Donnerstag, 11. März 2021

Lesemonat Februar 2021

Hallo, ihr Lieben und Willkommen zu einem neuen Lesemonat!

Endlich folgt meine buchige Zusammenfassung des Monats Februar, ich hänge wieder etwas hinterher, aber nun kann ich euch endlich meinen Lesemonat präsentieren. Ich habe acht Bücher gelesen, davon war eines ein Jugendbuch, sechs haben einen historischen Hintergrund und eines beherbergt sowohl Szenen aus der Vergangenheit, als auch aus der jetzigen Zeit. Ich habe verschiedene Zeiten bereist, habe mich in verschiedene, wunderschöne Orte geträumt und aufregende, aber auch grausame Momente mit den Protagonisten erlebt. Wie ihr seht, ist am Ende des Monats eine bunte Mischung entstanden, die mir fast durchweg gut gefallen hat. Lediglich eines der Bücher konnte mich nicht ganz überzeugen, bei der Glamour-Clique hatte ich mir mehr erwartet. Außerdem gibt es zwei große Highlights, zum einen fand ich "Elbleuchten" einfach nur grandios, aber auch der zweite Band der "Wunderfrauen" war fabelhaft und richtig gut. Die restlichen fünf Bücher haben mir gut gefallen, sie haben mir schöne Lesestunden beschert und sind ebenfalls äußerst empfehlenswert! 

Insgesamt habe ich also acht Bücher gelesen, von denen sieben Rezensionsexemplare waren. Das achte Buch habe ich irgendwann mal als Mängelexemplar entdeckt und ich konnte daran einfach nicht vorbeigehen. Zusammengefasst ergeben die gelesenen Bücher 3677 Seiten, was einem Tagesdurchschnitt von 131 Seiten entspricht. Ich bin damit mehr als zufrieden, zumal der Großteil der Werke mir richtig gut gefallen hat! 


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 (5/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (4,5/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (3/⭐⭐⭐⭐⭐)

 (5/⭐⭐⭐⭐⭐)


 (4,5/⭐⭐⭐⭐⭐)
 (4/⭐⭐⭐⭐⭐)

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MarySophie

 Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Montag, 8. März 2021

Rezension: Die Farbe des Nordwinds von Klara Jahn

Titel: Die Farbe des Nordwinds
 Autorin: Klara Jahn
 Verlag: Heyne 
Seitenzahl: 400 Seiten
 Preis: 20,00 €
 Erscheinungsdatum: 08.03.2021
ISBN: 978-3-453-27313-9
 
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Handlung

Ellen hat an unterschiedlichen Orten gelebt. Am meisten wie Heimat hat sich das Leben auf den Halligen angefühlt, wo sie mit ihrer Mutter für kurze Zeit ansässig war. Seit der Abreise vermisst Ellen diesen Ort, sie wollte von dort nicht wegziehen, hatte allerdings keine Wahl. Nun, viele Jahre später, erfüllt sie sich endlich ihren Wunsch. Sie kehrt zurück, möchte nicht nur ankommen, sondern auch Teil der Gemeinde werden und den Kontakt zu Liske wieder aufbauen, eine Person, die damals wie eine Schwester für sie war. Doch Ellens Wunsch beruht anfangs auf Einseitigkeit, Liske scheint nicht erfreut zu sein, dass sie wieder da ist. Allerdings kommt aufgeben für Ellen nicht infrage, sie weiß, dass die Halligen ihre Seelenheimat sind und sie möchte alte Konflikte aus dem Weg räumen.

Meinung

Ich mag die Einfachheit des Covers sehr. Es wurde schlicht gehalten, fällt durch die wunderschöne und idyllische Szenerie auf und lädt dazu ein, das Buch in die Hand zu nehmen. Obwohl der Himmel eher dunklere Farben besitzt, finde ich den Gesamteindruck des Bildes doch sehr warm und einladend, was wahrscheinlich an der unteren Hälfte des Buches liegt, die einen behaglichen Unterton besitzt und die Szene einfach perfekt macht!

