Samstag, 30. September 2023

Rezension: Eine Lady hat die Wahl von Sophie Irwin

Titel: Eine Lady hat die Wahl
Originaltitel: A Lady's Guide to Scandal ( aus dem Englischen von Kristina Koblischke )
 Autorin: Sophie Irwin
 Verlag:
Seitenzahl: 416 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 03.07.2023
ISBN: 978-3-426-52920-1
 
 https://vorablesen.s3.eu-west-1.amazonaws.com/vorablesen/book/1415827/cover_image/display-956a0c33839eada441025f6e8141744d.jpg

Handlung

Eliza Balfour ist seit kurzem Witwe und erstmals frei. Sie kann eigene Entscheidungen treffen und ihr ist es als Haupterbin des Vermögens von Lord Somerset möglich, sich unabhängig zu bewegen. Ihrem verstorbenen Mann trauert sie nur wenig hinterher, war er doch einige Jahre älter und die Ehe von Anfang an sehr distanziert. Um ihr neues Leben auszukosten, zieht sie sich nach Bath zurück, knüpft neue Kontakte und besucht schließlich auch prunkvolle Bälle der Londoner High Society, wo ihr zahlreiche Verehrer den Hof machen. Doch ist Eliza bereit dafür, eine neue Ehe einzugehen und damit ihre Freiheit wieder aufzugeben?

Meinung

Ich habe letztes Jahr den ersten Band des Lady's Guide gelesen und war absolut begeistert. Humorvoll und lebendig geschrieben, äußerst interessante Charaktere, die Handlungszeit wird toll beschrieben. Es war einfach eine geile Geschichte, weshalb ich mich sehr auf den neuen Roman der Autorin gefreut habe. Ein ganz herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Schon auf den ersten Seiten fällt auf, dass wieder eine sehr intelligente, humorvolle und teils auch zweideutige Sprache genutzt wurde. Viele Momente sind mit einem Augenzwinkern zu verstehen, es wird ein ganz feiner Humor sichtbar, der teilweise ziemlich versteckt ist und dafür irgendwie umso stärker wirkt. Viele Szenen sind sehr lebendig untermalt, es werden viele Einblicke in die Gedanken und Gefühle gegeben und vor allem von der Gesellschaft wird ein hervorragendes Bild gezeichnet. Es macht einfach Spaß zu beobachten, was für Konventionen gelten, was die Menschen bewegt und dadurch erhält die Handlung nicht nur eine unterhaltsame Note, sondern auch die Atmosphäre und die Authentizität profitieren davon. Durchweg wird ein gutes Erzähltempo geboten, die Geschichte tappt nie auf der Stelle, sie bewegt sich stetig weiter und dabei sind auch Entwicklungen vonseiten der Protagonisten zu sehen.

Ich mag es, wie abwechslungsreich die Protagonisten sind. Es treffen die verschiedensten Typen aufeinander, man lernt viele Persönlichkeiten kennen, die einfach einmalig und sehr greifbar auftreten. Sie sind niveauvoll und durchdacht dargestellt, nicht auf den Mund gefallen und handeln meist sehr natürlich. Zudem gefällt es mir, dass sie sich vorrangig auf geistiger Ebene begegnen, die körperlichen Aspekte zwar zum Ausdruck gebracht werden, aber hintenan gestellt werden.

Ich weiß auch nicht ganz genau, weshalb ich so empfinde. Mir fällt kein konkreter Aspekt ein, der den Ausschlag dafür gibt. Aber mich konnte die Geschichte einfach nicht hundertprozentig überzeugen. Irgendwas hat mir gefehlt oder war zu viel. Anfangs musste ich mich ein bisschen an die Sprache gewöhnen, aber schließlich hat sich auch das gegeben und ich bin immer flüssiger mit dem Lesen vorangekommen. Dann dachte ich mal, dass mir zu viele Protagonisten auftreten, ich konnte mir sie nicht alle so richtig merken. Aber auch das hat sich gegeben und ab und an gab es so kleine Punkte, die mich kurzzeitig mal gestört haben, aber irgendwann war der Eindruck wieder weg. Vielleicht haben all diese Aspekte doch eine Auswirkung darauf, dass ich nicht vollkommen überzeugt bin. Ich weiß es nicht genau.

Fazit

Ich war extrem gespannt auf Band zwei des Lady Guides und habe mich riesig auf das Lesen gefreut. Ich habe auf eine ebenso spannende, humorvolle, intelligent geschriebene und niveauvolle Geschichte gehofft und zu weiten Teilen war genau das auch der Fall. Ich konnte gut in die Welt von Eliza eintauchen und finde, dass die Handlungszeit mit all ihren Eigenheiten, mit der Gesellschaft und den Konventionen absolut genial eingefangen wurde. Mir hat noch irgendwas gefehlt, was ich nicht genau benennen kann, ansonsten liegt ne echt schöne Geschichte vor!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 

Donnerstag, 28. September 2023

Rezension: Der Freiheit entgegen von Theresia Graw

Titel: Der Freiheit entgegen
 Autorin: Theresia Graw
 Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 608 Seiten
 Preis: 14,99 €
 Erscheinungsdatum: 01.06.2023
ISBN: 978-3-86493-207-6
 
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Handlung

1962

Clara hat eine große Leidenschaft: Das Fotografieren. Sie will ihre Fähigkeiten ausbauen und dafür zieht es sie durchaus auch in die Welt. Sie erlebt die Unruhen in Schwabing mit, als die Bevölkerung mit der Polizei aneinandergerät, was sie nachhaltig erschüttert. Zusammen mit ihrer Freundin Sanni verlässt die junge Frau München und wagt den Sprung nach Hamburg. Ihre großen Träume, direkt als Fotografin durchzustarten, werden schon bald enttäuscht. Es ist gar nicht so leicht, sich als Frau in einer Männerdomäne zu behaupten. Doch so viel auch passiert, immer an ihrer Seite sind Sanni, die als Mannequin die Laufstege der Welt erobert, und Maria, die aus Italien kommt und sich nun den Traum von einem eigenen Café erfüllen möchte...

