Dienstag, 29. April 2025

Rezension: Das Pensionat an der Mosel - Schwestern im Geiste von Marie Pierre

Titel: Das Pensionat an der Mosel - Schwestern im Geiste
 Autorin: Marie Pierre
 Verlag: Heyne
Seitenzahl: 560 Seiten
 Preis: 16,00 €
Erscheinungsdatum: 14.08.2024
ISBN: 978-3-453-42723-5
 
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Handlung

Diedenhofen, 1911

Auch wenn sich die Pensionsleiterin Pauline Martin mehr als nur eine freundschaftliche Beziehung mit dem preußischen Hauptmann Erich wünscht, ist sie doch sehr froh, ihn in ihrem Leben zu haben. Zumal sie in ihrem Beruf vollkommen aufgeht und alle Kraft und Energie in das Aufziehen ihrer Schützlinge steckt. Auch eine neue Lehrkraft verstärkt das Pensionat, Rhona O’Meally soll den Schülerinnen die englische Sprache und irische Kultur näherbringen. Es wirkt alles entspannt, bis die politischen Spannungen immer stärker werden.

Meinung

Vor gar nicht so langer Zeit habe ich Band eins der Reihe gelesen, der einen sehr soliden Start der Saga darstellt. Ich wurde fein unterhalten, hatte eine angenehme Lektüre und war gespannt darauf, wie die Geschichte wohl weitergehen mag. Zudem haben die Werke von Marie Pierre es bisher immer geschafft, mich zu überzeugen, auch diesmal war ich wieder optimistisch. Ganz herzlichen Dank an das Bloggerportal von PenguinRandomhouse für das Rezensionsexemplar!

Mir stand die Handlung vom ersten Teil noch lebendig vor Auge, daher hatte ich einen leichten Start in die Geschichte. Zudem gibt es zwar eindeutig eine Verbindung zum Auftakt, allerdings setzt die Story auch nicht nahtlos aufeinanderfolgend an, sodass es gar nicht so wichtig ist, wie intensiv man sich noch an Band eins erinnert.

Als hilfreiches Extra gibt’s am Anfang des Buches eine Auflistung der handelnden Personen. Einige davon sind alte Bekannte, einige kommen neu hinzu. Ein hilfreiches Extra, wenngleich ich keinerlei Probleme damit hatte, die Figuren wiederzuerkennen und einzuordnen.

Es wurde eine Sprache genutzt, die leicht und lebendig lesbar ist, die Situationen solide und angenehm umschreibt. Die einzelnen Szenen wurden anschaulich umschrieben, sowohl die Figuren, als auch die Handlungsorte konnte ich mir ganz gut vorstellen. Allerdings finde ich, dass die Stimmung sehr mau war, atmosphärisch kam bei mir leider gar nichts rüber. Was dazu geführt hat, dass kein rechter Lesefluss entstanden ist, die Geschichte so n bissl vor sich hergetröpfelt ist. Es gab nur wenig Spannung vorhanden und auch diesmal find ich es wieder schad, dass sich die Handlung irgendwann weg vom Pensionat und hin zu einer Reise bewegt haben. Ich fand es nicht gut, dass sich der Fokus in dieser Hinsicht verschoben hat. Damit ging für mich der Reiz der Geschichte ein wenig flöten und das große Interesse war dahin. Für mich war dies auch der Zeitpunkt, an dem ich begonnen habe, viele Szenen nur noch zu überfliegen. Mich konnte die Story einfach nicht mehr packen und sie wurde langatmig.

Fazit

Ich hatte so einige Erwartungen an die Geschichte und war extrem gespannt darauf, wie es mit dem Pensionat weitergeht, was die Bewohner diesmal alles erleben. Und auch auf das Wiedersehen mit den bekannten Protagonisten hab ich mich gefreut. Anfänglich entstand ein guter Eindruck, es wird ein feiner Start geboten und es zeigte sich viel Potenzial. Leider wurde dieses nicht entfalten und ich war leicht von den Ereignissen, aber auch ein wenig von den Figuren gelangweilt und habe irgendwann damit begonnen, den Roman nur noch sehr oberflächlich zu lesen. Schade, schade, ich wurde nicht überzeugt.


