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Donnerstag, 25. Juni 2020

Rezension: Unter den Linden 6 von Ann-Sophie Kaiser

Titel: Unter den Linden 6
 Autorin: Ann-Sophie Kaiser
 Verlag: Ullstein Buchverlage
Seitenzahl: 464 Seiten
 Preis: 14,99 €
Erscheinungsdatum: 15.06.2020
ISBN: 978-3-550-20060-1 

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Handlung:

Berlin 1907
Lise, eine junge Wissenschaftlerin der Physik, will ihr Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin fortsetzen. Sie möchte unter anderem Vorlesungen bei dem berühmten Max Planck besuchen und hofft insgeheim, dass es ihr irgendwann möglich sein wird zu promovieren. Den noch ist sowohl dies, als auch ein Frauenstudium in Preußen verboten...
Die verheiratete Hedwig hat einen ähnlichen Wunsch. Sie möchte ganz offiziell Geschichtswissenschaft studieren. Um den Gaststatus zu erhalten, fälscht die junge Frau die Unterschrift ihres Mannes, denn ohne diese wäre ein Besuch der Uni gar nicht erst möglich. Hedwig wünscht sich, dass eines Tages jede Frau ohne Vorbehalte und kritische Stimmen studieren kann.
Die dritte Dame im Bunde ist das Dienstmädchen Anni. Heimlich liest sie sich durch die Bibliothek ihres Dienstherrn und sie saugt verschiedene Informationen wie ein Schwamm auf. Doch es scheint unmöglich, dass sie jemals eine andere Arbeit ausführen wird und ihren Träumen nachgehen kann.
Obwohl die drei Frauen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Wünschen sind, werden sie zu Freundinnen. Und kämpfen dabei für mehr Rechte und Freiheiten und vor allem: für ein Recht auf Wissen und Bildung für ihr Geschlecht!

Meinung:

Einerseits mag ich das Cover, andererseits wieder nicht. Ich mag die zartgrüne Farbe und die weiße Schrift darauf sieht einladend und frühlingshaft aus. Im Hintergrund ist ein staatliches Gebäude zu sehen, vielleicht handelt es sich dabei um einen Gebäudekomplex der Friedrich-Wilhelms-Universität? Diese Komponenten finde ich gelungen und sie gefallen mir.
Mich stören ein wenig die drei Damen, die abgebildet sind. Ja, sie mögen zwar für Hedwig, Lise und Anni stehen, aber sie bringen Unruhe herein. Und ganz besonders stört es mich, dass der Kopf der obersten Frau einfach abgeschnitten ist und sie nur halb zu sehen ist. Das zerstört für mich die Ästhetik und macht das Cover nicht rund...

Wie so oft habe ich auch diesen Roman in der Vorschau gesehen und er wanderte direkt auf meine Wunschliste. Die Handlung klingt spannend, zudem lese ich immer wieder gerne von starken Frauen, die ihren Wünschen nachgehen und sich für ihre Rechte einsetzen. Somit passt dieses Buch genau in mein Beuteschema und ich habe mich sehr auf den Erscheinungstermin gefreut.
Wie schon neulich für den zweiten Teil von Corina Bomanns „Die Farben der Schönheit“ Reihe, bin ich auch diesmal extra munter geblieben, um mir sicher ein Exemplar bei Vorablesen mit Punkten zu sichern. Und das war es eindeutig wert!

Im Grunde war die Sprache durchweg einfach und locker gehalten. Es gibt nur wenige Fachbegriffe und diese tauchen stets im Zusammenhang mit der Physik auf. Dadurch kommt ein wenig Anspruch herein, es gibt ab und an mal eine Szene, in der bestimmte Zusammenhänge genauer erklärt werden. Das fand meist mit leichten Worten statt, sodass man auch als Laie versteht, was gerade besprochen oder beschrieben wird. Zudem tauchen diese Szenen nicht zu häufig auf und nehmen somit keinen zu großen Raum ein.
Insgesamt wird die Handlung recht lebendig, aber auch mit Abstand zum Geschehen beschrieben. Ich hatte stets eine gewisse Distanz zu den Ereignissen und es kam nur selten vor, dass sich die Stimmungen der Protagonisten auch nur ansatzweise auf mich übertragen haben. Trotzdem hat das meinem Lesefluss keinen Abbruch getan und ich habe das Buch gerne in die Hand genommen und es innerhalb von vielleicht vier Tagen ausgelesen gehabt.

Für mich hielt die Handlung jede Menge Überraschungen parat. Ich habe oft Tendenzen gehabt, in welche Richtung sich Beziehungen, berufliche Aussichten und weiteres entwickeln könnten, doch am Ende lag ich häufig falsch mit meinen Überlegungen. Immer wieder konnte die Geschichte mit neuen Wendungen aufwarten, die es nur schwer möglich machen, in die Zukunft zu schauen. So wird nichts von der Handlung vorweggenommen und der Roman blieb stets spannend.

Es lässt sich schon beim durchlesen der Inhaltsangabe erkennen: das Buch wird unterteilt in drei Erzählperspektiven. Jede der drei Frauen kommt abwechselnd zu Wort und man erhält einige Informationen darüber, was sie denken und was bei ihnen im Leben gerade passiert. Dabei werden die Ereignisse von einem allwissenden Erzähler beschrieben und man wahrt eine gewisse Distanz zu den Damen. Ab und an behält der Erzähler Geheimnisse eine ganze Zeit lang für sich und deutet lediglich immer wieder darauf hin. So ist es möglich, sich bereits einige Gedanken darüber zu machen und zu spekulieren, bevor Heimlichkeiten schließlich ans Licht kommen.
Ich fand diese Art der Erzählung sehr angenehm, man kann jede Frau kennenlernen und sich einen Eindruck von ihr machen. Zudem gibt es immer genügend Informationen, sodass es mir nie langweilig wurde, das Ende aber auch nicht vorhersehbar war. Oft passiert dann doch etwas überraschendes und auf diese Weise kommt neuer Schwung in die Geschichte.

