Sonntag, 30. Oktober 2022

Rezension: Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe von Ali Hazelwood

Titel: Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
Originaltitel: The Love Hypothesis ( aus dem Englischen von Christine Strüh und Anna Julia Strüh )
 Autorin: Ali Hazelwood
 Verlag: Rütten & Loening
Seitenzahl: 443 Seiten
 Preis: 16,90 €
 Erscheinungsdatum: 14.02.2022
ISBN: 978-3-352-00971-6
 
 https://www.aufbau-verlage.de/sites/default/files/styles/s_400_460_2x/public/produkt/cover/9783352009716_cover_2d.jpg?itok=J2YqPeab

Handlung

Biologie-Doktorandin Olive glaubt an die Wissenschaft, aber nicht an die Liebe. Und wird plötzlich damit konfrontiert. Um ihrer Freundin Anh glaubhaft zu versichern, dass sie nicht mehr an deren Freund interessiert ist, muss sie eine Beziehung vortäuschen. Und schnappt sich dafür den erstbesten Mann, der ihr über den Weg läuft, den am ganzen Campus bekannten Adam Carlsen. Warum ist er bekannt? Er gilt als Labortyrann von Stanford und wird von seinen Studenten und den Doktoranten gefürchtet. Und genau mit ihm muss Olive nun eine Beziehung vortäuschen...

Meinung

Schon ganz ganz häufig wurde mir das Buch von Ali Hazelwood empfohlen, immer wieder wurde ich gefragt, ob ich es denn schon gelesen habe und das ich das unbedingt noch machen muss. Als dann im Laden ein Leseexemplar davon ankam, konnte ich nicht widerstehen, es musste einfach bei mir einziehen. Und im September war nun der Zeitpunkt gekommen, um den Roman endlich zu lesen!

Vor jedem neuen Kapitel wird eine Hypothese aufgestellt, die im ersten Moment einfach nur klug klingt und teils auch ein bisschen unterhält. Sie bezieht sich immer auf die kommenden Seiten und fasst in einer prägnanten Art und Weise die Ereignisse zusammen. Daher sehr passend und ein schönes Extra!

Von der ersten Seite an hat mir die Sprache richtig richtig gut gefallen. Sie ist lebendig, immer mit einem schönen Humor ausgestattet und sie wirkt unheimlich intelligent. Die Autorin hat stets das richtige Gespür dafür, die Szenen so natürlich, stimmungsvoll und authentisch zu beschrieben, dass ich sie mir sehr bildreich vorstellen konnte und ich häufig den Eindruck hatte, dass die einzelnen Momente genauso hätten passiert sein können. Das war einfach ganz besonders und macht für mich viel vom Charakter des Buches aus.

Obwohl schon vorab klar war, wie die Geschichte enden wird, mag ich es sehr, wie sie auf dem Weg dorthin immer wieder überraschen konnte. Vor allem durch Missverständnisse wird der Erzählung häufig eine neue Richtung gegeben, es kommt neuer Schwung in die Ereignisse und es wird nie langweilig. Dies zusammen mit dem einzigartigen Humor, den die Autorin eingefügt hat, ergibt ein schönes Lesevergnügen!

Lange Zeit war Olive zwar ein interessanter Charakter, aber keiner, den ich als sympathisch eingestuft hätte. Dafür hat mir immer ein bisschen was gefehlt, ich empfand Olive als in Ordnung, das wars aber auch schon. Nach über der Hälfte des Buches wurde mir ihre Person nicht nur vertrauter, sondern ich habe auch langsam angefangen, sie zu mögen und zu ihr eine Bindung aufzubauen. Und nach dem Beenden des Romans kann ich auch sagen, dass sie mir ein bisschen ans Herz gewachsen ist. Nicht nur mit ihrem Auftreten, sondern vor allem ihren Humor habe ich sehr zu schätzen gelernt und nun ist Olive eine Person, die ich unheimlich gern kennenlernen würde...

Genau wie Adam, mit dem ich viel schneller warm geworden bin. Er ist einfach eine coole Socke, ihn konnte ich mir auf Anhieb sehr genau vorstellen und ich mag ihn einfach. Toller Typ, der einfach nur charmant ist!

Lange lange Zeit war das Buch echt gut, ich habe es sehr gern gelesen, aber meine Erwartungen waren noch nicht ganz erfüllt. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass ich wusste, wie stark der Roman gehyped wird. Ich konnte durchaus die Klasse der Geschichte erkennen, mir hat aber noch was gefehlt, um es zu einem Highlight werden zu lassen. Und genau das ist dann im letzten Viertel des Buches geschehen. Da hat es bei mir dann richtig gefunkt, ich wollte einfach nur noch weiterlesen und ich war komplett begeistert. Von der Sprache, den Figuren, den einzelnen Szenen. Es hat schließlich einfach alles gepasst und ich bin sehr sehr glücklich, dass ich mir die Geschichte nicht entgehen lassen habe!

Fazit

Ich kann mich dem Hype des Buches definitiv anschließen. Es liegt ein toller, humorvoller, unterhaltsamer Roman mit einer tollen Sprache und schönen Charakteren vor, den ich unheimlich gern gelesen habe. Ich habe mich stets auf den Moment gefreut, wenn ich endlich weiterlesen konnte und ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Von der ersten bis zur letzten Seite eine rundum tolle Geschichte, ich kann euch den Roman definitiv empfehlen!