Bewertung: 2 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an das Bloggerportal von PenguinRandomhouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 

Dienstag, 25. Februar 2025

Rezension: Im Takt der Freiheit von Hanna Caspian

Titel: Im Takt der Freiheit 
 Autorin: Hanna Caspian
 Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenzahl: 448 Seiten
 Preis: 18,00 €
Erscheinungsdatum: 01.10.2024
ISBN: 978-3-426-65950-2
 
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Handlung
Berlin, Dreikaiserjahr 1888
Felicitas Louisburg ist die Tochter eines Eisenbahn-Tycoons und wächst in sehr privilegierten Verhältnissen auf. Sie kann sich alles leisten, was sie mag, wird von Dienstboten umsorgt und es mangelt ihr an nichts. Zumindest scheint dies so. Tatsächlich fehlt ihr die Freiheit im Leben.
Schließlich kündigt der Vater einen opulenten Sommerball an. Felicitas weiß, was dies bedeutet. Normalerweise soll dort nach einem geeigneten Heiratskandidaten Ausschau gehalten werden. Allerdings hat ihr Vater diesen schon längst ausgesucht, ein Graf soll es sein. Auf diese Weise hofft er, sich einen Großauftrag sichern zu können.
Doch gegen diese Pläne wehrt sich Felicitas. Sie hat nämlich Lorenz kennengelernt, einen jungen Studenten, der eine Vorliebe für Zweiräder besitzt. Und zusammen mit ihm stellt die junge Frau alles in Frage, was sie bislang als selbstverständlich wahrgenommen hat.

Meinung
Seitdem ich „Gut Greifenau“ von Hanna Caspian gelesen habe, bin ich von ihren Werken begeistert. Sie schafft es mit viel Lebendigkeit, Liebe und Genauigkeit vergangene Zeiten aufleben zu lassen. Dabei liegt allen Werken eine wunderbare Lebendigkeit zugrunde, was mich immer sehr überzeugt hat. Dementsprechend gespannt war ich auf ihr neuestes Werk, ich habe mich sehr auf die Geschichte gefreut und möchte mich ganz herzlich beim Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken!

Ich finde, dass ein sehr solider, angenehmer Start in die Handlung geboten wird. Mit einfachen, klaren Worten wird die Ausgangssituation umrissen und man lernt Felicitas, sowie ihre Familie kennen. Auch von den Handlungsorten wird ein erster Eindruck geboten und mit Leichtigkeit konnte ich mich auf die Ereignisse konzentrieren.
Es wurde eine gut verständliche, lebendige und umschreibende Sprache genutzt. Viele Situationen sind so ausführlich und bildhaft beschrieben, dass sie wie ein kleiner Film vor meinen Augen abliefen. Mit Liebe zum Detail wurden die Momente dabei so ausgeschmückt, dass man sich dem Bann der Geschichte kaum entziehen kann.

In den Roman eingebunden wurden einige historische Hintergründe. Sei es zum Thema Fahrrad, den technischen Fortschritt oder dem Rollenbild der Frau, auf viele wichtige Themen, die die Menschheit beschäftigt haben, wurden eingegangen. Das ist durchaus gelungen, mit keinem der Bereiche wird man als Leser überfordert und am Ende entsteht ein rundes Bild der Handlungszeit.

Einzig die Darstellung der Hauptprotagonisten ist meines Erachtens nach nicht ganz rund und schlüssig. Ich finde, dass zum einen die klassischen Klischees doch zu sehr bedient wurden. Da gibt es die Tochter aus freiem Hause, die ausbrechen will, der der Reichtum der Familie ein Stück weit zuwider ist. Den jungen Burschen, der extrem fortschrittlich ist und große Pläne hat. An sich ein Schema, das bestens funktioniert, leider hab ich derzeit das Gefühl, davon genug gelesen zu haben. Und dann fiel es mir leider schwer, mir die Protagonisten genauer vorzustellen. Während dies bei den Umschreibungen der Szenen und der Handlungsorte kein Problem war, konnte ich mir die Figuren in ihrem Auftreten und Handeln nicht näher vor Augen rufen.
Desweiteren hatte ich große Probleme mit Felicitas. Sie ist eine Person, die enorm viel will und gar nicht richtig bemerkt, was für ein privilegiertes Leben sie eigentlich führt. Was zur Folge hat, dass sie einfältig und nervig wirkt, ich durchweg mit ihrer Figur gehadert habe. Eine sympathische Hauptprotagonistin schaut anders aus...

Fazit
Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt schon ziemlich hoch. Was vor allem an den anderen wunderbaren Werken der Autorin liegt, die ich allesamt sehr gern gelesen habe, die für mich als Paradebeispiele für einen gelungenen historischen Roman dienen. Und so gut die Geschichte auch war, so gern ich sie gelesen habe, kommt sie für mich nicht an die anderen Titel der Autorin heran. An sich ist die Erzählung durchaus gelungen, je mehr man allerdings in die Tiefe schaut, desto mehr kleine Punkte fallen auf, die nicht ganz rund sind.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.
 