Im Roman gibt es eine Einheit des Ortes, zumindest aus heutiger Sicht: jede einzelne Szene findet in Berlin statt. Zur Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg war noch nicht jeder Ortsteil eingemeindet und war noch ein eigenständiger Bezirk.
Ich bin der Meinung, dass auf das Setting ein nicht ganz so großer Wert gelegt wurde. Die Prioritäten lagen an anderen Stellen, was ich absolut in Ordnung finde. Wichtige oder häufiger auftauchende Orte konnte ich mir gut vorstellen. Die anderen Örtlichkeiten waren eindeutig zweitrangig und ich war mit der kurzen und einfachen Beschreibung vollkommen zufrieden. Ein größerer Fokus lag deutlich auf wahren historischen Begebenheiten, den Rechten der Frauen und der Charakterzeichnung.

Obwohl die Protagonisten verschiedene Emotionen durchlaufen und so unterschiedliche Stimmungen entstehen, haben sich diese nicht auf mich übertragen. An keiner Stelle im Roman habe ich mit irgendjemanden mitgefiebert, mich groß mitgefreut oder war mit ihnen zusammen traurig. Auf mich ist der Funke einfach nicht übergesprungen und ich behielt stets eine gewisse Distanz. Sowohl zu den Protagonisten, als auch zu den Geschehnissen im Roman. Das fand ich sehr schade, gerade weil mir die drei Damen Hedwig, Anni und Lise sehr sympathisch waren und ich sie mitreißend lebendig und bodenständig empfand. Es hätte dem Roman noch die Krone aufgesetzt, wenn einige stimmungsreiche Szenen bei gewesen wären. Einfach um die Distanz zu überbrücken und den Leser noch mehr in die Handlung einzubeziehen.

Ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht bin, wie viele historische Details und Aussagen mit Wahrheitsgehalt in dem Roman untergebracht wurden. Nicht nur anhand von Persönlichkeiten, die in verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten geforscht haben, sondern auch durch die Beschreibungen diverser physikalischer Vorgänge. Allein diese Einbindung hat mir gefallen und ich hatte dadurch das Gefühl, dass die verschiedenen Schicksale noch lebendiger erscheinen.
Komplett überrascht war ich dann von der Tatsache, dass eine der drei Hauptprotagonistinnen, Lise Meitner, tatsächlich gelebt hat und große Erfolge auf dem Gebiet der Kernphysik verzeichnen konnte. Ich fand es faszinierend zu sehen, wie die junge Frau ihren Weg geht und sich von nichts und niemanden aufhalten lässt. Es hat mir richtig gut gefallen, dass sie eingebunden wurde und man beim Lesen nicht nur die Geschichten starker Frauen kennenlernt, sondern diese in einem Fall auf der Wahrheit beruhen!

Wie ich gerade schon angedeutet habe, gefällt mir die Darstellung der drei Hauptprotagonistinnen. Und auch die anderen Charaktere, die eine deutlich untergeordnete Rolle spielen und nicht ganz so stark gezeichnet sind, wie die drei Damen, fand ich angenehm. Ich bin mit dem Auftreten vollkommen zufrieden und finde es interessant, wie manche Charaktere täuschen können, wie sich andere weiterentwickeln und manche nur wenig einsichtig sind. Es entsteht auf diese Weise ein breites Bild der Bevölkerung, was mich vollkommen überzeugt hat.
Und auch Hedwig, Lise und Anni hatten komplett unterschiedliche Charaktere und Wünsche. Ich fand es toll zu sehen, wie unter den unterschiedlichen Frauen eine Freundschaft entstand und sie sich stets umeinander gesorgt haben. So wird auch gezeigt, dass es vollkommen unwichtig ist, welcher gesellschaftlichen Schicht man angehört, ob man Dienstmädchen oder die Tochter von reichen Eltern ist. Am Ende kommt es auf den Charakter an und alles andere spielt eine
keine Rolle.
Mir haben die drei Damen in ihrer Art gefallen, ich bin ihnen gerne durch ein Kapitel ihres Lebens gefolgt und empfand sie als sympathisch. Auch sie hatten ihre Macken und haben Fehlentscheidungen getroffen und nicht jede Aussage und Handlung hat mir gefallen. Sie hatten aber das Herz am rechten Fleck, was am Ende das Wichtigste ist.

Fazit:

Ich bin mehr als froh, den Roman gelesen zu haben. Bis auf einige Kleinigkeiten, die ich bereits angesprochen habe und für die ich einen halben Stern in meiner Bewertung abziehe, bin ich vollkommen zufrieden mit der Entwicklung. Ich wurde immer wieder überrascht, die Protagonisten haben mir gefallen und boten ein abwechslungsreiches Bild und die Schreibweise hat ihr übriges dazu getan, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Die zahlreichen historischen Details haben dem Buch viel Anspruch gegeben und es zu einer ernsthafteren Lektüre gemacht, als anfangs gedacht.
Ich kann das Buch ohne Vorbehalte weiterempfehlen, es ist spannend, gibt drei tollen Frauencharaktere Raum zur Entfaltung und es werden wichtige Themen angesprochen, die auch heute noch teilweise aktuell sind. Eine wunderbare Lektüre, die mir die letzten Tage definitiv verschönert hat!

Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

MarySophie 

Vielen Dank an den Vorablesen, sowie den Ullstein Buchverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Sonntag, 21. Juni 2020

Rezension: Die Tribute von Panem X - Das Lied von Vogel und Schlange

Titel: Die Tribute von Panem X - Das Lied von Vogel und Schlange
Originaltitel: The Ballad of Songbirds and Snakes ( aus dem Englischen von Sylke Hachmeister und Peter Klöss)
 Autorin: Suzanne Collins
Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
Seitenzahl:608 Seiten
Preis: 26,00 €
Erscheinungsdatum: 19.05.2020
 ISBN: 978-3-7891-2002-2

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Handlung:

Die zehnten Hungerspiele stehen bevor. Und erstmals werden den Tributen Mentoren zur Seite gestellt, die diesen tatkräftig zur Seite stehen sollen. Nicht nur bei der Vorbereitung, sondern die Mentoren sollen ebenfalls helfen, dass die Zuschauer die Spiele mit mehr Interesse verfolgen.
Der 18-jährige Coriolanus Snow erhofft sich noch ganz anderes von den Hungerspielen und seiner Aufgabe als Mentor. Für die bekannte und mächtige Familie Snow sind die besten Zeiten vorüber und sie bangen um ihre Zukunft. Mithilfe seiner Aufgabe hofft Coriolanus nicht nur, dass er am Ende mit dem siegreichen Tribut dasteht, sondern auch einen Erfolg für seine Zukunft.
Doch seine Chancen scheinen schlecht zu stehen. Corionlanus bekommt Lucy Gray zugeteilt, die weibliche Tributin aus Distrikt 12. Sie kann singen, aber nicht kämpfen. Coriolanus muss die Sache geschickt angehen, um überhaupt eine Chance zu erhalten, denn jede falsche Entscheidung trägt weitreichende Folgen. Und so wütend der junge Snow anfangs über die Wahl seines Tributes ist, desto mehr erkennt er, dass Lucy Gray einen gewissen Charme hat.

Meinung:

Das Cover ist schlicht und schick. Ein schwarzer Hintergrund, lediglich durch die weiße Schrift und die goldenen Details entstehen Auflockerungen. Das goldene X wurde mit einer Schlange und einem Vogel in derselben Farbe verziert und vereint dadurch die Elemente des Untertitels. An sich finde ich das Bild recht stimmig und passend, vielleicht wäre es noch einen Tacken schöner gewesen, wenn die Schriftfarbe des Namen der Autorin, sowie des Untertitels ebenfalls in einem goldenen Farbton gewesen wäre. Oder zumindest in einer aufregenderen Farbe, die noch einen Hauch von Extravaganz hereinbringt. Genau das würde nämlich zu Coriolanus Snow und Lucy Gray passen. Ansonsten ein stimmiges Bild und bei einem solch bekannten Titel braucht es eigentlich auch nicht mehr, um die Aufmerksamkeit zu erregen.

Erstmals von den Tributen von Panem gehört habe ich durch eine Freundin. Wir sind dann zusammen zum zweiten Teil der Reihe ins Kino, der Film hat mir gefallen und daraufhin habe ich die drei Bände gelesen und natürlich auch die anderen Filme geschaut. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, wie oft ich die Geschichten von Katniss und Peeta schon gelesen habe. Und daher war mir direkt klar, dass ich diesen neuen Band, der sich um den jungen Snow dreht, ebenfalls lesen möchte.
Mir war das große Glück vergönnt, dass ich das Buch bei einer Buchverlosung bei Lovelybooks gewonnen habe. Und das bei über 1000 Bewerbungen. Ich habe mich dementsprechend riesig gefreut und konnte es kaum erwarten, endlich selbst mit dem Lesen zu beginnen!

Ich finde, dass eine deutliche Weiterentwicklung bei der Sprache zu sehen ist. Sie war schon immer gut und leicht lesbar, aber bisher recht einfach gehalten. Ich bin der Meinung, dass sie diesmal anspruchsvoller ist und viel detailreicher ist. So gibt es für den Leser mehr Informationen und es wird stärker in die Tiefe gegangen. Nicht nur bei den Informationen rund um die Hungerspiele, sondern auch auf menschlicher Ebene gibt es mehr Abgründe, die sich teils eröffnen.

Nur ganz selten gab es eine stimmungsvolle Szene, in der man in irgendeiner Weise einen emotionalen Bezug zu den Geschehnissen oder den Protagonisten erhielt. Meist wird die Handlung in einer nüchternen und ernsten Sprache wiedergegeben, die zwar Gefühle von Coriolanus beschreibt, welche mich aber nie erreicht haben. Dafür war mir sein Charakter nicht sympathisch genug und stets hatte ich im Hinterkopf, wie seine Darstellung in den anderen Büchern ist.
Ich finde, dass genug Platz für ein bisschen mehr Emotionalität und Gefühlt gewesen wäre. Im Überfluss wäre es auch nicht passend gewesen, aber so war es mir zu wenig. Ich konnte nicht richtig mitfiebern und habe keinen Charakter auch nur ansatzweise ins Herz geschlossen.

Ich bin der Meinung, dass manche Szenen gerne ein wenig kürzer hätten ausfallen können. Gerade das letzte, dritte Buch finde ich etwas langweilig und es hatte für mich ein paar Längen. Ich habe gemerkt, dass ich diesen letzten Part, bis auf die letzten, finalen Seiten, nicht mehr mit so viel Interesse wie die anderen gelesen habe. Öfters habe ich mich gefragt, inwiefern das für den Fortgang der Handlung wichtig ist und ob jede Szene wirklich nötig war. Ein paar Kürzungen wären hier gut gewesen.

Bereits bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, habe ich irgendwo gelesen, dass es allerhand Hintergrundinformationen über die Hungerspiele geben wird. Und genau das ist auch eingetreten. Man kann den ganzen Zusammenhang der Hungerspiele viel besser verstehen und es war interessant, in den Kopf eines Kapitol-Bewohners zu schauen und zu erfahren, was er über die Kriege, die Politik und die Distrikte denkt. Diesen Blick kennt man bisher nur von den Bewohnern der Distrikte und man kann sich eine andere Meinung bilden und erhält einen breiteren Blick auf die Denkweise der Bevölkerung.
Zudem fand ich es interessant, wie sich die Hungerspiele in knapp 60 Jahren geändert und entwickelt haben. Wie sie anfangs noch ursprünglich und einfach abgehalten wurden und mit welchem Aufsehen und welcher Reichweite sie viele Jahre später stattgefunden haben.
Außerdem haben mir die Blicke hinter die Kulissen gefallen, sei es über die Planung, die Ziele der Spielleiter oder das Einführen neuer Regeln. Die Hungerspiele sind für mich noch komplexer geworden und es gab mal eine Sicht aus einem anderen Blickwinkel.