Meinung

Ich war extrem begeistert, als ich gehört habe, dass es einen dritten Band der Gutsherrin-Saga geben wird. Ich habe die ersten zwei Teile sehr sehr gemocht und hatte extrem viel Bock auf eine Fortsetzung und war mächtig gespannt auf das Wiedersehen mit Dora. Es war mir daher eine riesengroße Freude, das Buch als Rezensionsexemplar zu erhalten, vielen vielen Dank an den Ullstein Verlag!

Ein klein wenig traurig bin ich, dass diesmal nicht Dora im Vordergrund steht, sondern ihre Tochter Clara. Ich bin da immer ein bisschen zwiegespalten, wenn man mit einer Person vertraut geworden ist und nach zwei Teilen dann plötzlich eine andere Person im Vordergrund steht. Es ist halt irgendwie ne neue Situation, die mich immer ein bisschen unsicher macht.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hatte ich dann keine Probleme mehr damit, ich habe mich mit Clara angefreundet, ihr Charakter wurde mir schnell vertraut und immerhin tritt Dora noch ab und an auf.

Die Sprache hat mir von Seite eins an sehr gefallen. Sie ist nicht nur locker und angenehm zu lesen, sondern umzeichnet auf eine sehr ansprechende Weise jede Situation und sorgt dafür, dass die Handlung äußerst lebendig daherkommt. Es lassen sich im Verlauf der Geschichte schöne Entwicklungen bei den Protagonisten erkennen, immer wieder schimmern diverse Stimmungen durch und ich mag es einfach, was am Ende für ein Gesamtbild entsteht.

Es gibt wieder zahlreiche Bezüge zur Geschichte. Immer wieder wurden historische Details und Ereignisse eingebunden. Dies wurde sehr lebendig mit den fiktiven Personen vermischt, sodass ein lebendiger Eindruck entsteht. Es ist gut nachvollziehbar, was politisch und in der Bevölkerung geschehen ist, was die Menschen beschäftigt hat und wie sie mit den Situationen umgehen. Hat mir sehr gefallen, es wird ein authentisches Bild der Zeit gezeichnet!

Ich mag die Darstellung der Protagonisten. Es treffen frische Typen aufeinander, die auf ihre Weise überzeugen. Dabei wird eine gute Charaktervielfalt gezeigt, im Verlauf der Geschichte sind gute Entwicklungen zu sehen. Alle treten sehr realitätsnah auf und ich mag es, was dadurch für ein breites Bild von den Menschen gezeichnet wird.

Einzig fand ich es ein bisschen schade, dass Dora sich nicht immer treu geblieben ist, sondern sich leicht hat beeinflussen lassen. Ich hätte mir von ihr noch mehr charakterliche Stärke gewünscht, die dazu führt, dass sie ihren Weg geht. Ab und an habe ich damit ein wenig gehadert, sonst ist sie ne echt coole Hauptprotagonistin geworden!

Fazit

Bücher von denen ich noch heute schwärme? Definitiv Band eins und zwei der Gutsherrin-Saga. Und deswegen hat mich die Aussicht auf eine Fortsetzung auch sehr begeistert, die schließlich sehr weit oben auf meiner Wunschliste stand. Ich hatte richtig viel Lust darauf und war gespannt, wie die Geschichte wohl weitergeht. Diesmal steht Clara im Vordergrund, die Tochter von Dora. Daher ist die Ausgangssituation ein wenig anders, man folgt der jungen Frau auf ihrem Weg und die bisherigen Hauptprotagonisten spielen nur noch eine sehr kleine Rolle. Schnell hat sich gezeigt, dass Clara eine sympathische Figur ist, sie tritt lebendig auf und durchlebt eine sehr interessante Wandlung. Ich fand es sehr schade, dass sie sich so leicht hat beeinflussen lassen und sie immer wieder von ihren Wünschen abgekommen ist. Und obwohl mir der Roman an sich echt gut gefallen hat und ich sehr flüssig mit dem Lesen vorangekommen bin, ist er im Gesamten betrachtet nicht ganz so stark wie die anderen beiden Teile. Diese konnten mich noch stärker in ihren Bann ziehen und mir hat es gefallen, wie stark sie aufeinander aufgebaut haben. Nichtsdestotrotz eine sehr runde und schöne Geschichte, die auf ihre Weise überzeugen kann!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Dienstag, 26. September 2023

Rezension: KaDeWe - Haus der Wünsche von Marie Lacrosse

Titel: KaDeWe - Haus der Träume
 Autorin: Marie Lacrosse
 Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 704 Seiten
 Preis: 16,00 €
Erscheinungsdatum: 14.06.2023
ISBN: 978-3-442-20639-1
 
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Handlung

Berlin, Mitte der 20er Jahre

Die goldenen Zwanziger. Auch in Berlin öffnen sich neue Möglichkeiten. Alte Sitten langsam ihre Bedeutung, die Frauen kämpfen für ihre Rechte und es ergeben sich bisher nie dagewesene Chancen. So auch für Rieke Krause, die sich im KaDeWe zur Abteilungsleiterin hochgearbeitet hat. Zum Neid und Missfallen einiger Personen...