Bewertung: 5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Dienstag, 25. Oktober 2022

Rezension: Findelmädchen von Lilly Bernstein

Titel:Findelmädchen
 Autorin: Lilly Bernstein
 Verlag: Ullstein Taschenbuch
Seitenzahl: 592 Seiten
 Preis: 11,99 €
 Erscheinungsdatum: 28.07.2022
ISBN: 978-3-548-06568-7
 
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Handlung

Köln 1955

Für Helga und Jürgen kommt die Nachricht, dass ihr Vater noch lebt und aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, ist überraschend. Sie haben in Frankreich eine Heimat gefunden, die sie nun verlassen um sich ein neues Leben in Köln aufzubauen. Und dabei muss jeder wieder von vorn anfangen: Der Vater hat sich ein eigenes Büdchen aufgebaut, wo er Zeitungen und Naschereien verkauft, für Jürgen erfüllt sich ein Traum und er beginnt bei Ford zu arbeiten. Nur Helga ist nicht zufrieden. Sie will gern aufs Gymnasium gehen, besucht stattdessen eine Haushaltungsschule. Und während eines Praktikums muss sie im Waisenhaus miterleben, wie schlecht die Kinder dort behandelt werden. Vor allem eines der Mädchen wächst Helga ans Herz, doch wie kann sie ihr helfen?

Meinung

Von Lilly Bernstein kenne ich bereits den Roman Trümmermädchen, eine absolut gelungene und interessante Geschichte, die ich verschlungen habe und die mir ganz hervorragend gefallen hat. Aus diesem Grund wurde ich natürlich sofort aufmerksam, als ich in der Verlagsvorschau einen neuen Titel der Autorin entdeckt habe. Und da mir die Inhaltsangabe gefallen hat, wanderte das Buch direkt auf meine Wunschliste und ich habe mich schließlich sehr gefreut, es als Rezensionsexemplar vom Ullstein Verlag zu erhalten, ein herzliches Dankeschön dafür!

Mir fiel es auf Anhieb leicht, mich auf die Geschichte einzulassen. Sowohl die Sprache, als auch die Figurenzeichnung und die Darstellung der Gesamtsituation war direkt sehr rund und einladend, ich mag das Erzähltempo und bin super flüssig mit dem Lesen vorangekommen. Genau das hat sich durch die gesamte Handlung gezogen, sie ist nie auf der Stelle getappt, es gibt immer wieder neue Impulse, die eine neue Richtung bringen und dafür sorgen, dass es nie langweilig wird.

Die Sprache befindet sich auf einem gut lesbaren Niveau, sie ist nicht zu anspruchsvoll gestaltet und zeichnet schöne Bilder von den Figuren, den Handlungsorten und den Problemen der Protagonisten. Ich finde, dass die Ereignisse durchweg lebendig wirken, in meiner Vorstellung hätten sie durchaus genauso stattfinden können und das verleiht der Geschichte einen guten Rahmen.

Mich hat es überrascht, dass die Handlung teils auf zwei Zeitebenen stattfindet. Der Großteil der Geschichte spielt im Jahr 1955, es gibt ab und an ein paar Abschnitte, die in Tagebuchform verfasst sind und einen Blick zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs geben. Dadurch, aber auch durch geschickt gesetzte Andeutungen, die ein Geheimnis in der Familie vermuten lassen, kommt eine gute Portion an Spannung in die Handlung, die dazu führt, dass man immer weiterlesen will.

Mit den Handlungsorten bin ich zufrieden. Bis auf den Arbeitsplatz von Helgas Vater konnte ich mir die Orte ganz gut vorstellen, vor allem das Haus der Familie hat eine echt gelungene Darstellung erhalten. Bei dem Gebäude hat mir besonders gefallen, wie immer wieder Stimmungen eingestreut wurden, die von den Räumen ausgehen. Die Atmosphäre wird zusätzlich noch durch die An- oder Abwesenheit von einzelnen Protagonisten verstärkt, was ich sehr mag.

Ich finde, dass die Protagonisten solide Zeichnungen erhalten haben, sie treten abwechslungsreich auf, zeigen verschiedene Facetten und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter. Trotzdem bin ich nie so richtig vertraut mit ihnen geworden, ich finde, dass sie nicht so stark auftreten, wie ich es mir gewünscht hätte und sie sind leider auch nicht ganz greifbar gezeichnet. Mir war keiner so richtig sympathisch oder unsympathisch, ich finde, dass bei ihrer Darstellung noch das I-Tüpfelchen gefehlt hat.

Fazit

Grundsätzlich ist die Geschichte echt gut, sie zeigt sich von einer abwechslungsreichen Seite, ist interessant und besticht durch ihr schönes Erzähltempo. Auch die Sprache und die Handlungsorte konnten mich überzeugen, sie geben der Handlung einen schönen Rahmen und sorgen dafür, dass viele Szenen lebendig werden.