Das Setting hat mir ebenfalls bis auf eine Ausnahme gut gefallen. Es war meist mit klaren Worten gezeichnet und ich konnte mir viele Örtlichkeiten ziemlich genau vorstellen. Gerade das Kapitol mit den verschiedenen Gebäuden strahlte etwas besonderes und extravagantes aus, ich bin gerne mit Coriolanus durch die Straßen gewandert.
Was ich etwas schwierig fand war die Darstellung der Arena. Ich konnte damit nur bedingt was anfangen. Die allgemeine Form war für mich gut vorstellbar und war auch leicht beschrieben. Doch die Details die noch hinzukommen, seien es Barrikaden oder ähnliches waren schon schwieriger. Das war alles etwas zu üppig und viel, mir wurde die Dimension der Arena zu groß. Mit dieser Darstellung bin ich nicht so zufrieden und finde, dass es durchaus ein paar Schwächen gibt. Und da ich den Vergleich zu den 74. und 75. Hungerspielen habe, muss ich sagen, dass mir die Be- und Umschreibung der Arenen dort deutlich besser gefallen hat. Sie wirkten begrenzter und nicht so umfassend und riesig.

Einerseits finde ich, dass die Protagonisten unglaublich interessante Charaktere haben und sehr komplex sind. Man weiß nie genau, was sie folgend für Handlungen und Aussagen vornehmen werden. Andererseits fehlen mir einige Emotionen. Zwar hat unter anderem Lucy Gray einige Momente, in denen sie nah am Wasser gebaut ist, doch ich kann nicht mitfühlen. Dafür fand ich zu schwer einen Zugang und ich konnte mich mit keinem so recht anfreunden. Was ich wirklich schade finde, für mich gab es keinen Charakter, der in diesem Zusammenhang mal aus der Reihe fällt und zu dem man eine Bindung aufbauen kann.
Coriolanus ist sehr interessant. Immerhin sieht man den späteren Präsidenten Snow hier in einem jugendlichen Alter und ich war gespannt darauf, ob er hier genauso schonungs- und gefühlslos auftritt wie in den späteren Bänden. Und ich muss sagen, dass eine Ähnlichkeit vorhanden ist. Er wirkt durchtrieben und macht sich eindeutig die Welt so, wie es ihm gefällt. Er ist von sich selbst eingenommen und oft muss ich über sein Auftreten schmunzeln, oft aber auch den Kopf schütteln. Coriolanus hat eine Art an sich, die ihn unsympathisch macht und zeigt, dass man sich vor ihm hüten muss. Nur ganz selten hat er einige Minuten, wo man eine ehrliche, aufrichtige Seite sieht, bevor er sich wieder in sein altes Ich verwandelt, welches weiß, wie er Menschen für sich gewinnt. Insgesamt finde ich seine Darstellung unglaublich interessant, er ist für mich nicht sympathisch, aber hat ein komplexes Wesen, dass Coriolanus zu etwas besonderem macht.

Fazit:

Ich habe sehr auf das Buch hingefiebert und hatte große Erwartungen. Nicht nur, weil mir die drei anderen Bände sehr gut gefallen haben, sondern auch weil das Buch schon einen großen Hype erfahren hat. Und ich hatte viele kurze Meinungen gelesen, die ziemlich positiv sind. Leider bin ich ein wenig enttäuscht. Das Buch ist nicht schlecht. Aber auch nicht richtig gut. Dafür fehlt mir ab und an ein bisschen was, seien es Emotionen oder eine bessere Umschreibung der Arena. Und ab und an entstanden leider im dritten Buch ein paar Längen, die mich auf das Ende hinfiebern lassen haben, damit die Handlung endlich zu einem Punkt kommt.
Das Buch ist wahrlich nicht schlecht und hat seinen ganz eigenen Reiz. Gerade die ganzen Hintergrundinformationen zu den Hungerspielen oder der spannende Charakter von Coriolanus Snow sind es wert, den Roman zu lesen. Aber es ist halt leider nicht perfekt und steht meiner Meinung nach eindeutig als Letztes in der Reihe der vier Panem-Bücher.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

MarySophie 

Vielen Dank an Lovelybooks, sowie den Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 
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Montag, 15. Juni 2020

Rezension: Die Farben der Schönheit - Sophias Träume von Corina Bomann

Titel: Die Farben der Schönheit - Sophias Träume
Autorin: Corina Bomann
Verlag: Ullstein Buchverlage
Seitenzahl: 576 Seiten
Preis: 14,99 €
Erscheinungsdatum: 15.06.2020
 ISBN: 978-3-86493-117-8 

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Handlung:
New York 1932

Schon einiges musste Sophia in ihrem jungen Leben mitmachen und häufig war sie am Boden zerstört. Sie wurde von den Eltern verstoßen, hat ihr Kind verloren und beruflich eine schwierige Phase hinter sich. Bis sie eine neue Anstellung bei Elizabeth Arden antritt und sich neue Chancen anbieten.

Doch Sophia ist sowohl privat, als auch beruflich nicht vollkommen glücklich, dafür gibt es noch zu viele ungeklärte Fragen. Und dann tritt plötzlich wieder Helena Rubinstein in ihr Leben und bietet ihr ebenfalls eine Möglichkeit, die verlockend klingt. Und irgendwann muss sich Sophia entscheiden: für die Karriere oder für die Liebe...


Meinung:
Ich bin etwas zwiegespalten vom Cover. Einerseits ist es auffällig und frisch, es zieht die Blicke auf sich und hat sehr gut miteinander harmonierende Farben. Andererseits sind es mir vielleicht ein wenig zu viele Farben, die hier um die Aufmerksamkeit konkurrieren. Da gibt es ein wunderschön strahlendes Blau, welches sich nicht nur in dem Kleid der Dame wiederfindet, sondern auch in der Randverzierung und dem Namen der Autorin. Im Hintergrund sind verschiedene Rot-Nuancen abgebildet, hier wurde ein atemberaubender Sonnenuntergang dargestellt. Und dann ist da auch noch die ebenfalls auffällige Farbe des Titels vorhanden. Einzeln sind die Elemente Top, zusammen betrachtet etwas zu viel.