 

Donnerstag, 16. Januar 2025

Rezension: Cartier - Der Traum von Diamanten von Sophie Villard

Titel: Cartier - Der Traum von Diamanten
 Autorin: Sophie Villard
 Verlag: Penguin
Seitenzahl: 528 Seiten
 Preis: 16,00 €
Erscheinungsdatum: 20.11.2024
ISBN: 978-3-328-11049-1
 
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Handlung

Paris 1910

Jeanne Toussaint's Heimat ist das zwielichtige Montmartre, dort lebt und arbeitet sie als Näherin. In einer schicksalsträchtigen Nacht trifft sie in einem Nachtclub den Juwelier Louis Cartier, der mit seinen Brüdern zusammen Geschäfte in Paris, London und New York unterhält. Louis ist nicht nur von der jungen Frau fasziniert, sondern erkennt auch ihr Talent, sowie ihr Gespür für Stil. Kurzerhand stellt er sie ein, was nicht von allen gern gesehen wird. Schließlich hat das Haus Cartier derzeit andere Probleme und muss sich mit Drohbriefen auseinandersetzen. Auch die Stimmung in Europa ändert sich, es stehen düstere Zeiten bevor.

Meinung

Erstmals hab ich den Roman in der Vorschau gesehen, schon da klang die Inhaltsangabe vielversprechend. Ich mag es, die Geschichte von historischen Persönlichkeiten oder Firmen via Bücher kennenzulernen und genau deswegen passt das Werk auch so gut in mein Beuteschema. Als der Titel bei Lovelybooks im Rahmen einer Leserunde vorgestellt wurde, hab ich mich kurzerhand beworben und hatte das große Glück, ein Exemplar des Buches zu erhalten. Ich war sehr gespannt darauf, etwas über die Familie Cartier und deren weltbekanntes Unternehmen zu erfahren, ganz herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar, liebes Team von Lovelybooks und Penguin Verlag!

Schnell zeigte sich, dass im Verlauf der Geschichte mehrere Erzählperspektiven genutzt wurden. Sowohl die drei Cartier-Brüder, als auch eine treue Mitarbeiterin des Geschäfts haben die Möglichkeit erhalten, ein paar Kapitel aus ihren Sichtweisen zu stellen. Besonders spannend macht es der Umstand, dass die Brüder Filialen in unterschiedlichen Ländern leiten und sich so fein verfolgen lässt, was auf der Welt geschieht und was dies für Auswirkungen auf die Kauffreude der Menschen hat.

Als Gegengewicht dient die Perspektive von Jeanne, einer ambitionierten Mitarbeiterin. Sie bringt nicht nur eine weibliche Sicht, sondern auch viel Schwung in die Geschichte und bietet die Sicht einer etwas außenstehenden Person. Insgesamt gibt es also eine feine Abwechslung, die durch die Sichtweisen geboten wird. Zudem werden so die verschiedenen Standpunkte deutlicher und es wird ein größerer Überblick geboten.

Es wird eine recht einfache Sprache genutzt, die ein schnelles Vorankommen beim Lesen ermöglicht. In anschaulicher Art und Weise wird die Geschichte geschildert und man folgt den Protagonisten auf ihren Wegen. Neben ihren Gedanken und Gefühlen, dem täglichen Geschäft und neuen Ideen für kommende Kollektionen werden zahlreiche historische Hintergründe in die Handlung eingebunden. Im Verlauf der Geschichte erhält man einen soliden Überblick über die Handlungszeit, wodurch die Erzählung einen lebendigen Eindruck hinterlässt.

Die Familie Cartier, sowie Jeanne stehen natürlich im Mittelpunkt der Geschichte. Man lernt sie nach und nach kennen und kann dabei schauen, wie sie sich entwickeln, welche Facetten sie von sich zeigen. Am Anfang der Geschichte hatte ich von den Personen einen sympathischen und interessanten Eindruck. Sie wirken natürlich und glaubhaft. Doch mit zunehmender Handlung zeigen sie verschiedene Facetten von sich und irgendwann ändert sich das Auftreten so stark, dass ich am Ende des Buches einen ganz anderen Blick auf sie habe. Mir war der Wandel zu stark, zu spontan und nicht immer nachvollziehbar.

An sich finde ich die Darstellung der Nebenfiguren ganz interessant, lediglich eine Dame sticht ganz schön aus der Masse heraus. Coco Chanel hat ebenfalls eine Rolle bekommen, die sich als überraschend groß herausgestellt hat. Fand ich schade, sie hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, ihr Auftreten wirkte sehr aufdringlich und ich fand es schade, dass sie deutlich stärker auftritt als Jeanne.

Fazit

Lange Zeit hat mir der Roman hervorragend gefallen, allerdings konnte sich die Klasse des Werks nicht bis zum Ende durchsetzen. Manches, was anfangs groß aufgebauscht wurde, klärte sich fast nebenbei auf. Auch die Entwicklung der Protagonisten ging in eine Richtung, die nicht recht nachvollziehbar ist. Das hat mein Interesse an der Geschichte etwas gehemmt, das ist meiner Meinung nach nicht ganz rund und schlüssig gelöst. Ansonsten liegt ne solide Erzählung vor, die auf lebendige Art und Weise ein Stück Historie rund um die Familie Cartier erzählt.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 
MarySophie
 
Vielen Dank an Lovelybooks und den Penguin Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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