Doch so ganz wurden meine Erwartungen nicht erfüllt, ich habe mit einem absoluten Highlight gerechnet, was aber leider nicht eingetroffen ist. Das liegt vor allem an den Protagonisten, die zwar gut skizziert wurden, aber leider nicht greifbar genug waren. Hier gibt es für mich noch Verbesserungsbedarf, ansonsten kann ich das Buch definitiv weiterempfehlen.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Sonntag, 23. Oktober 2022

Rezension: Eine Weihnachtsmaus namens Miika von Matt Haig

Titel: Eine Weihnachtsmaus namens Miika
Originaltitel: A mouse called Miika ( aus dem Englischen von Sophie Zeitz )
 Autor: Matt Haig
 Verlag:
Seitenzahl: 192 Seiten
 Preis: 14,00 €
 Erscheinungsdatum: 21.09.2022
ISBN: 978-3-423-76397-4
 
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Handlung

Nicholas hat vor einiger Zeit seine Familie verloren. Auf der Reise in den hohen Norden, um nach seinem Vater zu suchen, hatte er nur einen Begleiter und Freund dabei: die kleine Maus Miika. Auch dieses zarte Wesen hat schon einiges erlebt und jetzt wird die Geschichte von Miika erzählt: wie sie von einer einfachen Maus zu einem kleinen Helden wurde. Die Geschichte handelt von einer Maus, die aus ihrem Zuhause ausbricht, um neue Freunde und vor allem den bekannten und wohlschmeckenden Käse zu finden...

Meinung

Mir ist das Buch zufällig in einem Newsletter des DTV Verlags aufgefallen. Sowohl das Cover, als auch der Titel sind vielversprechend und als mich auch die Inhaltsangabe überzeugt hat, war sofort der Wunsch da, die Geschichte zu lesen. Ich finde, dass die Grundidee sehr schön ist, ich mag es, dass ein Tier die Hauptrolle einnimmt und ich war gespannt auf die Welt, die der Autor beschreibt. Deswegen hat es mich riesig gefreut, ein Rezensionsexemplar des Buches zu erhalten, wofür ich mich ganz herzlich beim Verlag bedanken möchte!

Durch das Buch ziehen sich immer wieder kleine Illustrationen. Diese fangen schon vor dem Beginn der Geschichte an, es gibt auf zwei Seiten eine Auflistung mit passender Zeichnung der wichtigsten Figuren. Und später werden auf diese Weise Szenen verdeutlicht, die Figuren in jeglichen Situationen gezeigt und so viel Lebendigkeit in das Buch gebracht. Ich mag es sehr, in welchem Stil die Illustrationen angefertigt sind, sie vereinen sowohl Ernsthaftigkeit, als auch einen humoristischen Faktor und runden die Geschichte einfach vollkommen ab.

Durch das Personenverzeichnis hat man bereits ein erstes Bild der Figuren vor Augen und dadurch wird ein leichter Start in die Handlung ermöglicht. Beim Lesen habe ich immer wieder die Illustrationen der Figuren vor Augen gesehen und dies zusammen mit der sehr lebendig gehaltenen Sprache, der unterhaltsamen Geschichte und vor allem der niedlichen Hauptfigur ergibt ein schönes Leseerlebnis. Es hat Spaß gemacht, in die Handlung einzutauchen und den altklugen, sehr liebenswerten Figuren zu folgen.

Mir hat die Sprache auf Anhieb richtig gut gefallen. Sie lässt sich super flüssig lesen, sie befindet sich auf einem kindgerechten Niveau und führt dazu, dass die Geschichte zwar innerhalb eines Tages ausgelesen war, sie aber einen schönen Nachklang hinterlässt und eine starke und einnehmende Stimmung verströmt.

Jegliche Szenen konnte ich mir gut vorstellen und sowohl die Handlungsorte, als auch die Figuren haben eine tolle Umschreibung erhalten. Nicht nur durch die Illustrationen, sondern auch durch die Sprache lief die ganze Geschichte wie ein Film vor meinen Augen ab, was sehr cool war!

Ganz besonders gefallen haben mir die Botschaften, die in die Geschichte eingestreut sind. Immer wieder gibt es Momente, die zum nachdenken und lernen anregen und so werden Botschaften an den Leser weitergegeben, die stark sind und die man mitnimmt. Finde ich sehr passend und toll umgesetzt.

Lediglich eine Sache empfinde ich als nicht ganz rund: Warum wird Miika im Titel als Weihnachtsmaus benannt? Die Geschichte spielt im Norden, es herrscht schönster Schneefall und die Wichtel und Elfen tun ihr übriges. Allerdings verströmt die Erzählung für mich keine weihnachtliche Stimmung und sie spielt nicht direkt zur Weihnachtszeit. Daher finde ich den Titel als nicht hundertprozentig passend, das ist aber auch wirklich meckern auf hohem Niveau!

Fazit

Ich bin absolut begeistert. Die Illustrationen sind zuckersüß, die Geschichte hat sich super locker lesen lassen und sie ist einfach niedlich. Angefangen von den Figuren, über deren Charakterisierung bis hin zu den Botschaften, die vermittelt werden. Durchweg hat mich die Erzählung in ihren Bann gezogen, was dazu führte, dass ich das Buch innerhalb kurzer Zeit ausgelesen hatte und danach irgendwie richtig zufrieden war. Absolute Empfehlung, das müsst ihr lesen!