Dabei gefällt mir die Szenerie eigentlich richtig gut. Ich mag es, dass die drei Cover der Reihe ähnlich aufgebaut sind und sich so ein Zusammenhang erkennen lässt. Und ich mag auch, dass die Dame dem Betrachter abgewandt ist. Das Hintergrundsetting hat ebenfalls etwas an sich, was mir richtig gut gefällt. Aber aufgrund der vielen strahlenden Farben bin ich zwiegespalten, einerseits mag ich das Gesamtbild, andererseits nicht so sehr...



Mitte März hatte ich den ersten Teil der Trilogie gelesen und war sehr gespannt auf Band zwei. Als ich dann gesehen hatte, dass auch dieser bei Vorablesen angeboten wird, stand für mich direkt fest, dass ich diesen gegen Punkte einlösen möchte. Dafür bin ich extra bis Mitternacht munter geblieben und konnte mir Montagmorgens direkt um 00:01 Uhr den zweiten Band sichern. Und dann ging das Warten los. Bis ich das Buch endlich mit lesen beginnen konnte!



Mir waren noch viele Ereignisse und Details aus dem ersten Band bekannt. Wenn ich doch mal was vergessen hatte, wurde dies anhand von kleinen Hinweisen direkt wieder aufgefrischt und ich hatte so auch absolut keine Probleme, um in die Handlung zu finden.

Mir hat es gefallen, dass es nicht erst seitenlange Wiederholungen und Aufarbeitungen gibt, sondern die Handlung im Grunde genau dort startet, wo sie geendet hat. So entsteht ein fließender Start und einige Informationen aus dem vorherigen werden gekonnt nebenbei eingestreut, ohne zu aufdringlich zu wirken.

Von Corina Bomanns Büchern bin ich eine angenehme und mitreißende Schreibweise gewöhnt und genau das gab es auch hier wieder. Ich hatte absolut keine Probleme damit, es gibt anschauliche Beschreibungen von Situationen, Personen oder des Settings.. Auf diese Weise entstand vor meinen Augen ein lebendiges Bild der Gesamtsituation und ich hatte schon nach wenigen Seiten keine Lust, das Buch überhaupt mal aus der Hand zu legen. Die Sprache ist einfach und eingängig. Nur selten tauchen Fachbegriffe auf, meist lässt sie sich locker und flott lesen und bleibt durchweg auf einem gleichbleibend starken Niveau.



Auch in diesem Band gibt es eine Erzählperspektive und zwar die von Sophia, der titelgebenden Hauptprotagonistin. Anhand eines allwissenden Erzählers folgt man der jungen Frau durch ihr Leben und es werden nie zu viele Informationen preis geben. So bleibt die Handlung stets spannend und nur selten sind die Ereignisse vorhersehbar.

Immer wieder gibt es einige Abschnitte, in denen es Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Sophia gibt. Auf diese Weise ist es möglich, sie noch besser kennenzulernen und sich ihrem Charakter näher zu fühlen. Diese Einblicke gibt es lediglich von der Hauptperson, bei anderen Protagonisten tappt man in dieser Hinsicht im Dunklen. Bei diesem Band hat mich das absolut nicht gestört, so steht Sophia stets im Vordergrund und es hat einfach gepasst.



In der Inhaltsangabe wird auf einen Puderkrieg hingedeutet, der zwischen Elizabeth Arden und Helena Rubinstein stattfinden wird. Dazu hatte ich mir schon vor dem Lesen einige Gedanken gemacht und sinniert, worauf dieser Puderkrieg hinlaufen könnte und inwiefern Sophia davon betroffen ist. Und während des Lesens ging dann das große Warten los. Wann dieser besagte Krieg richtig beginnen würde und welche Folgen er mit sich zieht.

Ich verstehe, dass hiermit die Feindschaft zwischen den Damen Arden und Rubinstein gemeint ist, mir wird das aber zu groß angekündigt und am Ende kommt zu wenig dabei raus. Ich hatte mir Wortgefechten gerechnet, mit Bloßstellungen der jeweils anderen oder mit heimlichen Plänen, die plötzlich an die Öffentlichkeit geraten. Ich hatte mir einige Szenarien bereits ausgemalt und am Ende tauchte nichts davon auf. Es gab keine Treffen der beiden Damen und Sophia sitzt auch nicht so richtig zwischen den Stühlen, so wie anfangs gedacht und angedeutet.



Da ich die ganze Zeit mit einem Szenario wie gerade angesprochen gerechnet habe, war für mich die Spannung auf einem guten Niveau. Ich hatte die ganze Zeit mit einem großen Knall gerechnet, der die gesamte Situation ändern wird und dieser kam auch. Zwar von anderer Natur als gedacht, doch er war da und gab der restlichen Handlung eine neue Wendung.

Ich fand es interessant, wie gleichzeitig eine gewisse Spannung zu spüren war, als auch ein ruhiger Unterton, der die Handlung bodenständig blieben ließ. Es gibt häufig Kapitel, in denen ein normaler Tag in Sophias Leben beschrieben wird, mit kleinen Sorgen und Problemen. Ihr Alltag gestalten sich nicht als sonderlich aufregend und bilden somit einen gelungenen Gegenpol zu einigen, sehr glamourösen Beschreibungen, u.a. denen von Elizabeth Ardens Salons.

Dieser zweite Band endet nicht mit so einem starken Cliffhanger wie der Erste, trotzdem ist noch viel Spannung vorhanden und viele Fragen ungeklärt. Am liebsten würde ich direkt wissen, wie die Geschichte von Sophia weitergeht und was das Schicksal noch so für sie bereithält. Schon jetzt fiebere ich auf den Erscheinungstermin des dritten Bandes hin und bin auf neue Erlebnisse von Sophia gespannt.



Nur selten gab es mal eine stimmungsreiche Szene, in denen auch an den Leser Gefühle und Empfindungen übermittelt wurden. Oft konnte ich mit den Protagonisten nicht mitfühlen, obwohl es im Grunde genügend Gründe dafür gab. Ich habe erst gegen Ende des Romans einen Zugang zu Sophia gefunden und habe mich für sie freuen können und ihr gerade während einer Szene heimlich zugejubelt. Das war übrigens auch der Moment, in dem die Handlung die angesprochene Wendung bekommen hat. Bis dahin hatte ich eine gewisse Distanz und es gab keinen Moment, in dem ich emotional in irgendeiner Weise berührt war.