Währenddessen geht Judith Bergmann in ihrer Tätigkeit an der Universität vollkommen auf, auch privat sieht es recht rosig aus, sie ist mit einem der neuen Geschäftsführer des Kaufhauses liiert. Doch der Himmel verdüstert sich, das KaDeWe mit seinen jüdischen Eigentümern ist einigen Personen im Land ein Dorn im Auge

Meinung

Mir hatte Band eins der KaDeWe-Reihe richtig gut gefallen, ich fand den Ausflug in diese spannende Welt, vermischt mit zahlreichen Informationen über historische Hintergründe sehr interessant. Und daher wollte ich mir Band zwei auf keinen Fall entgehen lassen, ich war gespannt darauf, wie es wohl weitergehen mag und was die politischen Entwicklungen für das Kaufhaus, aber auch die Mitarbeiter bedeuten. Aus diesem Grund habe ich mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut, ein ganz herzliches Dankeschön an das Bloggerportal von PenguinRandomhouse!

Voller Vorfreude habe ich mit dem Lesen begonnen und ich hatte einen überraschend einfachen Start in die Geschichte. Anhand des Personenverzeichnisses, als auch durch die ruhigen ersten Seiten sind mir einige Ereignisse wieder in den Sinn gekommen. Nach und nach entstand deshalb in meinem Kopf wieder ein Bild, was alles geschehen ist und ich konnte mich nach recht kurzer Zeit auf den Roman einlassen und mich ohne Probleme darauf konzentrieren.

Ich mag die Sprache sehr. Sie lässt sich gut und flüssig lesen und bietet dabei zahlreiche Einblicke in den Alltag des Kaufhauses, als auch in die Lebensweisen der ganzen Protagonisten. Ihre Motive und Handlungen werden lebendig dargestellt, es ist immer gut nachvollziehbar, was sie denken und wieso sie so auftreten bzw. handeln. Dazu wurde ein sehr starker historischer Hintergrund eingefügt, der eindrucksvoll aufzeigt, wie sich die Zeit und Sichtweisen der Menschen verändert hat und was dies für Auswirkungen auf ganz viele Bereiche hatte.

Wie auch schon im ersten Band wurden auch diesmal wieder vielfältige Erzählperspektiven genutzt. Verschiedene Personen haben die Möglichkeit, ihre Perspektive auf die Situationen zu geben, was sich als sehr interessant gestaltet hat. Es lässt sich besser verstehen, welche Motive hinter ihren Handlungen stecken und wie sie denken und fühlen. Hat mir gut gefallen, es kommt dadurch eine schöne Vielfalt in die Geschichte.

Insgesamt erstreckt sich der Roman über einige Jahre, beim Lesen habe ich mich oft gewundert, ob der Zweite Weltkrieg noch eingebunden wird, das war lange nicht vorhersehbar. Ich finde, dass die Geschichte an einem interessanten Punkt endet, hatte ich nicht so erwartet und ich finde, dass vieles noch ein bisschen in der Schwebe ist. Irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass noch ausreichend Raum für eine Fortsetzung vorhanden wäre...

Es ist sehr spannend, wie gut sich die teils fiktiven Persönlichkeiten mit den historischen Ereignisse verbinden. Es ergibt sich ein schönes Zusammenspiel und beides ergänzt sich gut, es entsteht eine echt glaubwürdige Geschichte, die sehr lebendig wirkt.

An sich finde ich die Historie hinter dem Roman echt gut. Sie ist vielfältig und wird authentisch wiedergegeben, viele Themen werden vermischt und ergeben ein rundes, lebendiges Bild der Handlungszeit. Vielleicht ist es manchmal ein bisschen zu viel des Guten, gerade der Erzählstrang um Judith hat mich diesmal weniger interessiert und an diesen Stellen sind ein paar Längen entstanden...

Ansonsten finde ich, dass die Personen eine interessante Zeichnung erhalten haben, sie besitzen mehr oder weniger sympathische Züge, überzeugen durch ihre Vielfältigkeit und teilweise auch Anpassungsfähigkeit und es war definitiv spannend, ihre Entwicklung zu verfolgen.

Fazit

Ich habe mich ja riesig auf den Roman gefreut. Und finde einerseits, dass eine echt tolle Fortsetzung vorliegt, die mir gut gefallen hat. Es gibt ne schöne Sprache, interessante Persönlichkeiten und einen echt gelungenen und umfangreichen historischen Hintergrund. Es wird einfach ein schönes Bild der Handlungszeit gemalt und ich liebe das KaDeWe als Haupthandlungsort!

Gleichzeitig hat mich das Buch nicht so überzeugt wie es bei Band eins der Reihe der Fall war. Ich wurde nicht so ganz in den Bann gezogen und mir war die Fülle an Informationen teils ein bisschen zu viel. Nichtsdestotrotz habe ich den Roman echt gern gelesen und finde, dass er stark geschrieben ist und die Reihe definitiv sehr empfehlenswert ist!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Samstag, 23. September 2023

Rezension: Die Schokoladenfabrik - Der Traum der Poetin von Rebekka Eder

Titel: Die Schokoladenfabrik - Der Traum der Poetin
Autorin: Rebekka Eder
 Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 574 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 17.05.2023
ISBN: 978-3-7466-3965-9
 
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Handlung

Köln 1881

Das Unternehmen der Familie Stollwerck floriert und auch Therese Stollwerck möchte ihren Platz in der Firma einnehmen. Sie hat ein Talent für das Verfassen von mitreißenden Geschichten und Werbesprüchen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Doch ihre Brüder gehen nicht auf die Ideen ein, vielmehr möchten sie ihre Schwester an einen Geschäftspartner verheiraten. Allerdings gibt es bereits einen Mann in ihrem Leben, den Künstler Emil Doepler, einer Hochzeit würde die Familie jedoch nicht zustimmen. Therese gibt ihren großen Traum, Hauspoetin der Schokoladenfabrik zu werden, nicht auf und reicht ihre Texte schließlich unter einem Pseusonym ein...

