlungsorte konnte ich mir durchweg gut vorstellen und ich mag die Mischung aus fiktiver Handlung und einigen historischen Ereignissen und gesellschaftlichen Meinungen, die immer wieder eingestreut wurden.

Wir schon in den vorherigen Teilen gibt es auch diesmal wieder mehrere Erzählperspektiven, die einen breiten Blick auf die Handlung bieten. Sowohl Emma, als auch Carl und Antoine kommen zu Wort und zeigen dem Leser auf, was sie beschäftigt und wie sie sich entwickeln. Ich mag es sehr, was für schöne Einblicke es in ihre Gedanken und Gefühle gibt, das wirkt sich positiv auf die gesamte Geschichte aus und gibt unterschiedliche Blickwinkel auf die Ereignisse.

Besonders Antoine fand ich als Figur sehr faszinierend. Bei ihm ist meiner Meinung nach die größte Entwicklung zu sehen, er ist eine unheimlich spannende Person und ich mag es, zu was für einem Menschen er geworden ist.

Besonders hervorheben möchte ich die Spannung im Buch. Ich bin echt begeistert davon, wie geschickt dieses Stilmittel eingesetzt wurde und wie häufig beim Lesen Wendungen eingetroffen sind, mit denen ich absolut nicht gerechnet hätte. Das ist absolut top, zeichnet für mich die Geschichte aus und es hat einfach Spaß gemacht, die Handlung zu verfolgen und zu sehen, wie sich alles entwickelt.

An sich sind die Figuren abwechslungsreich, natürlich und greifbar dargestellt. Besonders Antoine und Louise sind absolut gelungen und haben mir durchweg gefallen. Ihre Entwicklungen sind interessant, man merkt, wie sie immer wieder ihr Denken anpassen und sich immer weiter verändern, es gibt bei Ihnen keinen Stillstand. Das mochte ich sehr und Kapitel, in denen sie aufgetaucht sind, zählten zu meinen Lieblingsabschnitten.

Mit Emma und Carl hingegen habe ich immer ein bisschen gehadert. Ich finde, dass sie nicht ganz so stark und durchdacht auftreten wie Louise und Antoine, ihnen fehlt es, offen über ihre Gefühle, Wünsche und Entwicklungen zu reden und sie wirkten nicht so lebendig auf mich, wie ich es mir erhofft hatte. Und da sie doch ein bisschen mehr im Fokus stehen als die anderen Personen, finde ich, dass die Darstellung von Carl und Emma nicht ganz so gelungen ist, wie bei einigen anderen Figuren...

Fazit

Band drei ist ausgelesen und bis auf die nicht ganz so runde Zeichnung von Emma und Carl bin ich wieder begeistert. Schöne Handlungsorte, eine tolle Sprache, viele Wendungen und Überraschungen, die nicht vorhersehbar waren und die Spannung stets weit oben gehalten haben. Dazu echt coole Charaktere, die sich schön entwickelt haben, reifer geworden sind und die ich super gern kennenlernen würde!

Die Senfblütensaga hat ein schönes Ende gefunden, ich finde die Reihe echt toll und bin schon ein wenig traurig, dass es nun vorbei ist. Gleichzeitig mag ich es sehr, wie alle drei Bände ein echt gutes Niveau haben und immer wieder überzeugen konnten. Von mir gibt’s ne Empfehlung!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 
 

Samstag, 3. September 2022

Rezension: Die hundert Jahre von Lenni und Margot von Marianne Cronin

Titel: Die hundert Jahre von Lenni und Margot
Originaltitel: The Hundred Years of Lenni and Margot ( Aus dem Englischen von Charlotte Breuer, Norbert Möllemann )
 Autorin: Marianne Cronin
 Verlag: C.Bertelsmann
Seitenzahl: 400 Seiten
 Preis: 20,00 €
 Erscheinungsdatum: 18.04.2022
ISBN: 978-3-570-10462-0
 
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Handlung

Lenni und Margot. Beide sind in ihrem letzten Lebenskapitel angekommen. Margot mit 83 Jahren, Lenni leidet mit 17 Jahren an einer unheilbaren Krankheit, die ihr nicht mehr viel Zeit lässt. Sie lernen sich in einem Malkurs im Krankenhaus treffen und werden Freunde. Freunde, die sich einander Geschichten aus ihrem bisherigen Leben erzählen und Fragen erörtern. Bei Margot meist welche aus der Vergangenheit, Lenni hadert mit ihrem Schicksal und hat viel zu viele Fragen für die kurze Zeit, die sie noch leben wird. Zusammen beschließen sie, 100 Bilder zu malen. Warum 100? Zusammen ergibt ihr Alter einhundert Jahre. Sie blicken auf kostbare Momente voller Leben, Liebe, Schmerz, Trauer und Hoffnung zurück...