Erst durch eine Mail des Verlags bin ich auf den Roman aufmerksam geworden und einzig der Klappentext hat gereicht, um mir das Buch schmackhaft zu machen und mein Interesse zu wecken. Ich war einfach interessiert, wie sich Ellen wieder auf einer Hallig zurechtfinden wird, wie die Gegend beschrieben wird und wie das tägliche Leben auf den Marschinseln aussieht. Daher möchte ich mich herzlich beim Bloggerportal und Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken!

Durchweg empfand ich die Schreibweise als sehr angenehm und passend. Mit einfachen Worten gelingt es der Autorin nicht nur, die Schönheit der Halligen an den Leser zu vermitteln, sondern auch lebendige und authentische Personen zu schaffen. Bei diesen merkt man, wie viel Aufmerksamkeit auf eine gute Charakterzeichnung gelegt wurde und besonders gefallen hat es mir, wie stark man deren Gedanken und Empfindungen nachvollziehen konnte. Häufig gibt es Abschnitte, anhand derer man genau erkennen kann, was die Figuren, allen voran Ellen, Arjen und Liske, gerade beschäftigt und mit welchen Motivationen sie bestimmte Aufgaben angehen, was ihnen sehr tiefgehende und natürliche Wesen verleiht.

Direkt auf den ersten Seiten gab es eine Überraschung. Anstatt wie anhand der Inhaltsangabe angenommen, spielt die Geschichte auf zwei zeitlichen Ebenen, einmal befindet man sich mit Ellen in der jetzigen Zeit und lernt die Hallig, das Leben und die Probleme und Sorgen der Bewohner kennen. Und dann gibt es noch Einblicke in die Vergangenheit, die in Form einer alten Chronik von einem Herrn namens Arjen Martenson niedergeschrieben wurden. Diese beginnt im Jahr 1798 und erstreckt sich bin ins Jahr 1825, man erfährt hierbei von seinen Plänen und Ideen für einen Deichbau, die jedoch allesamt keinen Anklang bei der Bevölkerung finden. In diesen Kapiteln kann man sich ein Bild dessen machen, wie das Leben früher auf einer Hallig aussah, welchen Status die Bildung auf solchen hat und welche Wirkung eine mögliche Sturmflut auf die Bevölkerung hatte. Daher wurde das Buch für mich an keiner Stelle langweilig oder langatmig, es sind keine Längen aufgetreten und es entsteht ein abwechslungsreiches Bild.

Zudem gab es für mich auch keine Probleme auseinanderzuhalten, zu welcher Zeit die folgende Handlung stattfindet. Die Kapitel in der Vergangenheit wurden als solche gekennzeichnet, außerdem fallen sie dadurch auf, dass in ihnen keine wörtliche Rede verwendet wird.Ich mochte es sehr, wie sich die beiden zeitlichen Ebenen miteinander verbunden haben, sie bauen aufeinander auf und lassen Vergleiche zu. Über die Menschen, die Natur und allen voran den Umgang mit Sturmfluten und wie man gegenüber diesen reagieren könnte. Sie waren interessant und abwechslungsreich beschrieben, haben einen ruhigen Unterton und erscheinen an keiner Stelle als hektisch oder unruhig. Stattdessen gehen sie gemächlich ineinander über und ergeben gesamt eine interessante Geschichte.Trotzdem muss ich zugeben, dass ich die Kapitel, die sich mit der alten Chronik befassen, einen Hauch interessanter empfinde. Hier gab es eine gewisse Spannung, die in der jetzigen Zeit etwas gefehlt hat, zudem wurde der Zahn der Zeit getroffen. Nicht nur in verschiedenen Themen wie der Bildung und den Ablehnungen von neuen Ideen und Gedanken, sondern auch die Bewohner hatten eine unvergleichliche und dickköpfige Art. Dadurch wirkten sie deutlich stärker im Auftreten als zum Beispiel Ellen oder Liske, was mir gut gefallen hat.Zudem mochte ich es, dass man als Leser auch erfährt, was Ellen mit den Halligen verbindet, wie sie erstmals mit ihnen in Kontakt kam und auch, wie ihr familiärer Hintergrund ist. Dadurch kann man nachvollziehen, was sie an den Marschinseln so fasziniert und woher ihr Wunsch kommt, dort zu leben. Außerdem kann man so auch erkennen, weshalb Liske nicht begeistert ist, dass Ellen plötzlich wieder auftaucht. So konnte man viele Situationen und Aussagen besser nachvollziehen und ist über das Geschehene gut im Bilde.