Bewertung: 5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den DTV Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Wurde euer Interesse geweckt? Hier findet ihr den Roman!
 

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Rezension: Die Freundinnen vom Strandbad - Wogen der Freiheit von Julie Heiland

Titel: Die Freundinnen vom Strandbad - Wogen der Freiheit
 Autorin: Julie Heiland
 Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 592 Seiten
 Preis: 11,99 €
 Erscheinungsdatum: 28.07.2022
ISBN: 978-3-548-06560-1
 
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Handlung

Ost-Berlin 1961

Früher konnte die Jugendfreundinnen Betty, Martha und Clara nichts trennen. Doch mittlerweile ist Clara nach West-Berlin geflohen und die Mauer macht es unmöglich, dass die Mädels weiterhin ihre Freizeit  im Strandbad Müggelsee verbringen. Abgesehen davon läuft nicht immer alles rund im Leben der Freundinnen. Betty erkennt bald das wahre Gesicht ihres Ehemanns und versucht erfolglos, als Schauspielerin Fuß zu fassen. Das bemerkt die Stasi und sie wird gezwungen, Martha auszuspionieren, denn diese rebelliert gegen die Regierung. Und obwohl die drei Freundinnen so vieles trennt, bleiben sie sich doch im Herzen verbunden. Aber werden sie eines Tages auch wieder zueinanderfinden?

Meinung

Ich schätze Julie Heiland sehr als Autorin, alle Bücher, die ich bisher von ihr gelesen haben, konnten überzeugen, sie beherbergen eine tolle Sprache und eine sehr gelungene Recherche. Und genau das war auch beim ersten Band der Strandbad-Saga der Fall, ich habe die Geschichte durchgesuchtet und für mich gehört es zu meinen Jahreshighlights. Deswegen musste ich auch unbedingt den zweiten Teil lesen, den ich mir bei Vorablesen für Punkte eingelöst habe, daher ein herzliches Dankeschön an Vorablesen und den Ullstein Verlag!

Die Geschichte beginnt so ziemlich da, wo sie aufgehört hat, es gibt einen recht nahtlosen Übergang, der es mir sehr leicht gemacht hat, wieder in die Handlung reinzufinden. Auf Anhieb waren mir die Figuren vertraut, ich bin flüssig mit dem Lesen vorangekommen und mir standen die Ereignisse aus Band eins noch sehr lebendig vor Augen.

Schon nach den ersten paar Seiten hat mich die Sprache sehr in ihren Bann gezogen. Ohne Probleme konnte ich mich auf die Geschichte konzentrieren, es hat Spaß gemacht, die Figuren wiederzusehen und zu beobachten, wie sich die Zeit verändert und welche Entwicklungen auf charakterlicher Ebene stattfinden.

Es gibt wieder ganz tolle Zeichnungen jeglicher Szenen, ich hatte von vielen Momenten farbenfrohe Bilder vor Augen gehabt und ich mag es, wie die Sprache es wieder schafft, die Handlungszeit lebendig werden zu lassen. Ich mag es sehr, wie die politische Situationen, aber auch was das für die einzelnen Bürger bedeutet, herausgearbeitet wird.

Auch diesmal haben mir die Handlungsorte wieder sehr gefallen. Sie sind abwechslungsreich gestaltet und wirken auf mich sehr lebendig. Außerdem mag ich es, wie viele Orte aus dem ersten Teil wieder auftauchen. Daher entstand ein schöner Wiedererkennungsfaktor und die Wohnungen und Häuser wirkten sofort vertraut.

Und wieder haben einige Handlungsorte Stimmungen zugeordnet bekommen, wenngleich ich finde, dass dies nicht mehr so stark ausfällt, wie noch im ersten Band. Vor allem bei dem Strandbad ist mir stets eine tolle Atmosphäre aufgefallen, besonders interessant empfand ich es hierbei, wie sie sich im Gegensatz zum Auftakt der Saga verändert hat und so auch ein bisschen die Entwicklung der Protagonisten zeigt.

Es war echt schön, die drei Mädels wiederzusehen und zu schauen, wie sie sich entwickeln und in welche Richtung ihr Lebensweg geht. Dabei wurde ich öfter mal überrascht, gerade bei Clara ist eine Entwicklung zu sehen, mit der ich absolut nicht gerechnet hätte. Sie hat die krasseste Reifung hingelegt und ich finde es fast ein bisschen schade, wie wenig sie am Ende noch von der Clara aus dem ersten Band in sich hatte.

Für mich war der erste Teil der Reihe ein absolutes Highlight. Ich habe jede Seite genossen und absolut nichts an der Geschichte auszusetzen. Sie ist komplett rund und stimmig und daher habe ich sehr gehofft, dass mich auch der zweite Band so begeistern kann. Und es liegt ein schönes Buch vor, das für mich aber leider nicht so stark ist wie der Auftakt.