Meinung

Ich habe Band eins und zwei der Schokoladenfabrik-Saga verschlungen, beides sind echt tolle, interessante und gute Wälzer, die ich definitiv weiterempfehlen kann. Und aus diesem Grund wollte ich mir das große Finale natürlich nicht entgehen lassen, ich war sehr gespannt darauf zu erfahren, wie es weitergeht, welche Dame diesmal im Mittelpunkt der Handlung steht und wie sich die Geschichte der Firma Stollwerck entwickelt. Aus diesem Grund habe ich mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut, ein riesiges Dankeschön an den Aufbau Verlag!

Die ersten Seiten waren doch ein bisschen schwer. Ein Jahr liegt zwischen der Lektüre von Band zwei und drei, ich habe einige Details vergessen und die Familie Stollwerck ist auch nicht gerade klein, ich musste erst mal wieder schauen, wer zu wem gehört und wie die Personen im Zusammenhang zueinander stehen. Am Ende des Romans gibt es ein hilfreiches Personenverzeichnis, wo verwandtschaftliche Beziehungen dargestellt sind, was mir echt geholfen hat.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bin ich dann flüssiger mit dem Lesen vorangekommen, die Sprache zeigte sich wieder als gewohnt angenehm und gut zu lesen. Ich bin flüssig mit der Lektüre vorangekommen, die Szenen wurden mit leichten und eingängigen Worten lebendig gemacht. Oft werden Bilder erzeugt, Charaktere und Handlungsorte haben interessante Zeichnungen erhalten. Die Geschichte erweist sich als vielfältig, es gibt viel zu erleben, viele Handlungsstränge, die irgendwann immer zusammenfinden und eine ziemlich runde Geschichte ergeben.

Für meinen Geschmack hat sich die Geschichte irgendwann ein bisschen zu sehr von der Schokoladenfabrik, von den Stollwerck-Brüdern wegbewegt. Vielmehr stand Therese mit ihrem Wunsch zu schreiben, mit ihrem Leben im Mittelpunkt, was zwar auch interessant und schön lesbar war, aber es hat für mich nicht mehr so ganz zu Band eins und zwei der Reihe gepasst. Zudem fand ich, dass Therese mit zunehmender Handlung immer dramatischer wurde, anfangs empfand ich sie als guten Charakter, der sehr vielfältig, stark und sympathisch gezeichnet ist. Mit der Zeit hatte ich dann mit ihrer Darstellung einige Probleme, sie hat sich in eine für mich schwierige Richtung entwickelt.

Ich hatte außerdem den Eindruck, dass es schon sehr sprunghaft vorangeht. Was an sich nicht schlecht ist, so gibt es keinen Stillstand und es lässt sich eine Entwicklung über mehrere Jahre feststellen. Mich hat es gestört, dass einfach mal zwei – drei Jahre übersprungen wurden und es dazu nicht wirklich Informationen gab, was passiert ist. Wenn, dann wurde das ganz knapp in vielleicht fünf Sätzen dargestellt. Oft gibt es aber auch keine Details darüber. Das wirkte auf mich nicht ganz rund und stimmig.

Fazit

Ich hatte auf ein großes, mitreißendes Finale der Schokoladenfabrik-Saga gehofft. Ich hatte auf eine interessante Geschichte mit starker Unternehmensgeschichte gehofft, auf eine spannende Dame im Mittelpunkt und einen schönen Blick in die Vergangenheit. Vor allem in der ersten Hälfte des Buches wurden meine Erwartungen erfüllt, ich fühlte mich gut unterhalten und bin wunderbar mit dem Lesen vorangekommen. Dann verschob sich der Fokus ein wenig von der Firma hin zu Therese und ihren Erlebnissen, die nicht mehr so stark überzeugt haben. Ihr Charakter, die Zeitsprünge haben mich ein bisschen genervt und waren für mich nicht mehr so richtig rund. Starker Beginn, der leider abnimmt und für mich stellt der dritte Band leider auch den schwächsten der Reihe dar...

Bewertung: 3 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Donnerstag, 21. September 2023

Rezension: Inselsehnsucht von Gabriella Engelmann

Titel: Inselsehnsucht
 Autorin: Gabriella Engelmann
 Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 320 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 01.08.2023
ISBN: 978-3-426-52506-7
 
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Handlung

Langsam neigt der Sommer auf Sylt dem Ende zu. Die Insel zeigt sich von ihrer schönsten Seite und die Bewohner können langsam entschleunigen. Trotzdem läuft es im Leben der vier Freundinnen Bea, Lissy, Vero und Nele nicht ganz so rund. Lissy kämpft noch immer mit der dramatischen Geburt ihres Sohnes und ihr fällt es schwer, sowohl dem kleinen Nils, als auch ihrer Tochter gerecht zu werden. Nele hingegen ist vollauf mit ihren Hochzeitsvorbereitungen und der Frage, wo sie nach der Hochzeit wohnen soll, beschäftigt. Bea steckt in einer Schreibflaute und Vero möchte so einiges in ihrem Leben ändern. Und auch das Buchcafé Büchernest steht vor einer großen Veränderung, die Laufkundschaft fehlt und ein bisschen frischer Wind würde gut tun...

Meinung

Die Büchernest-Reihe hat sich für mich durchaus zu einer Wohlfühlreihe entwickelt. Es ist immer wieder schön, die Protagonisten wiederzusehen, in ihre Welten einzutauchen und zu schauen, was es bei ihnen neues gibt. Ich verfolge die Mädels mittlerweile seit Band 1 und daher hat mich die Ankündigung eines neuen Teils sehr begeistert. Ich war sehr gespannt darauf und habe mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut. Ein ganz herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag!