Als Haupthandlungsort dient diesmal New York, außerdem unternimmt Sophia zwei Reisen nach Europa. Man lernt auf diese Weise unterschiedliche Kulturen kennen und eine jede Stadt zeichnet sich durch ihren eigenen Charme aus.

Ich finde es gerade anhand der Darstellung von Berlin interessant, wie sehr sich die Stadt verändert hat und was für eine andere Stimmung dort herrscht. Nicht nur Sophia fällt dies deutlich auf, sondern auch dem Leser und man fühlt sich dort nicht wohl. Gerade mit dem Wissen, was auf politischer Ebene in der Zukunft noch folgen wird, hinterlässt der Eindruck der Stadt einen ganz bösen Nachgeschmack.

Bei den Szenen in New York ist mir wiederholt aufgefallen, wie lebendig die Stadt wirkt. Es herrscht dort eine ganz gewisse Aura, die mitreißend ist und ein authentisches Bild der Stadt vor meinen Augen entstehen lässt. Und das, obwohl ich selbst noch nie in New York war.

Leider waren manche Örtlichkeiten immer noch recht vage beschrieben, allen voran die Wohnorte von Sophia. Das habe ich auch schon in meiner Rezension zu Band eins angesprochen, diesmal hat es mich nicht so sehr gestört. Es wurde besser die Waage gefunden und insgesamt konnte mich das Setting diesmal mehr überzeugen.



An Sophias Charakter finde ich es etwas schade, dass sie nur selten mal richtig auf den Tisch haut. Sie träumt von einigen Dingen, wünscht sich beruflich etwas anderes, traut sich aber nicht so recht mal etwas zu sagen. Stattdessen nimmt sich die junge Frau stets vor, wenn eine Aufgabe bewältigt wurde und ihre Chefin wieder bessere Laune hat, einen Sachverhalt anzusprechen. Erst mit der Zeit lernt Sophia dies und erst am Ende des zweiten Bandes zeigte sie eine neue, durchsetzungsfähige und noch stärkere Seite von sich. Bis dahin fand ich Sophia charakterlich etwas schwach und blass und jetzt konnte sie mich endlich überzeugen. Ich hoffe sehr, dass Sophia im nächsten Band weiterhin so überzeugend, willensstark und selbstständig auftritt.

Ich bin übrigens richtig froh, dass Sophia in diesem Band eine starke Entwicklung vollzogen hat. Anfangs fand ich sie noch etwas zu ernst und langweilig, am Ende zeigte Sophia richtig Feuer und war eine ganz andere Person als zu Beginn des Romans. Sie zeigt sich an verschiedenen Dingen interessierter, gibt nicht auf und tritt erwachsener, bestimmter und selbstbewusster auf. Noch immer würde ich ihr mehr soziale Kontakte außerhalb ihres Berufslebens wünschen, doch ich bin guter Dinge, dass sich genau dies im dritten Band ändern wird.

Mir ist Sophia deutlich sympathischer und angenehmer geworden, ich freunde mich langsam mit ihrem Charakter an. Ich wünsche mir von ihr noch mehr Selbstbestimmtheit und Stärke, ich denke, dass Sophia das Zeug zu einer wahren Power-Frau hat!



Die anderen Protagonisten hatten deutlich eine untergeordnetere Rolle und stehen nicht so stark im Mittelpunkt. Hat mich nicht gestört, so steht Sophia im Fokus und man kann sich mit ihrem Wesen besser bekanntmachen.

Zudem gibt es viele alte Bekannte aus dem ersten Band und nur wenige neue Protagonisten. So entsteht ein Wiedersehen mit bereits bekannten Protagonisten. Diese sind natürlich dementsprechend leicht im Gedächtnis geblieben und es war schön zu erfahren, was bei ihnen im Leben so passiert.



Fazit:

Bei dem ersten Band hatte ich ja noch einige Kritikpunkte, diese sind hier deutlich weniger geworden. Ich habe die Handlung mit viel Interesse verfolgt und, was ein ganz großer Pluspunkt ist, ich konnte mich besser mit Sophia anfreunden. Sie wirkt nicht mehr mechanisch, sondern menschlicher und gereifter. Ich mochte sie plötzlich und freie mich auf den letzten Band ihrer Reihe!

Für die Fortsetzung würde ich mir lediglich mehr stimmungsreiche Szenen, in denen auch mehr Gefühle an den Leser transportiert werden, wünschen, sowie eine durchweg starke und unabhängige Sophia. Ich hoffe, dass sie jetzt endgültig ihren Träumen folgt und sich nicht mehr von anderen Damen abhängig macht. Wenn das stimmt, dann kann ich dem finalen Band wohlverdiente fünf Sterne geben!

Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

MarySophie 

Vielen Dank an den Vorablesen, sowie den Ullstein Buchverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Meine Meinung zu den Band 1:

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung

Freitag, 12. Juni 2020

Rezension: Die 100 - Tag 21 von Kass Morgan

Titel: Die 100 - Tag 21
 Originaltitel: The 100: Day 21 ( aus dem Englischen von Michaela Link )
Autorin: Kass Morgan
Verlag: heyne > fliegt
Seitenzahl: 320 Seiten
Preis: 12,99 €
Erscheinungsdatum: 19.10.2015
 ISBN: 978-3-453-26950-7

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Handlung:

Es wurde immer angenommen, dass die Erde komplett unbevölkert von Menschen ist. Das die Nuklearkatastrophe alles menschliche Leben ausgelöscht hat. Bis die 100 Jugendlichen auf der Erde von Erdgeborenen überfallen werden. Die Mitglieder der Gruppe haben unterschiedliche Ansichten, manche möchten Kontakt knüpfen, andere wollen Rache ausüben. Wells widmet sich dieser Aufgabe, will wieder Ruhe in die Gruppe bringen und zu einem vernünftigen und durchdachten Handeln anregen.
Währenddessen sucht Bellamy immer noch verzweifelt seine Schwester, nun kommt die Angst hinzu, dass die Erdgeborenen sie als Geisel genommen haben könnten. Clarke ist sich ihrer Gefühle nicht sicher und versucht genauso wie Wells, innerhalb der Gruppe zu vermitteln. Und sie ist es auch, die Kontakt zu den Erdgeborenen aufnehmen möchte. Und dabei entdeckt sie ein Geheimnis, welches unmöglich erscheint.
Auf den Raumschiffen herrscht zur selben Zeit noch immer Panik, langsam geht der Sauerstoff aus. Ein jeder möchte überleben, doch das wird nicht möglich sein...