Ich finde, dass sich die Geschichte über einen zu langen Zeitraum zieht. Nicht immer war mir präsent, in welchem Jahr die Handlung gerade spielt. Ein wenig habe ich den Überblick verloren und ich bin der Meinung, dass ein dritter Band sich durchaus gelohnt hätte. Dann wären nicht so viele Jahre in einem Roman behandelt worden und so wäre auch noch mehr Platz für die Gedanken und Gefühle der Protagonisten gewesen. Denn das hat mir ein wenig gefehlt. Ich finde, dass im Auftaktband deutlicher in die Tiefe gegangen wird und die einzelnen Charaktere viel stärker herausgearbeitet sind. Diesmal war es nur am Anfang der Fall, mit fortschreitender Handlung wird der Fokus davon weggelenkt, was ich schade finde.

Fazit

Ich finde, dass eine gute und sehr interessante Fortsetzung vorliegt, die für meinen Geschmack aber leider nicht so stark ist wie der Auftaktband. Mir ist es zwar leicht gefallen, mich wieder auf die Ereignisse einzulassen und die Protagonisten fühlten sich direkt vertraut an. Aber die Geschichte hat mich leider nicht so mitgerissen, wie es bei Band eins der Fall war. Mir hat diesmal eine Tiefe im Roman und bei der Darstellung der drei Mädels gefehlt, die nicht so ausführlich herausgearbeitet war, wie beim ersten Teil. Nichtsdestotrotz eine sehr gute Geschichte, ich finde, dass es sehr lohnenswert ist, die Reihe zu lesen!

 

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Montag, 17. Oktober 2022

Rezension: White Fox - Der Ruf des Mondsteins von Chen Jiatong

Titel: White Fox - Der Ruf des Mondsteins
Originaltitel:
 Autor: Chen Jiatong
 Verlag: Loewe
Seitenzahl: 288 Seiten
 Preis: 13,95 €
 Erscheinungsdatum: 21.07.2021
ISBN: 978-3-7432-0806-3
 
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Handlung

Polarfuchs Dilah liebt es, aus der Ferne Menschen zu beobachten. Und davon zu träumen, selbst einer zu sein. Als seine Eltern unerwartet getötet werden, ist sein Weltbild erschüttert. Nur noch ein was gibt Dilah Hoffnung: Seine Mutter hat ihm einen Mondstein vermacht. Dieser besitzt eine magische Seite und könnte dabei helfen, dass Dilahs größter Wunsch wahr wird. Der junge Polarfuchs folgt dem Ruf des Stein und macht sich auf die Reise. Doch so verlockend das Abenteuer auch sein mag, muss sich Dilah vor allerhand Gefahren in Acht nehmen. Nicht nur vor den Menschen, sondern auch vor feindlich gesinnten Clans, die sich des Mondsteins bemächtigen wollen...

Meinung

Das Buch lag im Leseexemplar-Regal und ich habe sehr sehr viel positives dazu gehört. Und ich muss auch ehrlich zugeben, dass die Geschichte echt gut klingt und ich einfach wissen wollte, was den Leuten, vor allem natürlich den Kindern an der Reihe so gefällt. Aus diesem Grund habe ich es mir mitgenommen und nun kann ich euch meine Meinung verraten.

Eigentlich wollte ich das Buch mal ganz entspannt an einem Wochenende lesen, stattdessen hat es mich jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit begleitet. Und ich denke, dass war genau die richtige Entscheidung. Ich habe mich einfach immer auf den Moment gefreut, wo ich weiterhören konnte, ich mag den Sprecher richtig gern und finde, dass es ihm grandios gelungen ist, den Figuren Leben einzuhauchen. Es hat einfach Spaß gemacht, der Geschichte zu folgen, Dilah kennenzulernen und mit ihm durch die Welt zu streifen, ihn bei seinen Abenteuern zu begleiten und zu beobachten, wie er Freunde gewinnt. Ich habe jede Sekunde genossen und freue mich, bald auch die Fortsetzungen zu hören!

Die Sprache befindet sich auf einem einfachen Niveau, mit exakt gesetzten Worten wird die Welt von Dilah lebendig, ich mag es, wie die Natur umschrieben wird und welche Charakterzüge den einzelnen Wesen zugeordnet ist. Dem Autor ist es richtig gut gelungen, eine greifbare Welt zu schaffen, die ich mir bildhaft und genau vorstellen konnte und die an genau den richtigen Stellen mit interessanten Stimmungen veredelt wurde.

Mein besonderes Highlight des Buches sind eindeutig die Protagonisten. Ich mag die Vielfalt, die Darstellungen, ihre Charakterzüge und wie sie mich mit manchen Aussagen immer wieder amüsieren konnten. Es sind liebreizende, aber auch unangenehme Figuren erschaffen worden, die interessant gezeichnet sind, lebendig wirken und vor allem greifbar sind. Eine jede Person habe ich beim Hören vor mir gesehen, ich bin einfach ein großer Fan von jeder einzelnen Figur!

Ich hatte gedacht, dass die Geschichte in sich geschlossen ist und am Ende die meisten offenen Fragen geklärt sind. Ich dachte wirklich, dass ein runder Abschluss vorliegt, der dieses Abenteuer vollendet und im nächsten Band dann ein neues Beginn. Umso mehr hat es mich überrascht, dass das Ende sehr offen gestaltet ist, wodurch mein Wunsch, auch die weiteren Teile zu hören, natürlich enorm gestiegen ist. Mich interessiert der Fortgang der Ereignisse sehr, ich freue mich riesig auf die Fortsetzungen!