Es gibt einen tollen und leichten Start in die Geschichte. Mir sind auf Anhieb wieder die Ereignisse aus den vorherigen Teilen aufgefallen. Dadurch fiel es mir sehr leicht, mich auf die Handlung einzulassen und schnell zeigte sich, dass sie mich vollkommen in ihren Bann gezogen hat. Ursprünglich hatte ich den Roman als Nebenbei-Lektüre geplant, doch ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Und da ich es gleichzeitig als Hörbuch gehört habe, war es innerhalb kürzester Zeit ausgelesen und ich habe den gedanklichen Ausflug nach Sylt, zu den vier Mädels des Büchernests sehr genossen!

Die Sprache ist angenehm leicht und locker gehalten. Auf ganz natürliche, lebendige und greifbare Weise tauschen sich die Protagonisten miteinander aus und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Man kann sich gut in die einzelnen Figuren hineinversetzen und verstehen, was sie bewegt und wieso sie auf diese Weise handeln. Zudem haben die vier Erzählperspektiven dazu beigetragen, dass man die ganze Geschichte noch besser verstehen konnte, zudem kam dabei eine schöne Lebendigkeit und Vielfalt in die Handlung und ich mag es, wie dabei auch Entwicklungen zu beobachten sind.

Natürlich ist die Darstellung der Handlungsorte ein Träumchen. Sowohl die Landschaft, als auch die Gebäude wurden mit viel Liebe umrissen und haben schnell Bilder entstehen lassen, die einfach nur einladend ausfallen. Und ich finde, dass sich dieser Wohlfühlfaktor auf ganz viele Bereiche des Buches auswirkt, die Autorin hat dafür ein großes Talent. Auch wenn mir die Geschichte manchmal ein bisschen zu kitschig gehalten war, die Situationen zu einfach gelöste, war ich beim Lesen / Hören einfach glücklich und entspannt. Der Roman hat es nicht nur geschafft, mich komplett in seinen Bann zu ziehen, sondern auch eine tiefe Zufriedenheit in mir ausgelöst.

Fazit

Beim Lesen dachte ich mir so manches Mal, dass einige Situationen doch ziemlich kitschig und zu leicht gelöst sind. Und bei anderen Büchern hätte mich das unheimlich gestört. Nicht so bei dem neuen Band der Büchernest-Reihe. Aufgrund der heimeligen, gemütlichen und sehr einladenden Grundstimmung und dem Wohlfühlcharakter, den der Roman verströmt, war ich beim Lesen und Hören fast durchweg sehr zufrieden, habe mich an sehr sehr wenig gestört und es einfach genossen, die Charaktere wiederzusehen und in die Geschichte einzutauchen. Ein absolut tolles und schönes Buch, ich mags sehr!

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Montag, 18. September 2023

Rezension: Die Schwestern von Waldfriede - Wunderzeit von Corina Bomann

Titel: Die Schwestern von Waldfriede - Wunderzeit
 Autorin: Corina Bomann
 Verlag: Penguin
Seitenzahl: 592 Seiten
 Preis: 15,00 €
 Erscheinungsdatum: 12.07.2023
ISBN: 978-3-328-60235-4
 
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Handlung

Berlin-Zehlendorf 1948

Nach traumatischen Erlebnissen während der Flucht aus der Heimat hat Christina so einiges erlebt. Im Krankenhaus Waldfriede hat sie erst Unterschlupf und später eine neue Heimat gefunden. Und schließlich auch einen Plan gefasst: Sie möchte Hebamme werden. Von Schwester Hanna unterstützt beginnt die junge Frau ihre Ausbildung und lernt nicht nur allerhand über die Geburt von Kindern und die Versorgung der Mütter, sondern auch über das Waldfriede. Schnell erfüllt sie ihre Arbeit auf der Kinderstation mit Stolz und dabei kann sie zeitweise sogar ihre Vergangenheit vergessen. Doch nie ganz, immer wieder rasen Rosinenbomber über das Krankenhaus, um die Bevölkerung Westberlins zu versorgen. Als sie schließlich den Mechaniker Peter kennenlernt, sieht Christina eine Zukunft. Bis ihr dieser einen waghalsigen Plan verkündet, der nicht nur sein Leben in Gefahr bringt, sondern auch viele Ängste in Christina weckt...

Meinung

Was habe ich mich auf Band vier, der gleichzeitig auch das große Finale der Waldfriede-Reihe darstellt, gefreut! Die bisherigen Teile waren echt cool geschrieben, sie haben mir sehr gut gefallen und ich mag es, wie verschiedene Lebenswege in Verbindung mit dem Krankenhaus dargestellt werden. Es hat mich sehr gefreut, das Buch als Rezensionsexemplar zu erhalten, ganz herzlichen Dank an das Bloggerportal von PenguinRandomhouse!

Auch diesmal wieder gibt es im Grunde zwei Erzählfäden, die viele Gemeinsamkeiten besitzen und sich immer wieder kreuzen. Einmal steht dabei das Krankenhaus Waldfriede im Mittelpunkt, mitsamt Dr. Conradi und Schwester Hanna. Beide Personen, als auch das Gebäude sind aus den ersten drei Teilen sehr gut bekannt, sie haben wieder viel Platz erhalten, um sich und ihre Sicht der Dinge zu präsentieren. Sie bilden die Konstante der gesamten Reihe und es fühlte sich irgendwie vertraut an, ihnen noch ein letztes Mal zu begegnen und zu schauen, was sie noch erwarten wird.