Vor allem in Bezug auf die Halligen, sowie den Naturschutz gibt es zahlreiche Informationen, die einen interessanten Hintergrund bilden und auch dazu beitragen, dass man als Leser manche Aktionen besser überdenkt und sich mehr mit den Themen auseinandersetzt.

Zudem kann man sich einen Eindruck dessen vermitteln, wie das Leben auf den Halligen abläuft, wie viel sie teilweise entbehren müssen und mit welchen Naturgewalten sie leben müssen. Es wird eine ganz andere Lebensweise erzählt, die ich nicht kenne, sodass ich es spannend fände, mal eine Zeit selbst auf einer Hallig zu leben und das alltägliche Leben mit seinen Lichtblicken, aber auch Niederschlägen zu erleben. Besonders die schulische Lage fand ich sehr spannend, darüber habe ich mir tatsächlich noch nie wirklich Gedanken gemacht und habe mir auch mal vorgestellt, wie es wohl so sein könnte, auf einer Hallig zu leben und dort in eine altersmäßig so vielfältige Schule wie im Roman zu gehen.

Das Setting ist absolut einmalig und einfach nur wunderbar beschrieben. Fast durchweg spielen die Szenen auf den Halligen, was ich sehr besonders empfinde. Man erhält davon unglaubliche Beschreibungen, ganz viele Gebäude und vor allem die Landschaft konnte ich mir unfassbar lebendig und gut vorstellen. Ich habe es geliebt, mit den Personen die einzelnen Orte zu besuchen und im Zusammenhang mit diesen vieles über die Halligen, aber auch die Natur und die Tiere zu erfahren. Für mich ist das Setting einfach überragend und ich würde sogar behaupten, mein Highlight des Romans!

Ich finde, dass die Anzahl der Protagonisten auf beiden zeitlichen Ebenen recht überschaubar ist. In der Vergangenheit steht Arjen eindeutig im Mittelpunkt, zudem gibt es hier nur wenige weitere Personen, die mit einem Namen bedacht wurden. An einer Hand lässt sich abzählen, wer von etwas höherer Bedeutung ist, was ich sehr angenehm empfand. Ich hatte absolut keine Probleme, die Figuren wiederzuerkennen, sie hatten eine gute Zeichnung, die sie lebendig macht und die einen hohen Wiedererkennungswert bietet.

In der heutigen Zeit gibt es ein paar mehr Figuren, die aber wiederholt auftreten und die ebenfalls mit Merkmalen ausgestattet wurden, die sie auszeichnen. Leider sind einige Personen etwas klischeehaft beschrieben, was ganz unterhaltsam sein könnte, mich aber gestört hat. Es hat für mich nicht zu der Geschichte gepasst, ansonsten einen urtümlichen Charakter hat.Auf beiden Ebenen war es mir leider nicht möglich, eine Bindung zu den Personen aufzubauen. Ihnen fehlte es an Wärme und Sympathie, sie waren irgendwie steif in ihrem Auftreten und Umgang mit anderen Personen. Viele Aktionen im Bezug auf die Halligen und den Natur- aber auch Tierschutz fand ich richtig gut, trotzdem habe ich keinen Zugang zu den Figuren gefunden. Sie sind mir immer fremd geblieben und ich habe sie mit Distanz beobachtet, einige Handlungen und Aussagen kritisch betrachtet und an einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass sie mal auf den Tisch hauen und einfach ihre Meinung sagen, anstatt Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Das, aber auch die fehlende Stimmung, hat für mich dazu beigetragen, dass ich die Handlung zwar spannend, aber nicht mitreißend fand und mich das Buch leider nicht vollkommen überzeugen konnte.