Fazit

Ich habe ganz ehrlich nicht gedacht, dass mir die Geschichte so gut gefallen wird. Ich bin ein großer Fan von Dilah und seinen Freunden, ich mag die Welt, die Sprache und die überraschenden kleinen Wendungen. Durchweg hat mir die Handlung sehr gefallen, an keiner Stelle war ich unzufrieden mit irgendeiner Entscheidung oder einem Ereignis und ich bin extrem gespannt, wie der weitere Weg von Dilah wohl aussehen wird. Von mir gibt’s ne große Empfehlung!

Bewertung: 5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Mittwoch, 12. Oktober 2022

Rezension: Fräulein Steiff von Maren Gottschalk

Titel: Fräulein Steiff
 Autorin: Maren Gottschalk
 Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 416 Seiten
 Preis: 24 €
 Erscheinungsdatum: 20.06.2022
ISBN: 978-3-442-31594-9
 
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Handlung

Obwohl Margarete Steiff an Kinderlähmung erkrankt war und sie als Folge dessen nie wieder laufen kann, hat sie doch ihren Humor, ihren Willen und ihre Lebensfreude nie verloren. Ihr Ziel ist es, finanziell unabhängig zu sein und zusammen mit ihren Schwestern eröffnet sie schon früh ein eigenes Geschäft. Darauf folgt schließlich ihr eigenes Filzgeschäft, mit dem sich Margarete schnell einen Namen gemacht hat.

Aus einer Laune heraus näht sie eines Tages ein Nadelkissen in Gestalt eines Elefanten, eigentlich sollte es ein Geschenk werden. Doch als sie ihren Neffen mit dem Tier in der Hand sieht, hat Margarete eine Idee...

Meinung

Der Titel ist mir bereits in der Verlagsvorschau aufgefallen, ich liebe Romanbiographien und mich hat die Inhaltsangabe direkt überzeugt. Der Name Steiff ist weit bekannt, auch die Plüschtiere, doch über die Gründerin, ihre Ambitionen und ihren Lebensweg kann ich nichts wirklich sagen. Aus diesem Grund habe ich mit dem Roman die Chance gesehen, mehr über die Dame zu erfahren und eine historische Persönlichkeit kennenzulernen. Ein herzliches Dankeschön geht an das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, ich habe mich darüber sehr gefreut!

Ich mag es sehr, dass es vor dem Beginn der Geschichte eine Aufstellung der handelnden Personen gibt. So kann man sich schon vorab einen Eindruck dessen verschaffen und familiäre Beziehungen nachvollziehen. Gleichzeitig war ich überrascht davon, wie viele Protagonisten auftreten, damit hatte ich nicht gerechnet. Trotzdem hat es mir an keiner Stelle des Buches Probleme bereitet, eine Figur wiederzuerkennen oder sie in den korrekten Zusammenhang zu bringen.

Es gibt eine gute Unterteilung des Romans. Die Geschichte beginnt, als die Firma Steiff schon recht etabliert ist und bietet immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. So erhält man einen guten Blick auf die Entwicklung von Margarete und man kann schauen, wie ihre Kindheit aussah, welche Beziehung sie zu ihrer Familie hatte und wie sie sich ihr Geschäft aufgebaut hat. Ich mag diesen weitreichenden und ausführlichen Blick, den man dadurch auf ihre Persönlichkeit erhält, sehr gern, ich finde, dass ihre Person greifbarer wird und sie stellenweise sehr lebendig daherkommt.

Die Sprache hat mir gut gefallen, sie ist lebendig gehalten, zeichnet schöne Bilder der Situationen und ist im Bezug auf die Handlungsorte sehr farbenfroh und bildhaft. Ich konnte mir die Protagonisten weniger, dafür die Settings umso mehr sehr genau vorstellen und mag es, wie vielfältig diese sind und was für tolle Umschreibungen sie erhalten haben.

Besonders beeindruckt hat mich die Stärke, Kraft und der Willen von Margarete Steiff. Sie besitzt eine tolle Haltung, zeigt sich in einem interessanten Licht und gibt dem Leser einiges in Bezug auf ihre Lebensfreude mit auf den Weg. Ich habe es sehr genossen, wie humorvoll und fröhlich sie auftritt, das hat dem Buch eine schöne Note verliehen und wird mir letztendlich von der Geschichte am meisten im Gedächtnis bleiben.

Oft habe ich mir gewünscht, dass die Geschichte noch ein wenig mehr in die Tiefe geht. Noch mehr in die Gedanken von Margarete eindringt, den Protagonisten vielleicht mehrere Gesichter verpasst oder der Handlung mehr Stimmungen verleiht. Ich muss ehrlich sagen, dass das Buch wirklich gut ist, mir aber noch was fehlt, was es außergewöhnlich und besonders macht. Es kann aber auch sein, dass meine Erwartungshaltung einen My zu hoch war und ich deswegen nicht vollkommen glücklich und zufrieden bin...