Als zweite Perspektive wurde die von Christina genutzt. Sie ist Hebammenschülerin am Waldfriede, man kann sich sowohl mit ihrer, ihrer Ausbildung und der Zeit, zu der die Handlung spielt, vertraut machen. Sie bringt neuen Schwung in die Geschichte, zudem ist es gut möglich, das Krankenhaus noch einmal aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Ich habe schon einige Romane von Corina Bomann gelesen und auch diesmal setzt sich wieder die gewohnt gute, bildreiche und lebendige Sprache durch. Die Frau kann einfach schreiben und sie hat es auch diesmal wieder gezeigt, in dem am Ende eine spannende, unterhaltende und vor allem authentische Geschichte geschaffen wurde. Zahlreiche Situationen konnte ich mir sehr gut vorstellen und viele Handlungen und Aussagen wirkten glaubhaft und sind gut nachvollziehbar.

Bei der Stimmung ist mir vor allem wieder die dem Waldfriede ganz eigenen Dynamik aufgefallen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, als wäre die Welt eine eigene, dort herrschen ein Stück weit andere Regeln und auch Zeiten, was ich sehr mag. Und ich empfinde es als extrem stark beschrieben, wie die Tagesabläufe aussehen, mit den Protagonisten über das Gelände zu stromern und einfach ein bisschen Luft aus dieser Welt zu schnuppern.

Die Charaktere sind auf eine gelungene Art und Weise gezeichnet, sie zeigen verschiedene Facetten, entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter und wirkten häufig sehr lebendig. Ich mag die Vielzahl und auch die Begegnungen mit bereits bekannten Figuren. Einzig fand ich es ein bisschen schade, dass manchmal eine Person aus einem früheren Band erwähnt, dieser Faden aber nicht weiter verfolgt wurde. Ich hätte mir gewünscht, dass entweder näher darauf eingegangen wird, sonst hätte die Erwähnung auch nicht sein müssen.

Fazit

Das wars nun mit dem Waldfriede. Und ich muss sagen, dass mich jeder Band auf seine Weise überzeugen konnte, zusammen ergeben sie ein sehr reizvolles Quartett. Auch dieser vierte Teil hat mir gut gefallen, zwischendrin war mal kurz die Luft raus, die Spannung kam aber bald wieder und am Ende wurde ich durchaus ein wenig emotional. Lange Zeit hatte mich die Reihe begleitet und stets war das Wissen da, dass es noch einen weiteren Band und damit ein Wiedersehen mit dem Krankenhaus und den Hauptprotagonisten geben wird. Ich habe das Buch auf jeden Fall mit einem guten Gefühl beiseite gelegt und kann euch die Saga nur empfehlen!

Bewertung: 5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Sonntag, 10. September 2023

Rezension: Das Glück der Geschichtensammlerin von Sally Page

Titel: Das Glück der Geschichtensammlerin
Originaltitel: The Keeper of Stories ( aus dem Englischen von Carolin Müller )
 Autorin: Sally Page
 Verlag: DTV
Seitenzahl: 416 Seiten
 Preis: 14,00 €
 Erscheinungsdatum: 13.07.2023
ISBN: 978-3-423-21879-5
 
 https://vorablesen.s3.eu-west-1.amazonaws.com/vorablesen/book/1416232/cover_image/display-5aee042c3b249556dabae43c14889158.jpg

Handlung

Janice ist Putzfrau, Ehefrau, Mutter eines erwachsenen Sohnes und sie sammelt Geschichten. Jeden Tag hört sie neue Geschichten von den Menschen, bei denen sie putzt. Den während sie Bücherregale abstaubt oder den Kühlschrank abtaut, öffnen sich die Menschen und beginnen, zu erzählen. So auch Mrs B, eine 92-jährige Dame, die durch ein sehr eigenwilliges und starkes Auftreten auffällt und sich sehr für Janice interessiert. Sie würde gern die Geschichte von ihr hören, aber Janice ist sich sicher: Sie hat keine Geschichte, sie sammelt lediglich die von anderen Menschen. Mrs B lässt nicht locker und nach und nach findet Janice heraus, dass auch sie eine Geschichte zu erzählen hat.

Meinung

Ich habe das Buch mal bei Vorablesen gesehen und war sofort angefixt. Die Inhaltsangabe klingt sehr vielversprechend, sie ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen und hat fast schon etwas magisches an sich. Und daher war es mir eine große Freude, das Buch als Rezensionsexemplar zu erhalten, ein ganz herzliches Dankeschön an den DTV Verlag!

Ich finde, dass ein ansprechender Start in die Geschichte geboten wird. Man lernt Janice kennen, kann sich mit ihrer Person und ihrem Leben vertraut machen. Es werden erste Kunden vorgestellt und es gibt auch erste Geschichten, die sie in den letzten Jahren gesammelt hat. Es liegt eine schöne Sprache vor, die den Leser gut durch die Geschichte führt und stets genügend Informationen gewährleistet, um den Ereignissen gut zu folgen.

Aufgrund des Beginns, wo Janice mehrere Personen besucht und ein paar Geschichten von ihnen preisgibt, hatte ich die Erwartungshaltung, dass sich dies auch im Folgenden durchsetzt, näher auf die einzelnen Schicksale eingegangen wird. Das immer wieder neue Personen auftauchen, die ihre Geschichte erzählen, dabei Mrs B im Vordergrund steht. Leider hat sich die Erzählung ziemlich schnell auf Janice und Mrs B konzentriert, es gibt noch ein paar Nebencharaktere, die sich allerdings auch ziemlich schnell und ohne Probleme aus der Geschichte streichen lassen würden. Angesprochene Themen wurden nicht wirklich vertieft, es gibt immer wieder Sprünge, die nicht ganz zu der Situation gepasst haben.