Fazit

Im Grunde mochte ich die Geschichte wirklich gern. Es gibt zwei spannende Erzählebenen, die geschickt miteinander verbunden wurden und ein stimmiges Buch entstehen lassen. Keinerlei Fragen bleiben offen, es gibt ein rundes Ende und ich konnte gut mit dem Gelesenen abschließen. Besonders faszinierend war das Setting, welches einfach nur einzigartig war. Ich habe die Beschreibungen der Halligen geliebt und war von der Natur, der Landschaft und den Tieren sehr angetan!

Lediglich mit den Figuren bin ich nicht ganz zufrieden, ich habe keinen Zugang zu ihnen gefunden, fand die Beschreibungen ihrer Person nicht sonderlich sympathisch und hätte mir gewünscht, dass sie mehr Wärme zeigen und noch menschlicher auftreten. Das hat mir gefehlt und ist letztlich auch mein einziger Kritikpunkt. Ansonsten war das Buch eine interessante Lektüre, welche viele Themen in sich aufnimmt und einen starken Blick auf das Leben auf den Halligen bietet.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 

Freitag, 5. März 2021

Rezension: Das Savoy - Geheimnisse einer Familie von Maxim Wahl

Titel: Das Savoy - Geheimnisse einer Familie
 Autor: Maxim Wahl
 Verlag: Aufbau TB
Seitenzahl: 400 Seiten
 Preis: 12,99 €
 Erscheinungsdatum:15.02.2021
ISBN:  978-3-7466-3710-5
 
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Handlung

London 1940

Auch für die Hotelbesitzerin Violet Mason und ihr Savoy Hotel ist der Krieg nicht leicht. Nicht nur haben auch sie und die Gäste Angst vor Luftangriffen, sondern das Savoy wurde ebenfalls zum Schauplatz weltpolitischer Intrigen, die sich hinter verschlossenen Türen abspielen. Dennoch ist Violet bemüht, den Gästen den gewohnten Luxus zu bieten, ganz besonders der Besuch des britischen Königs soll unvergesslich werden. Auch in Violets Privatleben passiert allerhand, sie erwartet ein Kind von ihrem Liebsten, der allerdings verheiratet ist und dessen Frau eine nicht unbedeutende Stellung am Buckingham Palace einnimmt. Turbulente Zeiten stehen für das Savoy, aber auch für Violet bevor...

Meinung

Beim Cover gibt es wieder eine starke Orientierung an denen der ersten beiden Bände. Es liegt ein recht schlichtes Bild vor, der Hintergrund wurde weiß gehalten, dazu gibt es noch einige grüne und blaue Details. Die untere Hälfte wird von einer Stadtszene eingenommen, im Hintergrund sieht man einige Gebäude, im Vordergrund eine Dame mit einem Kind ( mir fällt gerade auf, dass es bei den zwei Menschen einen starken Bezug zur Handlung gibt, was ich sehr mag!) Die Gebäudeanordnung ist bereits von den anderen Covern der Reihe bekannt, es handelt sich hierbei um das titelgebende Savoy, welches sehr schick und edel, einladend und äußerst eindrucksvoll wirkt.

Insgesamt ein stimmiges und schönes Cover, mir gefällt es richtig gut und es hebt sich durch die ausgewählten und unauffälligen Farben stark aus der Menge hervor.