Meinung:

Ich glaube mich zu erinnern, dass mir schon das Cover zu Band eins nicht so richtig gefallen hat. Und genau das setzt sich auch hier fort. Mir gefällt die Schrift, auch mit ihren Farben. Und am unteren Rand ist eine schöne Abbildung einer weiten Landschaft zu sehen, auch damit kann ich mich gut anfreunden. Doch das restliche Bild ist mir zu düster und grau. Es fallen Menschen vom Himmel, alle sind in dunkle Farben gekleidet und gleichen sich. Ich kann zwar nach dem Lesen einen ungefähren Zusammenhang erkennen, doch trotzdem wirkt das Bild merkwürdig. Es hat etwas grusliges, dass die Menschen ohne Kontrolle herunterfallen oder in der Schwebe hängen. Nur anhand des Covers würde ich das Buch tatsächlich nicht in die Hand nehmen, es weckt einfach nicht mein Interesse.
Wie ich schon in meiner Rezension zu Band eins erwähnt habe, hatte ich vor ein paar Jahren die ersten zwei-drei Staffeln gesehen, welche mir ganz gut gefallen haben. Danach habe ich aufgehört die Serie zu schauen, mir wurde die Handlung zu abstrus und immer wieder tauchten neue Völker auf der Erde auf. Mein Interesse an der Serie war weg, trotzdem wollte ich die Bücher irgendwann mal lesen. Den ersten Band habe ich im Februar gelesen, nun wurde es Zeit für den zweiten Teil.

Die Schreibweise war einfach und locker lesbar. Ich bin schnell durch die Handlung gekommen und hatte das Buch innerhalb von ungefähr drei Tagen ausgelesen. Man merkt, dass der Schreibstil auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten wurde, die mal eben eine schnelle Lektüre lesen wollen, die nicht zu anspruchsvoll ist und ablenkt. Aber auch anhand des Alters der meisten Protagonisten, mit allen Problemen und Wünschen lässt sich erkennen, dass hier vor allem eine jugendliche Zielgruppe angesprochen wird. Fachbegriffe oder mir unbekannte Worte wurden gar nicht genutzt, höchstens die Szenen, die auf dem Raumschiff spielen sind etwas anspruchsvoller und geben am meisten Platz, um die eigene Fantasie zu nutzen.

Auch in diesem Teil gibt es eine Aufspaltung der Handlung. Der größere Teil findet auf der Erde statt, man begleitet die 100 auf ihren Abenteuern und entdeckt mit ihnen die Welt neu.
Einige Abschnitte des Buches widmen sich wieder dem Leben im Weltall. So entsteht eine interessante Mischung, beide Gruppen haben mit Problemen zu kämpfen und man hat die Möglichkeit, in die Köpfe verschiedener Protagonisten zu schauen.

Das Setting der Erde ist einfach traumhaft. Ganz viele Orte kann ich mir mit strahlenden Farben vorstellen, auch wenn es manche Pflanzen oder Bäume so nicht gibt. Trotzdem wurden sie mit wenigen Worten exakt und bildhaft beschrieben und waren gut vorstellbar. Auch das Camp der Gruppe hatte eine besondere Ausstrahlung, es wirkte nicht sonderlich einladend, aber interessant und abenteuerlich. Im Grunde spielt die Handlung durchweg in der freien Natur, nur selten befindet sich ein Protagonist in einem teils oder vollkommen geschlossenen Raum. Mir gefällt es auch bei diesem Teil, wie fasziniert die Jugendlichen von der Erde sind, auch wenn man merkt, dass sie nun schon einige Tage auf der Erde sind und die anfängliche Begeisterung und Ehrfurcht langsam abflaut.
Und dann gibt es noch einige Szenen, die im Weltall stattfinden. Mir fällt es immer noch schwer, mir das Raumschiff genau vorzustellen. Hier hilft es mir wirklich weiter, dass ich die Serie vor einige Zeit gesehen habe und mir die Darstellung des Raumschiffs im Gedächtnis geblieben ist. Doch die Dimension dessen, die Größe davon ist absolut nicht greifbar und vorstellbar.

Auch diesmal werden wieder verschiedene Erzählperspektiven angewandt. Anhand von vier Personen werden die Ereignisse beschrieben, wobei sich ein Protagonist im All befindet, die anderen drei gehören zu den 100, die auf die Erde geschickt wurden. So entsteht ein breites Bild mit verschiedenen Sichtweisen und man erhält einen kleinen Einblick in das Leben auf dem Raumschiff.
In die Kapitel eingeflochten wurden immer mal wieder kleine Rückblicke in die Vergangenheit. So konnte man nicht nur Situationen besser verstehen, sondern es entsteht auch ein Bild, wie das Leben im Weltall vor ein paar Jahren aussah, bevor einhundert Jugendliche auf die Erde geschickt wurden.