Fazit

Eine tolle Romanbiographie, die lebendige Blicke auf Margarete Steiff, ihr Familie und ihren Lebensweg wirft. Ich mag es sehr, wie man die Entwicklung ihres Geschäfts verfolgen kann und mit was für einem starken Willen die die Unternehmerin ihre Firma aufgebaut hat und ihren Weg gegangen ist. Das hat mir wirklich stark imponiert und ich finde das Bild, was von Margarete gezeichnet wird, echt gelungen. Nichtsdestotrotz hat mir noch ein gewisses Etwas gefehlt, was die Geschichte zu einem Highlight macht und sie abrundet. So liegt eine gutes Buch vor, das einen schönen Blick auf Margarete Steiff bietet und mich gut unterhalten und informiert hat.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Sonntag, 9. Oktober 2022

Rezension: Die Bodensee-Saga - Töchter der Hoffnung von Maria Nikolai

Titel: Die Bodensee-Saga - Töchter der Hoffnung
 Autorin: Maria Nikolai
 Verlag: Penguin
Seitenzahl: 592 Seiten
 Preis: 11 €
 Erscheinungsdatum: 25.10.2021
ISBN: 978-3-328-10794-1
 
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Handlung

Meersburg 1917

Ein einem malerisch gelegenen alten Gasthaus am Ufer des Bodensees lebt Helena zusammen mit ihrer Familie. Doch das ehemals staatliche Haus hat auch schon bessere Zeiten gesehen, der Krieg hat seine Spuren hinterlassen und die Finanzen sehen nicht sehr rosig aus. Und deshalb würde die Mutter Elisabeth gern das Haus verkaufen. Doch diesen Plan hat sie ohne Helena gemacht. Die junge Frau hängt mit ihrem ganzen Herzen an dem Gasthaus, zu viele schöne Kindheitserinnerungen verbindet sie mit dem Ort. Und ihr Traum ist es, den Ort ihrer Kindheit zu neuem Leben zu erwecken und zu einem Grandhotel auszubauen...

Meinung

Von Maria Nikolai kenne ich bereits ihre Schokoladenvilla-Saga, die mir richtig gut gefallen hat. Alle drei Bände haben sich als interessant und abwechslungsreich herausgestellt und ich habe die Reihe in allerbester Erinnerung. Deshalb habe ich auch sehr hoffnungsvoll auf ein neues Buch von der Autorin gewartet und war sehr gespannt darauf, welchem Thema sie sich als nächstes zuwendet. Als ich die Ankündigung der neuen Saga entdeckt habe und schließlich die Inhaltsangabe von Band eins durchgelesen hatte, war mein Interesse an der Reihe sofort geweckt und ich wollte sie unbedingt lesen. Ein herzliches Dankeschön geht daher an das Bloggerportal für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Mir fiel der Start in die Geschichte sehr leicht. Auf Anhieb hat mir die Sprache gefallen, ich finde die Zeichnung der Figuren sehr gelungen und die Darstellung des Settings ist einfach hervorragend. Ich konnte mich leicht auf die Handlung einlassen, bin direkt sehr flüssig mit dem Lesen vorangekommen. Der Schreibstil befindet sich auf einem sehr guten Niveau, durch ihn werden jegliche Situationen lebendig und ich mag es, wie immer wieder historische Details eingeflochten sind. Sei es durch den Krieg und dessen Folgen, die Versorgungslage oder die Situation einer Person aus Russland, die Einblicke in deren derzeitige Lage gibt. Immer wieder werden solche Informationen eingebunden, wodurch die Geschichte einen schönen Rahmen erhält.

Die Handlung verteilt sich auf verschiedene Erzählperspektiven. Im Vordergrund steht Helena, sie ist eindeutig die Hauptperson des Romans und mit ihre Person erscheint mir am Ende des Buches am vertrautesten. Dazu gibt es noch eine weitere Perspektive, bei der ich anfangs nicht recht einschätzen konnte, wie sie sich in das ganze Gefüge eingliedern wird und wie die Berührungspunkte aussehen werden. Dieses Geheimnis wird erst mit dem Fortgang der Geschichte gelüftet, was natürlich dazu animiert, weiterlesen zu wollen!

Ich mag es, wie man durch die Perspektiven gute Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Personen erhält, wie verschiedene Situationen aus mehreren Sichtweisen betrachtet werden und wie die Protagonisten auf die anderen Figuren wirken. Das ergibt einen guten Rundumblick und eine schöne Abwechslung.

Ich empfand die Geschichte lange Zeit als echt gelungen und ich war glücklich damit, wie sie ausgeschmückt wurde. Allerdings gibt es zum Ende der Handlung dann doch noch einen Punkt, der für meinen Geschmack nicht ganz rund ist. Ich finde, dass sich die Ereignisse auf den letzten ungefähr 75-100 Seiten ziemlich überschlägt, es passiert viel innerhalb kurzer Zeit und plötzlich ist die Geschichte vorbei, wofür ich noch gar nicht bereit war. Ein bisschen mehr Ruhe, ein paar Ausschweifungen wären passender gewesen und hätten nicht für so ein schnelles Ende gesorgt und dem Roman einen leichteren Abschluss verpasst.