Mir sind die ersten beiden Teile der Reihe bekannt und ich empfand sie unglaublich spannend und stimmungsvoll. Nicht nur die Handlung hat mir gut gefallen, auch die Darstellung des Hotels mit seinen ganzen Räumen, aber auch den Mitarbeitern und der alltäglichen Arbeit hat mich überzeugen können. Und da ich gerne mal einen Roman lese, der in einem Hotel spielt und man sehr starke Einblicke in das Leben der Mitarbeiter und Hoteliers bekommt, wollte ich mir den dritten Band auf keinen Fall entgehen lassen. Zumal ich natürlich wissen wollte, was die Protagonisten noch erleben werden und wie die ganze Geschichte weitererzählt wird. Daher habe ich mich sehr gefreut, das Buch vom Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt zu bekommen, wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte!

Ich finde es ein wenig schade, dass zwischen den Erscheinungsterminen der einzelnen Bände doch so viel Zeit liegt. Band eins hatte ich im August 2019 gelesen, Band zwei dann im September 2020. Daher muss ich ehrlich zugeben, dass mir einige Details und Geschehnisse aus den vorherigen Bänden entfallen sind und mir die Personen nicht mehr so präsent waren, wie anfangs gedacht. An die wichtigsten Figuren, allen voran Violet habe ich noch einige Erinnerungen, aber manche Nebenprotagonisten habe ich tatsächlich nicht wiedererkannt.

Und obwohl ich dadurch eigentlich gedacht hatte, dass ich einen nicht so leichten Start in die Geschichte haben werde, habe ich mich stark getäuscht. Obwohl mir vieles nicht mehr präsent war, fiel mir der Einstieg viel leichter als gedacht und nach wenigen Seiten kamen dann auch direkt wieder ein paar Erinnerungen wieder oder der Autor hat manches angedeutet, was in den vorherigen Teilen geschehen ist. Dadurch hatte ich mich schnell an die Situation gewöhnt und bereits nach wenigen Seiten hatte mich die Geschichte wieder gefangen genommen. So stark, dass ich für die rund 400 Seiten lediglich wenige Stunden benötigt habe, ehe das Buch ausgelesen war und ich mich nun gedulden muss, bis Band vier dann voraussichtlich Anfang nächsten Jahres erscheinen wird.

Die interessante Handlung hat mir von der ersten Seite an wieder sehr gut gefallen und die angenehme und bildhafte Schreibweise hat ihr Übriges getan, dass ich so flüssig und problemlos durch die Geschichte gekommen bin. Sie gibt mit wenigen Worten die Charaktere der Figuren, genaue Zeichnungen des Settings oder politische Angelegenheiten wieder und lässt eine bildreiche und kurzweilige Story entstehen. Bereits nach wenigen Seiten war ich von der Geschichte gefangen genommen und konnte mir zahlreiche Aspekte genau vorstellen und habe Überlegungen dazu angestellt, was im weiteren Verlauf noch geschehen könnte.

Meiner Meinung nach befand sich die Spannung auf einem soliden und guten Niveau. Immer wieder tauchen kleine Andeutungen auf, die mich aufmerksam gemacht haben und hinter denen ich ein größeres Geheimnis erwartet hatte, was sich letztendlich auch so bewahrheitet hat. Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung an keiner Stelle vorhersehbar war, oft geschahen unvorhersehbare Ereignisse, die immer wieder neuen Schwung in die Geschichte bringen. Daher war es mir unmöglich, einen weiteren Fortgang der Geschehnisse zu bestimmen, immer wieder gingen meine Vermutungen ins Leere und ich wurde von Wendungen überrascht. Das mochte ich sehr, die Spannung hat unter anderem dazu beigetragen, dass ich den Roman so fix ausgelesen habe.

Im Buch werden einige historische Details behandelt. Sei es der Zweite Weltkrieg mit seinem Fortgang und den Spionagemethoden, die Folgen des Krieges für das Savoy oder die britische Königsfamilie und ihr Ansehen. Allerhand Themen werden angesprochen und oft auch ausführlich und ziemlich genau behandelt, weshalb man in verschiedene Bereiche Einblicke bekommt und sich anhand derer ein solides Bild machen kann.