Durchweg gefallen hat mir die Sprache. Die Autorin nutzt einen leichten, eingängigen und fein lesbaren Schreibstil, der zahlreiche Situationen lebendig werden lässt. Vor allem die Handlungsorte konnte ich mir sehr gut vorstellen, die Protagonisten kamen im Vergleich dazu ein bisschen blass daher. Sie haben zwar vielfältige Wesen erhalten, könnten aber noch mehr in die Tiefe gehen.

Man merkt zwar gerade an Janice eine solide Entwicklung im Verlauf der Geschichte, sie trifft einige weitreichende Entscheidungen und überdenkt ihre Situation, fasst den Mut, einiges zu ändern. Das fand ich wirklich toll, zumal diese Wandlung schrittweise und für den Leser gut vorstellbar daherkommt. Allerdings finde ich, dass sie durchaus noch interessanter vom Wesen her hätte auftreten können. Gefühlt geht sie jeden Tag für die Arbeit außer Haus und kehrt abends heim, macht den Haushalt, geht’s ins Bett und das wars. Ich hätte gern noch mehr Szenen gehabt, in denen Janice zeigt, was sie sonst noch interessiert...

Fazit

Ich bin echt flott mit dem Lesen vorangekommen und finde, dass eine gute, kurzweilige Geschichte vorliegt. Die viele Themen anspricht, die echt wichtig sind, die von Selbstfindung und Mut handelt und die extrem viel Potenzial besitzt. Das aber leider nicht vollkommen ausgeschöpft wurde. Ich finde, dass die Handlung noch mehr Tiefe verdient hätte, noch mehr Abwechslung und eine stärkere Hauptprotagonistin hätten auch nicht geschadet. Ich kann verstehen, wenn viele sehr begeistert von dem Roman sind, bei mir ist der Funke leider nicht so richtig übergesprungen...

Bewertung: 3 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den DTV Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 

Freitag, 8. September 2023

Rezension: Greta Garbo - Die einsame Göttin von Kristina Lüding

Titel: Greta Garbo - Die einsame Göttin
 Autorin: Kristina Lüding
 Verlag: Ullstein Verlag
Seitenzahl: 368 Seiten
 Preis: 14,99 €
 Erscheinungsdatum: 29.06.2023
ISBN: 978-3-548-06748-3
 
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Handlung

Mit 15 Jahren schafft es Greta, eine heißbegehrte Stelle in einem Stockholmer Kaufhaus zu ergattern. Mit viel Hingabe widmet sie sich ihrer Arbeit und liebt es, Kunden zu beraten und dabei von der schönste Mode umgeben zu sein. Doch gleichzeitig ist diese Arbeit nicht ihr großer Traum, viel lieber würde Greta eine Schauspielschule besuchen. Mit viel positivem Zureden wagt sie es schließlich und erhält einen Platz an der renommierten Schauspielakademie des Königlich Dramatischen Theaters. Und schon bald wird ein bekannter Regisseur auf die junge Frau aufmerksam und nimmt sie unter ihre Fittiche. Er sieht in ihr viel Potenzial mit ihrer einmaligen Präsenz und Ausstrahlung und legt damit den Grundstein für eine rasante Karriere.

Meinung

Ich liebe Romanbiographien und ich habe bereits einige echt gute Werke von Kristina Lüding gelesen. Zwei Gründe, weshalb ich also ihr neuestes Buch unbedingt lesen wollte, ich finde, dass eine sehr spannende Persönlichkeiten vorgestellt wird und ich war auf die Darstellung der weltberühmten Schauspielerin sehr gespannt. Aus diesem Grund habe ich mich riesig über das Rezensionsexemplar gefreut, herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ich bin von der ersten Seite an gut mit dem Lesen vorangekommen. Die Sprache ist auf einem einfacher gehaltenen Niveau, die solide Bilder zeichnet und gute Blicke auf das Leben von Greta Garbo bietet. Man lernt diese als Jugendliche kennen und begleitet sie über einige Jahre, kann dabei beobachten, was für eine Wandlung sie nicht nur äußerlich und beruflich, sondern auch charakterlich durchlebt. Es ist eine stete Entwicklung zu sehen, dabei hält sie aber an ihren Prinzipien fest und behält sich gleichzeitig auch etwas mysteriöses bei.

Mir hat es gefallen, dass man Greta Garbo von den Anfängen ihrer Karriere bis hin zur großen Schauspielikone hin begleitet. Das ist echt gut gelöst und hat mich überzeugt. Mich hat es allerdings gestört, dass sie anfangs als ziemlich unbegabt und untalentiert dargestellt wird. Mag sein, dass es tatsächlich so war, aber jedes Vorsprechen wird als kompletter Reinfall beschrieben und diese Szenen häufen sich. Es wird zu häufig angesprochen, wie desaströs ihre anfänglichen Schauspielversuche sind, was mir ein zu wiederholendes Moment waren. Da hätte es gut und gerne ein paar Kürzungen geben können, mich hat Greta in diesen Momenten ziemlich gestresst.

Insgesamt wird der Roman im Grunde in vier Teile geteilt, diese widmen sich besonderen Zeiten in Greta Garbos Leben und erstrecken sich gesamt über den Zeitraum von 1921 bis 1941. Über 20 Jahre lang begleitet man sie und kann schauen, wie sie sich entwickelt, wie sich Hollywood von Stummfilmen bis hin zum Tonfilm wandelt. Einerseits mag ich es, dass sich die Handlungszeit über ein paar Jahren erstreckt, so kann man gut schauen, wie die Entwicklung von einer recht unbeholfenen jungen Frau bis hin zu einer der größten Schauspielerinen ausschaut. Gleichzeitig bleibt die Geschichte dadurch ein bisschen oberflächlich und es ist schwierig, zu Greta Garbo eine Bindung aufzubauen, sie näher einzuschätzen und ihrer Person näherzukommen. Sie bleibt durchweg ziemlich geheimnisvoll und man merkt einfach, dass sie sich dem Leser nicht wirklich öffnet.