Wie ich schon erwähnt hatte wendet sich das Buch eher an eine jugendliche Zielgruppe. Ich mochte die Geschichte an sich recht gerne und fand auch, dass die Protagonisten im Vergleich zu Band eins etwas reifer und erwachsener geworden sind. Trotzdem waren sie mir noch immer zu blauäugig und leichtgläubig. Mir fehlte ein gewisser Ernst, der in solch einer Situation eigentlich aufkommen müsste. Dieser ist nur in einem geringen Maße vorhanden, teils sind mir die Jugendlichen zu naiv. Es wurden einige Themen angesprochen, die den einhundert auf dem Herzen liegen und die auch für jugendliche Leser interessant sein könnten.
Mir stand in diesem Teil das gegenseitige Gefallen und die Liebe zu sehr im Vordergrund. Manche kürzen ihre Kleidung um zu gefallen, andere kämpfen innerlich die ganze Zeit mit ihren Gefühlen. Irgendwie fand ich das unpassend, sie haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen und hadern zu oft mit ihren Empfindungen für andere Personen. Mir waren diese Liebeleien zu oberflächlich und einfach. Zwar mag es bei Jugendlichen so zugehen, trotzdem passt es für mich nicht zu dem eigentlichen Thema des Buches.

Von den Grundzügen haben mir die Protagonisten recht gut gefallen. Sie hatten lebendige und abwechslungsreiche Züge, hatten unterschiedliche Interessen und setzten sich dafür ein. Doch das Miteinander empfand ich durchweg merkwürdig. Es gibt einige gute Ansätze, in denen ein normaler Umgang herrscht, doch meist fällt dieser recht oberflächlich aus. Wenn ein Protagonist einmal etwas sagt, ändert er nur sehr selten seine Meinung. Es lässt sich kein Verstehen von Argumenten erkennen und eine mögliche Meinungsänderung aufgrund von guten und verständlichen Aussagen gibt es nicht. Manche Protagonisten wollen einfach nicht die Meinung anderer verstehen oder wenigstens darüber nachdenken. Das alles hat es mir erschwert, die Protagonisten als sympathisch einzustufen oder irgendeine Art von Bindung zu ihnen aufzubauen.
Zudem gibt es auch in diesem zweiten Band wieder einige kleine Kämpfe darüber, wer in der Gruppe das Sagen hat. Immer noch versuchen manche die Macht an sich zu reißen und verstehen nicht, dass nur durch ein Miteinander ein Überleben möglich ist. Ein wenig mehr Einsicht und Reife wären angebracht gewesen.

Fazit:

Auch dieser zweite Band hat kleine Fehler und ist nicht perfekt, trotzdem bietet er sich als Lektüre für zwischendurch an. Und aus diesem Grund werde ich mir in Zukunft auch noch die restlichen beiden Bände zulegen, man kann beim lesen gut abschalten und die Geschichten sind nicht zu anspruchsvoll. Sie lassen sich locker flockig weglesen und haben ihren eigenen Charme.
Noch immer gefällt mir die Idee der Autorin und ich finde, dass ihr die Umsetzung stellenweise sehr gut gelungen ist. Bei mir hat es diesmal vor allem an den Protagonisten gehapert, die mir für eine Geschichte mit solch ernstem Hintergrund zu verliebt und voller Gefühle waren. Dadurch entstanden wieder Dramen, die nicht hätten sein müssen. Mit der Zeit hat mich das richtig gestört und ich hatte das Gefühl, die eigentliche Mission auf der Erde tritt in den Hintergrund. Im nächsten Teil gerne wieder mehr davon und ich kann auch eine bessere Bewertung aussprechen.


Bewertung: 4 von 5 Sternen

MarySophie 

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Dienstag, 9. Juni 2020

Lesemonat Mai 2020

Ich präsentiere: meinen Lesemonat Mai. Ich hatte viel Vergnügen und Zeit, komme am Ende auf ganze neun gelesene Bücher. Viel mehr als erwartet, manche Bücher waren innerhalb von knapp zwei Tagen ausgelesen.
Mit den Büchern habe ich verschiedene Zeiten bereist, ich war sowohl endlich mal wieder im Mittelalter, als auch in der frühen Neuzeit und habe mit einigen Protagonisten den Zweiten Weltkrieg aus noch einmal einem anderen Blick entdeckt. Ich habe wieder viel Zeit mit starken Frauenfiguren verbracht und inspirierende Menschen kennengelernt.

Von den neun gelesenen Büchern sind acht Rezensionsexemplare, eines habe ich selbst gekauft bei Arvelle, wo es als Mängelexemplar verkauft wurde. Drei der Bücher haben mich etwas enttäuscht, von ihnen hatte ich viel mehr erwartet, eines hat mich mehr als positiv überrascht. Und zwar der Roman von Julie Hilgenburg. Ich bin davon absolut begeistert gewesen und habe es direkt an meine Familie und Freunde weiterempfohlen. Und auch von diesen nur positives Feedback zu dem Buch bekommen. Ich lege es euch auch an dieser Stelle noch einmal ans Herz!

Zusammengerechnet komme ich auf ganze 4.784 Seiten, was einfach krass ist. Anders kann ich es nicht benennen. So viele Seiten in einem Monat habe ich bisher wahrscheinlich noch nie geschafft und ich bin mehr als beeindruckt von mir selbst!
Und ich liege mit dieser Seitenanzahl auch voll in meinem mir selbst auferlegten Soll. Pro Tag habe ich knapp 154 Seiten gelesen. 

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Neuleben von Katharina Fuchs
 (4,5/⭐⭐⭐⭐⭐)

Die Porzellan-Erbin - Unruhige Zeiten von Florian Busch
 (3,5/⭐⭐⭐⭐⭐)

Die Schwestern vom Ku'damm - Tage der Hoffnung von Brigitte Riebe
 (5/⭐⭐⭐⭐⭐)

Die Hebamme von Sylt von Gisa Pauly
 (4/⭐⭐⭐⭐⭐)

Das Juliusspital - Ärztin aus Leidenschaft von Claudia und Nadja Beinert
 (5/⭐⭐⭐⭐⭐)

Die Lilienbraut von Teresa Simon
 (3,5/⭐⭐⭐⭐⭐)

Das Mädchen aus Glas von Julie Hilgenberg
 (5/⭐⭐⭐⭐⭐) 


Grace und die Anmut der Liebe von Sophie Benedict
 (3,5/⭐⭐⭐⭐⭐) 

Der Turm aus Licht von Astrid Fritz
 (4/⭐⭐⭐⭐⭐)

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Hier verlinke ich euch noch mal die geschriebenen Rezensionen:
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MarySophie

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