Ganz besonders empfand ich es, dass diesmal auch mehr historische Persönlichkeiten aufgetaucht sind, allen voran der König von England. Seine Darstellung war sehr besonders und eindrucksvoll, zudem mag ich es, dass mit ihm eine Person ins Spiel kommt, die tatsächlich gelebt hat. Für mich hat es die Handlung noch greifbarer gemacht, es hat gut zur Geschichte gepasst und die Auftritte des Königs kamen nicht zu häufig vor, sodass das Savoy und Violet noch immer eindeutig im Fokus standen.

Auch diesmal gibt es wieder einen allwissenden Erzähler, der sich in verschiedene Personen hineinversetzt und dem Leser dadurch viele Einblicke und Hintergrundinformationen vermittelt. Er ist stets bestens über Heimlichkeiten, aber auch Ziele und Motivationen der Personen informiert, was es sehr einfach macht, der Handlung zu folgen. Viele Themen führen wie ein roter Faden durch die Geschichte und tauchen immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen auf.

Durch die vielfältigen Perspektiven bei der Erzählung gibt es einen breiten Überblick über die Geschehnisse, Verbindungen lassen sich sehr fein erkennen, man erhält einen besseren Blick auf die Protagonisten und kann sich von ihnen ein genaueres Bild machen. Dabei fand ich es sehr interessant, wie manche Personen nur Handlager und Mittel zum Zweck sind, um anderen Personen den Weg zu ebnen und zu welchen Mitteln gegriffen wird. Man bekommt Informationen und Blicke auf unterschiedliche Lebensweisen und Hoffnungen, über politische Ansichten und Motive, es entsteht einfach ein großes Abbild der Bevölkerung, was zu einer abwechslungsreichen und spannenden Handlung beiträgt.

Für mich war es deutlich zu spüren, dass die Handlung auf ein großes Ereignis zusteuert, welches vieles verändern wird. Man merkt deutlich, dass sich die Situation zuspitzt und ich habe sehr auf den großen Knall hingefiebert, der sogar in doppelter Ausführung kam und der weiteren Geschichte stets eine neue Wendung gegeben hat. Aus diesem Grund hatte ich auch das Gefühl, dass die Handlung nie vorhersehbar war, immer wieder gab es Überraschungen und neue Informationen, die vieles durcheinanderbringen und jegliche Überlegungen vergessen machen. Dabei gibt es einige Themen und Punkte, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen und je weiter die Story fortschreitet, desto stimmiger und runder wird die Handlung, die Ereignisse ergeben gesamt betrachtet viel Sinn und lassen keine Fragen offen.

Und auch für den nächsten, den vierten Band, wurde mein Interesse bereits jetzt geweckt. Nicht nur die Inhaltsangabe klingt sehr fein und erhöht die Vorfreude darauf, sondern dieser dritte Teil endet mit einem krassen Cliffhanger und am liebsten würde ich sofort wissen, wie es weitergehen wird. Ich fiebere also schon jetzt der Fortsetzung mit viel Vorfreude entgegen!

Als vorherrschendes Setting dient auch diesmal wieder das titelgebende Savoy-Hotel. Hier lernt man nicht nur die offiziellen Räume wie das Foyer oder den Speisesaal kennen, sondern auch die privaten Räume von Violet oder manche Zimmer und Ecken des Hotels, die ein normaler Gast nie zu Gesicht bekommen wird. Allein innerhalb des Hotels gibt es eine unglaubliche Vielfalt, die mich sehr begeistert hat und die abwechslungsreich, bildhaft und stimmungsvoll beschrieben wurden. Es wurde nie langweilig, mit den Protagonisten durch das Hotel zu streifen und immer wieder neue Winkel kennenzulernen. Man merkt beim Lesen deutlich heraus, dass das Savoy ein sehr exklusiver und luxuriöser Ort ist, der dies auch bei der Stimmung ausstrahlt. Diese habe ich vor allem im Zusammenhang mit dem Hotel deutlich gespürt und es war faszinierend, wie sie sich während der Handlung entwickelt und verändert.