Fazit

Ich war extrem gespannt auf den Roman und habe ihn auch mit einigen Erwartungen begonnen. Teils wurden diese auch erfüllt, aber ich bin nicht vollkommen glücklich. Einerseits finde ich, dass auf eine spannende Weise an die große Greta Garbo herangegangen wurde, sie wird interessant und geheimnisvolle dargestellt und oft war ich von ihr sehr fasziniert. Gleichzeitig ist mir ihre Person zu oberflächlich gezeichnet und mich haben die ständigen Wiederholungen, wie unbegabt und unbeholfen sie am Anfang ihrer Karriere aufgetreten ist, sehr gestört. Ich finde, dass der Roman viel mehr Potenzial besitzt, das nicht ganz ausgeschöpft wurde...

 

Bewertung: 3 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 

Samstag, 2. September 2023

Rezension: Die verlorene Tochter von Soraya Lane

Titel: Die verlorene Tochter
Originaltitel: The Italian Daughter ( aus dem Englischen von Sigrun Zühlke )
 Autorin: Soraya Lane
 Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 384 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum: 01.06.2023
ISBN: 978-3-426-53023-8
 
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Handlung

Lily ist perplex, als sie eine kleine hölzerne Schachtel erhält, die den Namen ihrer Großmutter trägt. Schließlich ist diese schon seit einigen Jahren tot und mit dem Inhalt kann sie nur wenig anfangen: ein handgeschriebenes Backrezept auf Italienisch, sowie ein Programm des Mailänder Opernhauses aus dem Jahr 1946. Gefunden wurde die Schachtel in einem Londoner Frauenhaus und nun macht sich Lily auf den Weg, um hinter das Geheimnis zu kommen.

Das Schicksal hat sie eh schon in die Gegend um Mailand geführt, kurze Zeit vorher hat sie eine Stelle als Winzerin auf dem Weingut der Familie Martinelli angenommen. Schnell fühlt sie sich auf dem Gut heimisch und erzählt der Familie von der geheimnisvollen Schachtel mit dem Rezept und dem Opernhaus. Und erhält dabei tatkräftige Unterstützung bei der Suche.

Meinung

Mir ist der Roman eher zufällig über den Weg gelaufen und mich hat vor allem die Komponente mit dem Mailänder Opernhaus interessiert. Keine Ahnung weshalb, aber diese Aussage hat mein Interesse vollkommen gepackt und ich war einfach sehr gespannt darauf, wie dies wohl umgesetzt ist. Und da auch die restliche Inhaltsangabe echt interessant und gut klingt, habe ich mich sehr über das Rezensionsexemplar vom Droemer Knaur Verlag gefreut, ein herzliches Dankeschön dafür.

Es wird ein direkter und gut geschriebener Start in die Geschichte geboten, man lernt auf wenigen Seiten Lily kennen und ziemlich flott bewegt sich die Handlung an die Stelle, wo Lily die geheimnisvolle Schachtel erhält. Ich mag es, dass die Protagonisten gut charakterisiert sind und sie recht schnell greifbar werden.

Die Sprache ist durchweg lebendig und ziemlich einfach gehalten, wodurch ein schöner Lesefluss entsteht, ich bin sehr flott mit dem Lesen vorangekommen und konnte mir zahlreiche Momente recht gut vorstellen. Auch im Folgenden setzt sich durch, dass die Figuren auf eine realistische Weise gezeichnet werden, die Handlungsorte sind ganz zauberhaft beschrieben und man wird als Leser in den Sog der Ereignisse hineingezogen.

Das Buch spielt auf zwei zeitlichen Ebenen, wobei ich finde, dass die in der Vergangenheit einen Tick stärker und interessanter ausfällt. Ich glaube, das liegt unter anderem auch daran, dass die Handlung dort ein bisschen mehr Tiefe erhalten hat und es einfach mehr Abwechslung gibt. Das Leben wird extrem spannend beschrieben, ich mag die kleinen Einblick in die Welt des Theaters und finde, dass die Protagonisten vielfältiger gezeichnet sind, sie mehr Facetten von sich zeigen.

In der Gegenwart ist mir die Welt ein wenig zu heil, alle haben sich lieb und die Personen sind zwar lebendig und auch sympathisch beschrieben, ihnen fehlt aber das gewisse Etwas. Sie haben gefühlt keine einzige negative Charaktereigenschaft, was mir zu einfach gestaltet ist.

Ich finde, dass es der Autorin ganz hervorragend gelungen ist, die Handlungsorte einzufangen. Ich habe gefühlt jeden einzelnen geliebt, ich mag es einfach, wie sie das italienische Lebensgefühl eingefangen hat. Egal, ob die Szenen in den Städten oder auf dem Weingut der Familie Martinelli spielen, ich hatte äußerst lebendige, mitreißende und stimmungsvolle Bilder vor Augen und habe mir ein wenig gewünscht, genau jetzt dort zu stehen und alles selbst zu sehen.

Fazit

Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es beherbergt eine gute Geschichte, die den Auftakt zu einer interessanten Saga darstellt, die ich definitiv weiterverfolgen werde. Die Erzählung konnte durch ihre Vielfalt überzeugen, vor allem jene Szenen in der Vergangenheit haben mich überzeugt und durch ihre Protagonisten, Handlungsorte und die Stimmung überzeugt. Ich hätte mir noch ein wenig mehr Tiefe und eine geheimnisvollere Aura gewünscht, es hat sich doch recht schnell abgezeichnet, wie der Roman enden wird. Alles in allem bin ich glücklich mit dem Buch, es hat eine schöne Lektüre dargestellt und mir hat das Lesen viel Freude bereitet.

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.