Meinung

Auf den Roman war ich unheimlich gespannt. Ich habe vorab sehr viel positives gehört und finde, dass die Inhaltsangabe echt gut klingt. Ein bisschen habe ich eine Geschichte im Stil von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ erwartet, ich hatte Hoffnungen, dass die Handlung sehr emotional und mitreißend wird. Daher habe ich mich riesig über das Rezensionsexemplar gefreut, ein großes Dankeschön geht an das Bloggerportal!

Ich bin hoffnungsfroh in den Handlung gestartet und war komplett offen für die Geschichte. Auf den ersten Seiten musste ich mich an die Situation und die Sprache gewöhnen, vor allem das recht kratzbürstige und zu aufmüpfige Wesen von Lenni hat es mir nicht ganz leicht gemacht. Sie war mir zu negativ eingestellt, hat ihren Mitmenschen gegenüber zu ruppig agiert und sie war mir zu passiv. Ich dachte aber, dass sich das im weiteren Verlauf des Buches noch geben wird und war gespannt auf eine mögliche Entwicklung ihrer Figur.

Die Sprache ist okay. Ich bin kein großer Fan davon, finde, dass sie mit betont gehaltvollen Fragen zu bestechen versucht. Gerade die Frage nach Gott wird öfter aufgeworfen, vielleicht soll genau das einen tiefgründigen Hintergrund verschaffen, es wirkt aber nicht ganz passend und oft drehen sich solche Gespräche im Kreis. Es war zu betont philosophisch und weise, was schon wieder nicht mehr natürlich wirkte.

Ich finde, dass immer wieder ungesagtes zwischen den Zeilen deutlich wird, was ganz cool sein kann, mir zu häufig vorkommt. Wieso nicht einfach alles aussprechen, so wie es ist und damit einen Standpunkt, eine Haltung verdeutlichen?

Die Idee des Buches mit Lenni und Margot, zwei Personen, die sich zufällig kennenlernen, die viele Jahre voneinander trennt und die sich gegenseitig öffnen, mag ich richtig gern. Und ich finde, dass diese Idee ansatzweise auch ganz gut umgesetzt wurde. So gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, vor allem in die von Margot. Man lernt die beiden Damen in unterschiedlichen Stadien ihres Lebens kennen und kann ein Stück weit nachvollziehen, weshalb sie charakterlich so geworden sind.

An Emotionalität hat es mir fast durchweg gefehlt. Nur am Ende war ich ein bisschen berührt, hatte auch ein paar Tränen in den Augen. Ansonsten wirkt die Handlung sehr nüchtern und distanziert, nicht sonderlich packend und mitreißend. In diesem Punkt hatte ich mir deutlich mehr erwartet und ich finde, dass die Inhaltsangabe auch auf eine deutlich emotionalere Geschichte hindeutet.

Die Figuren sind durchweg ziemlich zurückhaltend gezeichnet, zu keinem konnte ich eine Bindung aufbauen, sie waren mir nicht greifbar genug und ein bisschen suspekt. So war Lenni fast durchweg sehr eigen und kratzbürstig, nur gegenüber Margot zeigte sie eine freundliche Seite, ansonsten tritt sie als eine aufmüpfige Göre auf, die mir ziemlich auf den Wecker ging. Margot war mir da schon lieber, sie hat durch Rückblicke in die Vergangenheit verschiedene Facetten gezeigt und war mit sich und ihrem Leben im Reinen. Das fand ich gut, sie hat einen Gegenpol zu Lenni gebildet und die dreiundachtzig-jährige Margot war mir von den ganzen Figuren am sympathischsten.

Fazit

Meine Erwartungen waren hoch und ich hatte auf einen echten Hammer-Roman gehofft. Leider habe ich das Buch aus der Hand gelegt und war nicht ganz glücklich. Tolle Grundidee, ansatzweise auch echt gut umgesetzt, aber im Gesamten betrachtet nicht so ganz meins. Dafür waren mir die Figuren nicht lebendig genug, die Sprache ein bisschen zu betont cool und gedankenreich, die Emotionen nicht vorhanden. Es war eine Lektüre, die okay war, kann man mal machen, aber leider nicht so krass gut, wie ich es mir erhofft hatte...

Bewertung: 3 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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