Einige Kapitel spielen auch außerhalb des Hotels, genauere Orte möchte ich nicht benennen, um Interessierten nichts vorweg zu nehmen. Diese wurden dem Savoy ebenbürtig beschrieben, sie haben ebenfalls klare Zeichnungen erhalten und stehen dem Hotel auch in puncto Stimmung in nichts nach. Hier ließen sich auch verschiedenste Emotionen nachfühlen, wodurch ich diese Settings ebenfalls gern mochte!

Bei der Darstellung der Protagonisten habe ich ebenfalls nichts zu meckern. Ihnen wurden ausgewählte Charakterzüge verliehen, sie treten lebendig und realistisch auf, zeigen im Verlauf der Handlung viele Facetten und Gesichter von sich, was sie abwechslungsreich und besonders macht. Egal, wie häufig eine Person aufgetreten ist, sie wurden alle mit derselben Aufmerksamkeit erstellt, sodass am Ende ein buntes Bild der Gesellschaft entsteht, was ich sehr fein fand. Man kann Einblicke in unterschiedliche Lebensweisen erhaschen, politische Ansichten werden klar gemacht und man kann sich daraufhin ein eigenes Urteil erlauben. Nicht jeder ist die Person, wie es anfangs scheint und oft wurde ich bei der Entwicklung jedes Einzelnen überrascht. Es war interessant, die ganzen Charaktere kennenzulernen und ich mochte es sehr, wie authentisch sie gehandelt haben.

Bereits beim zweiten Band fand ich es schade, dass das Savoy und Violets tägliche Aufgaben im Zusammenhang mit dem berühmten Hotel nicht sehr häufig behandelt wurden. Nur selten konnte man sich richtig einen Eindruck davon verschaffen, was sie für Aufgaben hat und welchen Pflichten sie nachgeht. Was ich mir daher für den vierten Band wünschen würde ist, dass das Hotel wieder stärker im Vordergrund steht und der Umfang ungefähr dem entspricht, was über Violets Privatleben berichtet wird.

Und ein zweiter, kleiner Kritikpunkt ist es, dass ich es schwierig finde, einen zeitlichen Rahmen zu bestimmen. Zwischen einigen Szenen finden mal mehr, mal weniger große Zeitsprünge statt, was ich an sich immer gut finde, so wird vorgesorgt, dass die Handlung knackig bleibt und keine Längen entstehen. Allerdings fehlt mir hierzu eine Angabe, wie viel Zeit genau verstreicht. Ab und an gibt es zwar Andeutungen über den Kriegsverlauf, woraus man schließen kann, wann die derzeitige Szene ungefähr spielt, aber das ist doch etwas vage.

Fazit

Das war ein Lesevergnügen, welches leider viel zu schnell vorbei war. Ich habe es sehr genossen, gedanklich wieder ins Savoy zu reisen, Violet wiederzusehen und eine Zeit lang in diese exklusive Welt einzutauchen. Ich war sehr enttäuscht, als das Buch vorbei war und die Handlung mit einem unglaublich starken Cliffhanger geendet hat. Ich wollte mich noch nicht mit dem Ende des Romans abfinden und habe daher bereits erste Vermutungen angestellt, was wohl im vierten Band der Saga geschehen könnte...

Und obwohl ich zwei kleine Pünktchen angesprochen habe, die meines Empfindens nach nicht perfekt sind, finde ich das Buch, die ganze Reihe sehr empfehlenswert und fein. Man wird gut unterhalten, die Charakterzeichnungen sind on point, das Setting ist eh ein Träumchen und die Geschichte gestaltet sich als vielfältig, abwechslungsreich und überraschend und lässt sich super an einem ruhigen Tag lesen. Eine sehr feines Buch, welches ich euch empfehlen kann!

Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 
Meine Meinungen zu den anderen Bänden der Reihe:

Das Savoy - Aufbruch einer Familie ( Band 1 )