Ich bin mit den Protagonisten vollkommen zufrieden. Sie treten mit unterschiedlichsten Zielen und Charakteren auf, erweisen sich als stark und gut durchdacht und ich mag es, wie lebendig sie dadurch wirken. Es gibt sowohl sympathische, als auch unsympathische Figuren, im Verlauf der Geschichte erlebt man interessante Entwicklungen mit und sie besitzen einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit

Ich finde, dass ein toller Roman vorliegt, der einen interessanten Start einer neuen Saga bildet, bei dem viel Potenzial für die Fortsetzungen vorhanden ist, auf die ich mich sehr freue. Ich hatte sehr angenehme Lesestunden mit dem Buch, bin flott vorangekommen und finde, dass eine fast perfekte Handlung vorliegt. Weshalb nur fast perfekt? Mir ist auf den letzten rund 75 Seiten zu viel passiert, hier kam nur wenig Ruhe rein und die Ereignisse haben sich ein wenig überschlagen. Das war mir ein bisschen zu viel, ansonsten bin ich echt zufrieden mit dem Roman.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
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Dienstag, 4. Oktober 2022

Rezension: Was die Hoffnung bringt von Kristina Herzog

Titel: Was die Hoffnung bringt
 Autorin: Kristina Herzog
 Verlag: Tinte & Feder
Seitenzahl: 446 Seiten
 Preis: 9,99 €
 Erscheinungsdatum: 26.07.2022
ISBN: 978-2496711257
 
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Handlung

Berlin 1931

Für Lucie ist es extrem schwer, als die Eltern mitteilen, dass sie mit der Familie nach Berlin ziehen. Sie möchte Tübingen nicht verlassen und ihr fällt ein Neuanfang nicht leicht. Im Gegensatz zu ihren Eltern, die voller Tatkraft ihre neue Arbeit aufnehmen. Hannah hat die Praxis ihres Großvaters übernommen, ihr Mann Daniel leitet das Familienunternehmen. 
Nur der Nachbarssohn Paul ist ein kleiner Lichtblick. Schnell verlieben sich die zwei jungen Leute ineinander, allerdings ist ihre Liebe nicht gern gesehen. Den der Hass gegen die Juden nimmt immer mehr zu und daher sind auch Pauls Eltern gegen eine Beziehung. Finden Lucie und Paul einen Weg, um miteinander glücklich zu werden?

Meinung

Band eins der Sternberg-Saga wurde mir freundlicherweise von der Autorin zugesandt und ich habe die Geschichte gemocht. Sie ist lebendig gestaltet, mit interessanten Figuren ausgestattet und hat sich angenehm lesen lassen. Ich hatte am Ende einen sehr positiven Eindruck, weshalb ich auch unbedingt den zweiten Teil lesen wollte. Diesen habe ich wieder von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, was mich sehr gefreut hat und wofür ich mich auch an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchte!

Mir fiel der Start in die Geschichte recht leicht. Bereits nach wenigen Seiten waren mir familiäre Zusammenhänge und die Ereignisse aus dem ersten Band wieder recht präsent und ich konnte der Handlung locker folgen. Sowohl die Figuren, als auch die Sprache waren mir auf Anhieb wieder vertraut und haben dazu beigetragen, dass ich mich so fix in der Erzählung zurechtgefunden habe.

Durchweg liegt eine einfache und gut lesbare Sprache vor, die durchweg sehr interessante Bilder der Handlung zeichnet. Sie ist lebendig gehalten, stellt teils mit einfachen und ernsten Worten die Stimmung oder die politische Situation dar und sorgt dafür, dass so auch eine gewisse Ernsthaftigkeit in die Geschichte kommt.

Die Personen sind ansprechend umschrieben, sie zeigen dem Leser im Verlauf der Handlung verschiedene Facetten von sich und durchleben auch eine schöne Entwicklung. Vor allem bei Lucie ist mir diese aufgefallen, sie wird innerhalb der recht kurzen Zeit, über die sich der Roman erstreckt, nicht nur älter, sondern auch deutlich reifer und man merkt, dass das Erlebte seine Spuren hinterlassen hat.

Trotzdem finde ich, dass den Protagonisten eine Tiefe fehlt. Sie sind abwechslungsreich gezeichnet und zeigen sich von verschiedenen Seiten. Aber ich hätte mir auf gedanklicher und charakterlicher Ebene noch mehr gewünscht, im Grunde waren die Figuren durchweg positiv dargestellt, sie haben keinen negativen Zug an sich, was mir zu einfach ist.

Ich finde auch diesmal wieder, dass einige Konflikte, Missverständnisse und Zukunftsfragen zu einfach aus dem Weg geräumt wurden. Für alles wird eine recht unkomplizierte Lösung gefunden, Streitigkeiten keimen kaum auf und falls doch, gibt es sofort jemanden, der sie beseitigt. Das ist eine leichte Lösung, aber mit hat dadurch die Authentizität gefehlt.

Fazit

Ich finde, dass der zweite Band nahtlos an den ersten anschließt, er befindet sich auf einem sehr ähnlichen Niveau, kann wieder durch die schöne Sprache und sympathische Charaktere bestechen und hat sich super flüssig lesen lassen. Ein bisschen hat mir die Tiefe und Authentizität gefehlt, ich finde, dass in diesen Punkten noch mehr Raum ist, um einen noch lebendigeren Roman mit tollen Protagonisten zu schaffen. Ansonsten war das Buch echt gut, mir hat es gefallen.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an die Autorin Kristina Herzog für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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